Widerstand gegen neuen Geflügelmaststall am Friebertinger Kreisverkehr

"Keine persönlichen Angriffe": Diese Ziele verfolgt die Schonstetter Bürgerinitiative

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Auf dieser Wiese am Friebertinger Kreisverkehr soll der Hühnermaststall entstehen. 
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Schonstett - Dass fast 30.000 Tiere in einem neuen Hühnermaststall im Ortsteil Neubau einziehen sollen, dieses Vorhaben stößt einigen Bürgern sauer auf. Die neue Bürgerinitiative erklärt im Gespräch mit wasserburg24.de die Beweggründe ihrer Gründung und warum sie den Bauwerber nicht an den Pranger stellen wollen.

"Uns geht es nicht darum, den Bauwerber des geplanten Stalls anzuschwärzen", betonen die Mitglieder der Schonstetter Bürgerinitiative (BI) gleich zu Beginn gegenüber wasserburg24.de. "Wir wollen vielmehr in der Bevölkerung ein Umdenken erwirken und die Bedeutung von Massenställen für Tiere und am Ende auch den Verbraucher hinterfragen." 

Die BI Schonstett setze sich für den Erhalt der Lebensqualität, für saubere Luft, Böden und Wasser ein. Weil ihnen das Wohl der Tiere am Herzen liege, fordere sie statt Massentierhaltung artgerechte Haltung: "Wir wollen eine generelle Landwirtschafts-Kritik vermeiden – hier geht es lediglich um den Bereich der agrarindustriellen Tierhaltung. Wir sind für den Fortbestand bäuerlicher landwirtschaftlicher Betriebe aber gegen die zunehmende Machtübernahme von Agrarkonzernen."

In der kleinen 1200-Seelen-Gemeinde Schonstett gibt es bereits zwei Mastbetriebe. Um die Hintergründe eines solchen Betriebs zu beleuchten, plante die BI ursprünglich gemeinsam mit dem Grünen-Kreisverband Rosenheim eine Podiumsdiskussion zu den Gegensätzen "bäuerliche Landwirtschaft" und "Massentierhaltung"

Diese aber habe man nun zu einer reinen Informationsveranstaltung gewandelt, wie die Mitglieder der BI betonen - auch weil man den Bauwerber des geplanten Hühnermaststall nicht an den Pranger stellen habe wollen: "Gespräche, die unsere BI führt, sollten möglichst sachlich erfolgen, damit später keine gegenseitigen Vorwürfe über Bedrohungen oder Beschimpfungen möglich sind. Es ist für uns selbstverständlich, dass wir persönliche Angriffe unterlassen."

"Sind Großbetriebe wie der geplante Maststall in Schonstett zukünftig die Regel oder kann eine bäuerliche Landwirtschaft in Oberbayern erhalten bleiben?" Mitunter um diese Frage dreht sich die Veranstaltung am Donnerstagabend, 11. April um 20 Uhr in der Schonstetter Mehrzweckhalle. 

Zum aktuellen Stand: 

Die Gemeinde Schonstett erteilte bereits Ende 2018 grünes Licht für den Bau eines Maststalls für insgesamt 29.000 Hühner. 

Das Landratsamt Rosenheim hat als Genehmigungsbehörde das letzte Wort. Wie Pressesprecher Michael Fischer auf Nachfrage der Redaktion erklärt, laufen aktuell Prüfungen diverser Fachstellen und Behörden, der Ausgang des Verfahrens sei noch völlig offen.

Zu Details in punkto Betriebskonzept liegen der Redaktion zum derzeitigen Zeitpunkt keine Informationen vor. Der Bauwerber selbst möchte keine Stellungnahme zu dem geplanten Maststall auf einem Grundstück bei Neubau abgeben

mb

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