Wie geht es weiter mit Schonstetts Nahversorgung? 

Bürgermeister: "Für den Dorfladen müssen wir an einem Strang ziehen"

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Kann Schonstett einen Dorfladen realisieren? Dafür braucht es die Einsatzbereitschaft der Bürger, meint Bürgermeister Josef Fink. 
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Schonstett - Bürgermeister Josef Fink liegt die Zukunft der Nahversorgung im Dorf am Herzen - das wurde auf der Bürgerversammlung 2017 einmal mehr deutlich:

Um die Einkaufsmöglichkeiten in Schonstett steht es schlecht - seit der Edeka-Laden am Ortseingang im April aufgab, fehlt die Nahversorgung in der Gemeinde. Der Ruf der Bürger nach einer raschen Lösung in Form eines Dorfladens wird lauter, je mehr Zeit seit der Schließung verstreicht. 

Bürgermeister Josef Fink erklärte auf der Bürgerversammlung am Mittwochabend, dass er sich durchaus eine Verbesserung der Situation in naher Zukunft wünsche, sie jedoch nicht von heute auf morgen herzaubern könne. Deshalb appellierte er explizit an seine Mitbürger: "Ein Dorfladen betreibt sich nicht von alleine. Die Bürgerbefragung im Sommer war zwar aufschlussreich, aber mir fehlt deutlich der Einsatz und die Bereitschaftsmöglichkeit, sich an so einem Projekt zu beteiligen. Jeder jammert, aber wenn's konkret wird, ist keiner mehr da. Für den Dorfladen müssen wir alle an einem Strang ziehen, eine Realisierung geht nur miteinander!"

Schonstetts Überlegungen in punkto Dorfladen gehen laut Fink in Richtung Neubau mit integriertem Café. "Ein bestehendes Gebäude umzubauen wäre ersten Schätzungen zufolge zu teuer. Deshalb plädiere ich für etwas Neues, für das sich ein Betreiber findet. Die Gemeinde kann den Laden nicht selbst betreiben, wir brauchen also engagierte Bürger oder jemanden von außerhalb, der bereit ist, einen Dorfladen zu eröffnen." 

Fink plane für Januar oder Februar 2018 eine Bürgerversammlung explizit zum Thema Dorfladen und Nahversorgung abzuhalten. Grassau habe es geschafft, ein Musterbeispiel zu eröffnen, über das sich der Bürgermeister noch näher erkundigen möchte und dabei möglicherweise neue Ideen zur Umsetzung in Schonstett entwickeln. 

Das Interesse an der Schonstetter Bürgerversammlung war groß. Die Mehrzweckhalle war mit über 100 Bürgern besetzt. 

Fragen und Anliegen der Schonstetter: 

Eine Anwohnerin der Kampenwandstraße richtete die allgemeine Frage der Duldung von Baulärm an Bürgermeister Fink. "Es ist furchtbar, was man darf und was sich gehört", lautete der Vorwurf der Schonstetterin in Bezug auf ganztägig laufende Maschinen in der Nachbarschaft. Fink erklärte, das Problem sei bekannt, rechtlich seien der Gemeinde jedoch die Hände gebunden. Die allgemeine Vorschrift erlaube Baulärm werktags bis 20 Uhr. "Es ist schade, wenn ein Miteinander nicht möglich ist, ich kann hier leider auch nur an die Betroffenen appellieren, das Gespräch zu suchen." 

Pünktlich zur anstehenden Weihnachtszeit wäre es doch schön, würde die Gemeinde Weihnachtsbeleuchtung im Dorf anbringen, lautete das Anliegen eines älteren Schonstetters. Andere Städte und Gemeinden hätten schließlich auch Beleuchtungen und Lichterketten. Bürgermeister Fink erklärte hierzu, man benötige das Einverständnis aller Anwohner sowie Stromleitungen. Für 2017 könne er das leider nicht mehr realisieren. 

Die Mehrheit der Schonstetter sprach die verbesserungswürdige Dorfgemeinschaft an: Es müsse mehr getan werden für ein Gemeinschaftsgefühl und es fehle ein zentrales Gebäude für Vereine und Bürger für Feste und Veranstaltungen. Albaching und Prutting beispielsweise hätten solche Räumlichkeiten entstehen lassen, Schonstett könne das auch. "An uns soll es nicht scheitern, ein zentrales Gebäude für das Dorf zu errichten", erklärte Bürgermeister Fink und fügte hinzu, er sei bereits in Gesprächen mit den Stellen, die über die Entscheidungsmacht verfügen würden.  

Die wichtigsten Punkte der Bürgerversammlung 2017: 

  • Einwohnerzahl Schonstett: 1.407 
  • Gesamthausalt: 4.273.450 Euro
  • Verwaltungshaushalt: 2.159.250 Euro
  • Vermögenshaushalt: 2.144.200 Euro
  • Voraussichtlicher Schuldenstand zum 31.12.2017: 1.094.180 Euro (entspricht einer Pro-Kopf-Verschuldung von 807 Euro) 
  • Trotz Investitionen ist ein Schuldenabbau in der Gemeinde möglich
  • Demographische Entwicklung ist positiv, der Kindergarten voll belegt. Die Gemeinde überlegt, in ferner Zukunft auszubauen.
  • Die Grundschule Schonstett wurde zusammen mit der Mehrzweckhalle saniert.
  • Es gibt erste Überlegungen und Kostenschätzungen für den Neubau eines Feuerwehrhauses.
  • Zu den geplanten Investitionen 2018 zählen die Regenwasseranlage in der Halfinger Straße im Ortsteil Au, der Geh- und Radweg in Richtung Gewerbegebiet, der Badeweiher, Straßensanierungen, Breitbandausbau, ein neues Baugebiet im Süden mit etwa 35 Parzellen, das zu einem Drittel mittels Einheimischenmodell verkauft werden soll, sowie die Unterhaltsmaßnahmen der Gewässer Dritter Ordnung.
  • Die Asylbewerberzahl ist gesunken, der Dank gilt dem Helferkreis.
  • Auch für 2018 bringt der Gewerbeverband Schonstett wieder einen Jahreskalender auf den Markt.
  • Schonstett macht mit beim LAG Ortsgeschichten der Chiemgauer Seenplatte. 
  • Der SV Schonstett feiert 2017 60-jähriges Bestehen mit einer Festwoche im Juli: Vom 26. bis 30. Juli findet das Stockschützenfest mit Bieranstich, Discoparty, Kabarettabend mit Wolfgang Krebs und klassischen Festsonntag mit Kesselfleischessen statt. Der SV freut sich über viele Bürger, die im kommenden Sommer mitfeiern möchten. 

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mb

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