Nach Edeka-Aus in Schonstett

Bleibt die Grundversorgung im Dorf erhalten?

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Der Edeka in Schonstett schließt nach über 100 Jahren - wie geht's jetzt weiter mit der Grundversorgung in der kleinen Gemeinde? 
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Schonstett - Die Ära Edeka Helma ist nach 111 Jahren vorbei: Der Lebensmittelladen in der kleinen Gemeinde schließt Ende April seine Pforten. Wie konnte es soweit kommen? Und wie geht's weiter? Bürgermeister Josef Fink auf Erklärungssuche:

Wie Betreiber Stephan Helma gegenüber der Wasserburger Zeitung sagt, tragen die Schonstetter wohl eine Teilschuld an der Schließung. So richtig viel gekauft hätten sie im Edeka-Geschäft in den letzten Jahren demnach nicht. Stephan Helma hat sich entschieden, „endlich“, sagt er.

Mit dem Entschluss steht der Betreiber nicht alleine da: In 500 bayerischen Gemeinden gibt es kein einziges Lebensmittelgeschäft mehr, immer mehr kleine Geschäfte müssen aufgeben. Eine Übersicht über die Schließungszahlen macht das Drama ersichtlich. Schonstetts Bürgermeister Josef Fink kann die Entscheidung von Stephan Helma nachvollziehen: "Wenn der Umsatz immer weiter sinkt und der Betreiber nur noch draufzahlt, ist eine Schließung unvermeidbar.

Wie konnte es soweit kommen?

Eine mögliche Erklärung, warum nach über 100 Jahren das plötzliche Ende vor der Tür stand, sieht Fink in der umliegenden Konkurrenz und der freien  Marktwirtschaft. Noch vor wenigen Jahren war die Situation im Altlandkreis eine andere: Keine Nahversorgungszentren in den umliegenden Gemeinden Griesstätt, Vogtareuth und Amerang. Mit den wachsenden Gewerbegebieten kam auch die größere Auswahl für die Kunden. "Ich glaube, dass der Trend da hin geht, dass die Verbraucher zwar in der Nähe einkaufen wollen und eine möglichst große Auswahl bevorzugen, das funktioniert aber nicht in kleinen Einheiten mit Läden mit 400 Quadratmetern", so Fink. Das könnte durchaus der Todesstoß für den Edeka in Schonstett gewesen sein.

Wie geht's jetzt weiter?

Die Grundversorgung im Dorf müsse weiter bestehen, dafür kämpft Fink und denkt vor allen Dingen an die Rollstuhlfahrer des Caritas-Heims, denen nicht sehr viele Alternativen zum Einkaufen zur Verfügung stehen. 

Der Bürgermeister liebäugelt mit der Idee eines Dorfladens mit regionalen Produkten. "Ich stehe voll und ganz hinter dieser Möglichkeit, doch ohne Betreiber wird die Umsetzung schwierig." Die Gemeinde könne einen Dorfladen durchaus unterstützen, "wir brauchen aber Verantwortliche, die als Betreiber den Laden stemmen." In dem Zusammenhang wird sich die Gemeinde in naher Zukunft auf die Suche nach möglichen Interessierten machen, auch, damit das Dorfleben in Schonstett nicht ausstirbt. 

mb

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