Erstes Dorfgespräch mit den Bürgern 

Welches Potential steckt in Schonstett? 

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Was gefällt mir in Schonstett und was könnte man verbessern? Um diese und weitere Fragen drehte sich das erste Dorfgespräch am Mittwochabend. 
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Schonstett - Das Miteinander durch Gespräche stärken, Potential erkennen und Defizite beheben, die Dorfgemeinschaft fördern - Gedanken, die das erste Dorfgespräch am 8. November in der Gemeinde fokussierte: 

Die Idee hinter den Schonstetter Dorfgesprächen

"Miteinander reden baut Ängste und Vorbehalte ab, erst dann wird der Mensch gegenüber sichtbar", fasst Katharina Gruber-Trenker, Organisatorin des Dorfgesprächs, den Sinn der Veranstaltung am Mittwochabend in der Mehrzweckhalle zusammen. "Gerade habe ich das Gefühl, die Dorfgemeinschaft bröselt bisserl auseinander. Das dürfen wir nicht zulassen. Es geht darum Defizite und Potentiale herauszufinden und miteinander ins Gespräch zu kommen."

Bereits in der vorausgegangenen Bürgerversammlung rückte der Kerngedanke Dorfgemeinschaft in den Mittelpunkt der Wünsche und Anliegen der Bürger. Ein zentrales Gebäude für Feste und Veranstaltungen würde Schonstett abgehen, lautete der allgemeine Tonus. Bürgermeister Josef Fink verwies daraufhin auf das Dorfgespräch im Anschluss, bei dem die Gemeinschaft der Bürger im Ort im Fokus stand.

Moderatoren der Diskussion waren Florian Wenzel aus Halfing und Dr. Christian Boeser-Schnebel von der Universität Augsburg. In einem ersten Schritt sollten die Schonstetter herausfinden, wo sie ihren Platz in der Gemeinde sehen. Stehe ich eher am Ortsrand oder voll integriert in der Dorfmitte? Wer kennt seine Mitbürger genau und wen kennt man nur flüchtig vom Sehen? Fühle ich mich als Neubürger willkommen? 

"Fühlen Sie sich wohl in Schonstett?", wollte Florian Wenzel von den Bürgern wissen. 

"Ich wohne seit fünf Jahren hier und fühle mich als sei ich noch nicht ganz angekommen", gab eine junge Bürgerin zu. Dagegen stand die Aussage eines Schonstetters: "Ich kann das nicht unterstreichen. Seit zehn Jahren bin ich in Schonstett und bin super aufgenommen worden. Ich fühle mich hier sauwohl." 

Ein "Urschonstetter" erklärte, er sei hier aufgewachsen und Schonstett "basst!" Ein "Zuagroaßter" war der Meinung, nach rund zehn Jahren sei er "wunderbar integriert". Schonstett mache es einem leicht, Fuß zu fassen. 

Verschiedene Ansichten verschiedener Bürger - und doch sind alle eine Gemeinschaft. Genau das ist es, auf das das Dorfgespräch abziele. "Am schlimmsten sind doch die 'Gartenzaun-Bürger', die sich für nichts außerhalb ihres Heims interessieren. Das verursacht Vorurteile, Distanz und Aneinandervorbeireden", konstatiere Moderator Florian Wenzel. "Miteinander reden hingegen schafft Nähe, Verständnis für den Anderen und einen neuen Blick auf die Dinge."

Im Anschluss sollten die Schonstetter über Potential und Defizite ihrer Gemeinde diskutieren und ihre Ideen auf Tafeln festhalten. Die Ergebnisse des Brainstormings im Überblick: 

"Das ist mein Schonstett":  

  • Voraussetzungen fürs Dorfmiteinander: "Man vesteht sich!" 
  • schnelle Integration
  • Gute Zusammenarbeit und Organisation bei Festen 
  • Christkindlmarkt
  • Heimat
  • gemütlich und tolerant
  • Freund und Vereinsarbeit mit Zusammenhalt
  • Theater
  • Böller
  • Kindergarten mit Krippe und Arbeitsplätzen
  • Natur, Moos und Badeweiher (Freiheit am Weiher)
  • Park mit Baumbestand und Atmosphäre
Miteinander reden statt übereinander - eines der Erkenntnisse, die die Schonstetter aus dem Diskussionsabend mitnehmen. 

"Das möchte ich für uns in Schonstett bewegen": 

  • Dorfstadl im Caritaspark für Junge, Familien und Ältere
  • Caritasbewohner für Vereine, Gruppen und Feste
  • Dorfcafé und Dorfladen im Mittelpunkt des Ortes und nicht außerhalb
  • Einkaufen im Dorfladen 
  • Dorfladen als Treffpunkt
  • Einkaufsmöglichkeit für Senioren und Asylbewerber
  • Respekt gegenüber anderen Religionen
  • Ärztliche Versorgung
  • Bewährtes (Weiher) erhalten und Neues (Caritaspark beleben und verschönern) schaffen
  • Belebung des Parks
  • Anbringen von Bänken Am Irlinger
  • Begegnung mit kirchlichen Festen
  • einfache und kostengünstige Bewirtung 
  • Möglichkeit Bauernmarkt (eigene Bioprodukte)
  • Saal und Bühne
  • Toleranz gegenüber Gewerben und Familienbetrieben
  • Mehr Miteinander statt Übereinander 
  • Feuerstelle als Treffpunkt 
  • Schaffung eines Treffpunkts für Jung und Alt
  • Gegenseitige Rücksichtnahme ohne Vorurteile und Aufeinander zugehen
  • Ältere durch Ansprechen unterstützen, z.B. mit Fahrdiensten
Welches Potential steckt in Schonstett? Mit dem Dorfgespräch soll das herausgefunden werden. 

Der Abend am 8. November sei laut Moderator Dr. Christian Boeser-Schnebel ein "erstes Kennenlernen und Aufwärmen" gewesen. In zwei weiteren Abenden wird es konkret um die Entwicklung Schonstetts gehen. 

Am Mittwoch, 22. November, dreht sich alles um das Thema "Meine Werte - Deine Werte - Sagt mal, wer seid Ihr denn eigentlich?". Am Mittwoch, 13. Dezember, geht es um frische Ideen und neue Wege unter dem Motto: "Sagt mal, was haltet Ihr eigentlich davon?" Veranstaltungsort ist jeweils der Speisesaal im Caritasheim Schonstett. Beginn der Veranstaltungen ist um 19 Uhr. 

mb

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