Hat Schonstett bald einen Dornröschen-Park?

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Großes Interesse der Bürger: Es geht um die Zukunft des Schloßparks, der in Privatbesitz der Caritas ist.
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Schonstett – Bleibt er öffentlich zugänglich, wird er kleiner oder verkommt der idyllische Park, der zum Ort dazu gehört, wie das Rathaus, womöglich zum verwilderten Dornröschen-Park? Dieser Frage geht man jetzt auf den Grund.

Alle gemeinsam an einem Strang ziehen. Ein Motto, dem man sich verpflichten müsste, damit in Schonstett ein Happy End entsteht. Es geht um die Zukunft des Schloßparks. Nicht nur – aber auch! Bei einer Infoveranstaltung in der Mehrzweckhalle haben sich viele Bürger zunächst von der Caritas, die auch den Park in Besitz hat, über den Sachstand und die Probleme rund um den Unterhalt des Parks informieren lassen.

Danach kam es zur hitzigen Diskussion. „Es ist noch überhaupt nichts entschieden, geschweige denn ausdiskutiert“, erklärt Bürgermeister Josef Fink. Man habe im Gemeinderat lediglich laut gedacht und die Zukunft des Standorts besprochen. Jetzt seien Gerüchte im Ort herumgetragen worden, die nicht der Wahrheit entsprächen, so Fink weiter.

Mehr als 600 Bürger haben auf einer Liste unterschrieben, die den Erhalt des Schloßparks fordert.

Die Heimleiterin Margit Rychly rechnete gemeinsam mit Andreas Pfaffinger, dem Geschäftsführer für Einrichtungen und Dienste für Menschen mit Behinderung im Diözesan-Caritasverband den enormen Aufwand für den Träger vor. „Wir möchten gemeinsam mit der Gemeinde und den Bürgern den Schloßpark öffentlich halten und mit einem abgestimmten Konzept diesen auch positiv entwickeln“, heißt es von Andreas Pfaffinger. „Den Park zu erhalten und für die Öffentlichkeit zugänglich zu lassen, kostet viel Geld“, erklärt Margit Rychly.

Seit langen Jahren hat die Caritas den Schloßpark in Besitz. Es sei freiwillig, dass der Park für die Öffentlichkeit zugänglich sei, Forderungen, diesen noch besser zu pflegen, erscheinen ihr unangebracht, so Rychly weiter. „Wir versuchen wirklich, den Park in Schuß zu halten und die Verkehrssicherungspflicht ernst zu nehmen“, so Rychly. Der Caritas sei sehr an einer tragfähigen Zukunft in Schonstett gelegen.

Dafür bräuchte es jedoch neue Konzepte in Abstimmung mit der Gemeinde und den Bürgern. Im Vorfeld der Bürgerinfoveranstaltung hatte Pfaffinger bereits mit Bürgermeister Josef Fink und dem Gemeinderat über die Grundlagen für eine Modernisierung des Wohnkonzeptes für Menschen mit Behinderung einvernehmlich diskutiert. Seither brodelte die Gerüchteküche. Die hohen Verwaltungs- und Unterhaltskosten für den Park seien für den Caritasverband als Träger des Wohnheims alleine nicht mehr zu stemmen. In den letzten Jahren habe man rund fünf Millionen Euro in die Sanierung des Wohnheims investiert.

Sowohl der Caritas als auch der Gemeinde fehlt scheinbar das Geld, um den Park in der jetzigen Form zu verwalten. Pfaffinger forderte die Bürgerinnen und Bürger auf, sich bei der gemeinsamen Erarbeitung einer für alle tragfähigen Lösung auch zukünftig zu beteiligen. „

Ein Förderverein mit Bürgerengagement bei der Parkpflege wäre beispielsweise sehr nützlich“, so der Caritas-Verantwortliche.

Bürger im Zwiespalt

Während viele der Anwesenden erklärten, dass sie die Caritas in der Pflicht sehen, den Park für die Öffentlichkeit auch zukünftig zu pflegen und offen zu halten, räumten etliche Bürger ein, dass man als Schonstetter und Park-Nutznießer durchaus mithelfen müsse, um den Bestand bürgerfreundlich zu halten. Erich Böck und viele weitere Mitstreiter, die sich gegen Veränderungen rund um den Schloßpark aussprechen, zeigten während der Diskussion dem Wunsch, das Parkkonzept zu verändern, viel Unverständnis.

Pfaffinger erläuterte die einzelnen Möglichkeiten, die man in weiteren Gesprächen und Infoveranstaltungen gemeinsam ausarbeiten müsse.

Lösungsüberlegungen durch die Caritas:  Was passiert mit dem Park, mit den Gebäuden und den Grundstücksflächen, die der Caritas gehören? „Möglich sei beispielsweise, dass die Gemeinde die Unkosten für den Unterhalt des Parks übernehmen würde“, so Andreas Pfaffinger. Ebenso könnte man über einen Grundstückstausch oder Kauf beziehungsweise die Pacht durch die Gemeinde planen. Von einer Schenkung des Schloßparks an die Gemeinde halte man nicht besonders viel, ganz ausschließen würde er diesen Gedanken aber auch nicht, lächelte Pfaffinger auf Nachfrage.

Haltbar wäre auch der Gedanke, die bestehenden Pachtverträge zu kündigen und mehr Geld für Nutzungen zu verlangen. Außerdem überlege man, einige Immobilien und nicht mehr genutzte Gebäude, wie etwa die Liegehalle, abzureißen und Grund zu verkaufen, so Pfaffinger weiter. Das Hauptgebäude des Wohnheimkomplexes solle fertig saniert und durch Grundstücksverkäufe möglicherweise refinanziert werden. Mit gemischten Gefühlen gingen die Bürger aus der Veranstaltung. „Es ist noch lange nicht ausgeredet, soviel ist sicher“, wettern viele aufgebrachte Bürger. Genau das finden auch die Vertreter der Caritas und Bürgermeister Fink: „Wir brauchen mehr Kommunikation, damit ein gemeinsamer Weg gegangen werden kann“, so die Beteiligten. Immerhin hier scheint man sich einig zu sein.

Quelle: rosenheim24.de

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