Kingsley E. aus Schonstett soll abgeschoben werden

Leser: "Nachvollziehbar" oder doch "Versagen der Politik"?

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Schonstett - Kingsley E. ist ein Asylbewerber aus Nigeria, der in Schonstett eine neue Heimat gefunden hat - und jetzt trotz bester Integration nach knapp zwei Jahren abgeschoben werden soll. Ein entsprechender Bescheid des BAMF wurde ihm bereits zugestellt. Die Reaktionen:

"Die Mitteilung hat den sonst so tapferen Kingsley in ein tiefes Loch geworfen", sagte Johanna Mayer vom Helferkreis Schonstett. Die Regierung von Oberbayern und das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) haben hingegen in allgemeinen Stellungnahmen ihr Vorgehen dargelegt und beriefen sich für konkrete Einzelfälle auf "Datenschutz". Darüber hat wasserburg24.de bereits ausführlich berichtet.

Die Reaktionen unserer User:

Und der Artikel hat unter unseren Lesern eine kontroverse Diskussion ausgelöst. So fragt sich User "Denkanstoß", ob die Behörden alle Einzelfälle differenziert genug betrachten: "(...) Die Chancen stehen jedoch angeblich schlecht, warum das so ist, geht aber nicht aus dem Artikel hervor. Vermutlich deshalb, weil die Anerkennungsquoten für Nigerianer generell schlecht sind - das allein kann aber nicht der Grund sein, denn das BAMF bzw. der Richter muß jeden Einzelfall individuell betrachten und entscheiden."

In diesselbe Kerbe stößt auch der User "Kirschbaumhollerstauden": "Streng genommen müsste man sich jeden einzelnen Menschen genau anschauen und dann die behalten, die alles getan haben, um sich hier zu integrieren und den Rest abschieben. Aber dafür muss man von starren Regelungen abgehen und auf die Einzelfälle schauen." Nutzer "The-MIB" tut Kingsley E. dagegen richtig leid: "Für diesen Einzelfall (in diesem Fall nicht zynisch gemeint) kann ich sogar Mitgefühl empfinden. Der Fehler liegt aber schon allein daran, dass man den Menschen falsche Hoffnung macht. Wenn wir jetzt schon aufschreien, dann frage ich mich wie groß die Empörung bei den Menschen sein wird, die in einigen Jahren wieder zurück in ihre alte Heimat müssen, sobald diese wieder als sicher definiert wird. Den Menschen/Kindern werden falsche Versprechungen gemacht."

Vorwürfe an die Politik

Andere wiederum finden die geplante Abschiebung des Nigerianers richtig. "Herr K. kam nach Deutschlang und gab Asylgründe an, die offensichtlich keine waren. Darum muss er nun zurück nach Hause. Der Asylanspruch soll Menschen beschützen, die Schutz benötigen. Menschen, die keinen Schutz benötigen, nehmen Platz und Ressourcen für wirklich Schutzbedürftige weg. Aus diesem Grund ist die Entscheidung der Behörden richtig und nachvollziehbar", schrieb "Chiemgauer123" auf rosenheim24.de.

"Franz_Hornauer" sieht die Schuld dagegen in der Politik: "(...) Nur weil wieder Wahlen anstehen, werden wieder unangemessene Muskelspiele von den verantwortlichen Versagern der Regierungsparteien auf Kosten von Menschen getrieben, um am rechten Rand nicht noch mehr Wähler zu verlieren." Und schickte gleich noch einen klaren Vorwurf an Horst Seehofer und seine Parteikollegen hinterher: "Das Versagen liegt ganz eindeutig bei der CSU. Seit über vier Jahrzehnten Regierungspartei in Bayern, aber immer noch kein Einwanderungsgesetz, obwohl das Problem der Überalterung in der Deutschen Bevölkerung mindestens auch schon so lange bekannt ist UND mittlerweile jährlich eine Zuwanderung von wenigstens 100.000 Menschen (bezogen auf ganz Deutschland) benötigt wird, um die Bevölkerungszahl in Deutschland und da insbesondere die erwerbspflichtige Bevölkerung einigermaßen konstant halten zu können."

User "Elbafan" warf auf rosenheim24.de die Frage auf, die vermutlich viele Menschen beschäftigt: "Kriminelle Ausländer können bleiben, gut integrierte werden abgeschoben. Muss man das verstehen?"

mw

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