Schüler machten sich fit fürs Gymnasium

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Am ersten Tag klappte es noch nicht so richtig, am zweiten waren alle Schüler stolz, die Aufgabe geschafft zu haben.

Gars - Abenteuerliche Trainingsmethoden erlebten Fünftklässler im Rahmen der Sozialkompetenzübung "Fit fürs Gymnasium". Sie schärften so ihre Aufmerksamkeit, Konzentration und Ausdauer.

"Wow, heute haben wir es geschafft, beim letzten Mal haben wir noch nicht alle rübertragen können", freut sich Leonard. Der Klasse 5a des Gymnasiums Gars, gelungen ist es gelungen, alle Klassenkameraden einzeln über ein Seil zu heben, das einen glühenden Draht symbolisieren soll. Was so abenteuerlich und gar nicht nach Schulalltag klingt, erlebten Schüler der fünften Jahrgangsstufe im ersten Block eines Sozialkompetenztrainings "Fit fürs Gymnasium".

In neun Unterrichtsstunden, verteilt auf drei Vormittage, griffen außerschulische Fachleute Themen wie "Trainieren von Aufmerksamkeit, Konzentration und Ausdauer", "Stärkung des Selbstwertgefühls und des Selbstvertrauens" oder "Umgang mit Misserfolgen" professionell auf und setzten sie mit den Schülern spannend umgesetzt. Nach zwei Blöcken gibt es einen dritten Block im kommenden Schuljahr, wenn die dann sechsten Klassen ins Schullandheim fahren. Dort werden zum Beispiel "Stärkung der Empathie", "Schulung der Zivilcourage" oder "Förderung der Teamfähigkeit" trainiert.

"Lernen muss über den kognitiven Bereich hinausgehen", sagt Unterstufenbetreuerin Bettina Harnischmacher. Die sogenannten Softskills seien grundlegend wichtig für die Persönlichkeitsentwicklung und für das Meistern von Herausforderungen weit über die Schule hinaus. Dass diese unbedingt gefördert und gefordert werden sollten, darüber seien sich Schulleitung, LehrerInnen und Eltern am Gymnasium Gars schnell einig gewesen. "Es lässt sich nun einmal nicht verhindern, dass Schüler in ihrem Schulalltag Konflikten und auch gewissen Frustrationen begegnen, so gestärkt allerdings werden diese erfolgreicher bewältigt werden können, wovon nicht nur der Schüler selbst, sondern auch die Gesamtheit der Schulfamilie profitiert", ergänzt Schulpsychologin Astrid Klimbacher, die zusammen mit ihrer Kollegin das Projekt von schulischer Seite betreut.

Externer Partner ist das Team von "kreativo", einer pädagogischen Serviceagentur mit ausgebildeten Sozialarbeitern und Erlebnispädagogen, das mit ganz unterschiedlichen und jeweils auf das Trainingsziel abgestimmten Methoden das Konzept in die Tat umsetzt. So kommen unter anderem Kommunikationstraining, sozial- oder theaterpädagogische Rollenspiele, Übungen für Vertrauensbildung, Sinnes- und Körperwahrnehmung beziehungsweise Teamsport- oder kooperative Abenteuerspiele zum Einsatz. In jeder Stunde sind zwei Experten aktiv und der jeweilige Fachlehrer kann währenddessen seine Schülerinnen und Schüler beobachten und von einer ganz anderen Seite kennen lernen.

Am Ende jeder Einheit bekommen Unterstufenbetreuerin, Schulpsychologin, Klassenleiter und Fachlehrer in einem Klassengutachten detaillierte schriftliche Rückmeldungen über die soziale Situation in der jeweiligen Unterrichtsgruppe, auf deren Grundlage dann gezielt pädagogisch weitergearbeitet werden kann.

Auch die Eltern werden eingebunden. Bei einem Einführungsabend wurde das Konzept vorgestellt und man diskutierte gemeinsam die inhaltlichen Schwerpunkte und legte Prioritäten fest. Die Eltern konnten zudem einige Übungen und Spiele selber mitmachen und testen.

Während des ersten Blocks waren die Pädagogen von "kreativo" zudem telefonisch zu erreichen, so konnten Beobachtungen von zu Hause im Sinne eines integrierten Konzepts direkt weitergeleitet werden.

Damit eine Schule ein derart aufwändiges und komplexes Projekt ermöglichen kann, war im Vorfeld ein engagierter Einsatz zur Finanzierung nötig. Die Unterstützung vom Bayrischen Jugendring kam mit Hilfe des TSV Gars zustande, eingesetzt haben sich auch die Stiftung Persönlichkeit aus Nürnberg und die Raiffeisenbank Haag-Gars-Maitenbeth. Die Eigenbeteiligung der Eltern an den nicht gerade geringen Gesamtkosten des Projekts konnte so auf wenige Euro reduziert werden.

Bereits jetzt sind sich die Beteiligten sicher, dass dieses Training ein wichtiger Baustein bei der Unterstützung der Persönlichkeitsentwicklung ist und so nicht zuletzt den Übergang von der Grundschule an das Gymnasium und das Heimischwerden dort erleichtern wird.

re/Wasserburger Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

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