Schülerheim-Planung wird wieder aufgegriffen

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Wasserburg - Vor über einem Jahr wurde das Bebauungsplanverfahren für einen Schülerheim-Neubau neben der Berufsschule in der Ponschabaustraße eröffnet.

Nun soll es nach einer Pause damit weitergehen: Bis Herbst will die Stadt das Verfahren abschließen.

Es ist eines der heftigst diskutierten Vorhaben in Wasserburg: Der Landkreis will neben der Berufsschule auf dem Gelände der ehemaligen Firma Müller im Unteren Burgerfeld ein Schülerheim mit rund 200 Plätzen bauen. Damit sollen der Bestand der Berufsschule mit ihren überörtlich besuchten Spezialfächern gesichert und derzeitige Missstände bei der Unterbringung der Schüler abgestellt werden.

Nachbarn befürchten eine Verschärfung der Belastungen durch die Zu- und Abfahrt und die Jugendlichen selbst, die sich erfahrungsgemäß nicht immer ganz an die Regeln halten. Daher hat der Landkreis ein Bebauungsplanverfahren angestoßen, das die Stadt im Sommer 2009 einleitete und dann im Herbst mit der vorgezogenen Bürgerinformation begann.

Seither ist nicht mehr viel passiert. Andere Projekte hatten in der Stadt Vorrang, nachdem der Bau des Schülerheimes aufgrund der finanziellen Engpässe des Landkreises nicht unmittelbar in Sicht ist.

Doch nun wird das Verfahren - auch auf Wunsch des Landratsamtes - wieder aufgegriffen: In Kürze soll die Planung vergeben werden, im Frühsommer der Stadtrat entscheiden. Dann beginnt die Auslegung, sodass der Bebauungsplan im Herbst abgeschlossen sein könnte.

Die Nachbarn, von denen einige anfangs grundsätzlichen Widerstand gegen den Bau angekündigt hatten, wollen nun vor allem erreichen, dass es zu einer "vernünftigen" Lösung kommt. So schlagen sie vor, dass eine Art Beirat gegründet wird, in dem auch die Nachbarn vertreten sind.

Vor allem aber wollen sie einen Ansprechpartner bei Problemen. Und genau da hat Albert Merkl, der sich in Sachen Schülerheim maßgeblich engagiert, aktuell wieder einige Zweifel, die sich in einem regen Schriftverkehr vor allem mit dem Landratsamt abzeichnen. Dabei geht es um die Nutzung des "Müller"-Gebäudes. Das war nach einem kleinen Umbau in der Vergangenheit schon mal Ausweich-Unterrichtsgebäude auch für die Fachoberschule, dann Lager. Überraschend wurde dann im Frühjahr 2010 wieder dort unterrichtet, allerdings habe sich auf Nachfrage niemand gefunden, der dazu Genaueres wusste, so Merkl.

Inzwischen stellte sich heraus, dass das Kunststoffinstitut, zuvor und jetzt wieder in Schulräumen untergebracht, seinen Meisterkurs hier abhielt - den sicher letzten an dieser Stelle. Denn: Das Landratamt teilte den Nachbarn mit, "dass die nicht genehmigten Nutzungen des ehemaligen Müllergebäudes zwischenzeitlich voll unterbunden wurden." Dafür wurden Fakten geschaffen: "Die Versorgungsleitungen für Wasser und Strom wurden stillgelegt", so das Landratsamt.

Dort ist man sehr bemüht, die Planungen für das Schülerheim mit möglichst wenig Ärger voranzubringen. Da passt natürlich eine ungenehmigte Nutzung nicht unbedingt hinein. Andererseits schätzt zumindest das Bauamt der Stadt die Sache so ein, dass diese Nutzung kein Problem gewesen wäre, hätte man sie denn beantragt. Außerdem sei sie ja zeitlich begrenzt gewesen, beschwichtigt auch das Landratsamt.

Albert Merkl hatte sich inzwischen auch an die Kreistagsmitglieder gewandt. "Die Vorgänge um die nicht genehmigte Nutzung des Müllergebäudes lassen mich daran zweifeln, dass die jetzige Planung und der geplante Neubau mit der nötigen Umsicht und Sorgfalt geschehen", schreibt er. Und: "Verantwortung will offensichtlich niemand übernehmen."

Nach Auskunft der Berufsschule ist für die nächste Zeit ein Gespräch mit den Anlieger-Vertretern vereinbart. "Wir sind uns bewusst, dass die Schule in einem Wohnumfeld liegt und machen uns die Sache wirklich nicht leicht", so Schulleiter Gerhard Heindl.

Karl Königbauer/Wasserburger Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © dpa

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