Schülerzahlen sinken weiter

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Die Schülerzahlen in Stadt und Landkreis Rosenheim sinken seit Jahren.

Rosenheim - Josefa ist eines von rund 2800 Kindern in Stadt und Landkreis Rosenheim, das am heutigen Dienstag zum ersten Mal die Schulbank drückt.

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Einem guten Start in diesen neuen Lebensabschnitt steht den Abc-Schützen nach den Worten von Schulamtsleiter Wolfgang Tauber nichts im Wege: "Unsere Grund- und Hauptschulen sind sehr gut aufgestellt."

Ein Trend hält weiter an, die Schülerzahl nimmt kontinuierlich weiter ab. Allerdings macht sich die demografische Entwicklung heuer in unserer Region zum ersten Mal wesentlich verhaltener bemerkbar. Wolfgang Tauber wertet dies als gutes Signal für die Zukunft: "Die Lage scheint sich zu stabilisieren."

Seit Wochen freut sich die sechsjährige Josefa auf den heutigen Tag.

In Zahlen ausgedrückt bedeutet dies, dass heute in der Stadt Rosenheim 510 Buben und Mädchen an den staatlichen Grundschulen eingeschult werden. Im Vorjahr waren es noch 538. Das bedeutet einen Rückgang um 5,2 Prozent. Im Landkreis starten am heutigen Morgen sogar mehr Abc-Schützen in einen aufregenden Tag als im Vorjahr. Ihre Zahl beträgt 2213. Damit ist sogar ein leichter Zuwachs in Höhe von 0,27 Prozent zu verzeichnen. Nach den Statistiken des Schulamtes zufolge drücken damit heuer in Stadt und Landkreis insgesamt genau 2723 Buben und Mädchen zum ersten Mal die Schulbank. Hinzu kommt noch eine kleine Zahl von Erstklässlern an den privaten Schulen.

Josefa ist eine von den frischgebackenen Abc-Schützen. Schon seit Wochen sehnt die sechsjährige Rosenheimerin den heutigen Tag herbei. Das Mädchen will nun endlich das lernen, was ihre Brüder schon seit Jahren können. Hinzu kommt Josefas Vorfreude auf die große Schultüte. "Ich hätte gerne viele Süßigkeiten und vielleicht auch ein kleines Plüschtier", erzählt die junge Dame. Wie lange die Schultüte ihr den Einstieg in den neuen Lebensabschnitt versüßen kann, bleibt abzuwarten. Schulamtsleiter Tauber ist sich auf jeden Fall sicher, dass Erstklässler und Eltern beruhigt der Zukunft entgegensehen können.

Wochenlang wurde in den staatlichen Schulämtern in der Stadt und im Landkreis Rosenheim geplant, um den Schülern möglichst gute Bedingungen in Sachen "Schul-alltag" bieten zu können. Dies beinhaltet die sichere Versorgung der Volksschulklassen mit Lehrkräften und Stunden ebenso wie durchschnittlich immer kleinere Klassen.

Lernen wird flexibler und individueller

Im Schuljahr 2011/12 gibt es im Landkreis 96 und in der Stadt Rosenheim 26 erste Klassen. Im Gegensatz zum Vorjahr bedeutet dies einen Rückgang von insgesamt 3,1 Prozent. Die durchschnittliche Klassenstärke liegt bei 22,31 Schülern und sinkt damit im Vergleich zu den Vorjahren weiter.

Unterrichtet werden die Grund- und Hauptschüler von insgesamt 1105 Volksschullehrern in Stadt und Landkreis. Hinzu kommen 172 Fachlehrer, 29 Förderlehrer, zwei ausländische Lehrkräfte und 130 Religionslehrer.

"Damit können wir gute Lernbedingungen bieten", freut sich Tauber. Froh ist er auch darüber, dass ihm in diesem Jahr zahlreiche sogenannte "mobile Reserven" zur Verfügung stehen, um Krankheitswellen ohne Ausfälle überbrücken zu können. 74 Volksschullehrer stehen in diesem Fall mit 1717 Wochenstunden zur Verfügung und zehn Fachlehrer mit 184 Stunden.

Das Lernen an den staatlichen Schulen soll immer individueller und flexibler werden. Um dies zu erreichen gibt es auch in diesem Jahr einige pädagogische Neuerungen. So gehört der Begriff "Hauptschule" nun endgültig der Vergangenheit an. Im Landkreis gibt es ab diesem Schuljahr dafür sechs Mittelschulverbünde mit 16 Mittelschulen und zwei eigenständige Mittelschulen. In der Stadt Rosenheim wurden zwei Verbünde mit vier Mittelschulen gebildet.

Wachsender Beliebtheit erfreuen sich jahrgangsgemischte Klassen, die sich aus Schülern der ersten und zweiten sowie der dritten und vierten Jahrgangsstufe zusammensetzen. "Diese Art des Lernens entspricht in mancher Hinsicht dem Lernen in nicht schulischen Bereichen wie etwa Familie oder Freundeskreis", erklärt Schulamtsleiter Tauber.

Fortgesetzt wird auch der Modellversuch "Flexible Grundschule" in der Grundschule Heufeld. Die teilnehmenden Kinder können die Grundschule dort je nach Wissenstand und Lerngeschwindigkeit in drei, fünf oder wie bisher in vier Jahren durchlaufen, ohne dabei in Gefahr zu geraten, sitzen zu bleiben.

Besonderes Augenmerk werde auch weiterhin auf Kinder von Migranten und deren Sprachförderung gelegt. Bewährt hat sich nach den Worten Taubers dabei der intensive Unterricht zur Förderung in Deutsch. Auch die frühe Sprachförderung im Kindergarten zeige gute Erfolge. Die Stütz- und Förderklasse in der Stadt Rosenheim wird weitergeführt.

Ganz neu ist die sogenannte "Auszeitklasse" für die Mittelschulen in der Stadt Rosenheim. Sie wird in Kooperation mit dem Amt für Kinder, Jugendliche und Familien der Stadt Rosenheim, den freien Trägern, dem Stadtjugendring, den Mittelschulen Rosenheims und den Staatlichen Schulämtern versuchsweise gestartet und richtet sich an Schüler, die durch ihr Verhalten einen geordneten Unterrichtsverlauf behindern.

Weitere Maßnahmen, beispielsweise die sogenannten Inklusionsklassen mit behinderten und nicht behinderten Kindern, seien in Planung: "Man kann aber nicht alles von oben verordnen. Dieser Gedanke muss in den Schulen wachsen."

Karin Wunsam (Oberbayerisches Volksblatt)

Quelle: rosenheim24.de

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