Gericht verurteilt Sohn eines Familienunternehmers

Wer war schuld an Öl im Bach?

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Wasserburg - Bereits im September hatte sich das Amtsgericht mit einem Fall von fahrlässiger Wasserverschmutzung im Nasenbach, Gemeinde Albaching, beschäftigt. Jetzt wurde das Verfahren fortgesetzt.

Unbestritten war damals das Ergebnis der Untersuchungen, die eine erhebliche Verschmutzung des Gewässers durch Ölbestandteile, organische Stoffe und Mineralöle ergeben hatten.

Ursache dafür war der Waschplatz einer Spedition. Der verstopfte Ölabscheider war laut Gutachten über zwei Jahre nicht gewartet worden und hatte durch seinen Überlauf das Gewässer verunreinigt. Ungeklärt blieb damals die Verantwortlichkeit innerhalb der Firma.

Der Angeklagte, ein Sohn des Familienunternehmers wies schon damals jegliche Zuständigkeit für die Werkstatt und den Waschplatz von sich. Da der Sachverhalt nicht zweifelsfrei geklärt werden konnte, wurde das Verfahren ausgesetzt, um die Firmenverhältnisse zu klären. Nun wurde das Verfahren fortgesetzt und der Angeklagte bestritt erneut jegliche Verantwortung für den Zwischenfall.

Er habe schon als Bub im Nasenbach gebadet, gab der Maschinenbautechniker zu Protokoll. Deswegen habe er eine emotionale Verpflichtung gespürt und den Vorfall sehr bedauert. Grundsätzlich sei er in der Firma jedoch für Lager, Organisation und Einkauf zuständig und mit keinen leitenden Aufgaben betraut.

Als Geschäftsführer seien Vater und Bruder für den Betrieb verantwortlich. Nach dem Zwischenfall hätten Polizei und Behörden einen Ansprechpartner gebraucht und da sei er, nach dem Anruf seiner Mutter, der einzig Greifbare gewesen. In einem Familienbetrieb könne man sich in so einer Situation schlecht auf Zuständigkeiten berufen, betonte der Angeklagte. Aus Gutmütigkeit und Sorge habe er sich der Angelegenheit angenommen.

Da der Angeklagte alle Ergebnisse und Bescheide gesammelt hatte, der Polizei von der Mutter als Ansprechpartner genannt wurde und auch Monate nach dem Vorfall noch als einziger in der Firma mit Behörden und Sachverständigen in Verbindung war, befand das Gericht den Angeklagten nun der fahrlässigen Gewässerverschmutzung schuldig und verurteilte ihn zu einer Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu je 35 Euro. Schon vorher seien Risse im Beton sichtbar geworden und mit der säumigen Wartung sei die mögliche Verschmutzung des Nasenbachs für den Angeklagten durchaus vorhersehbar gewesen, so das Gericht in seiner Urteilsbegründung.

ca/Wasserburger Zeitung

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Quelle: rosenheim24.de

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