Schwerlastverkehr nicht schwerwiegend genug

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Lkws im Ortszentrum, davon haben die Rotter die Nase voll. Das Landratsamt aber sieht keine Möglichkeit, regulierend einzugreifen.

Rott - "Nichts zu machen" lautete sinngemäß die Antwort des Landratsamtes auf die durch 1000 Unterschriften gestützte Bitte, den zunehmenden Lkw-Verkehr in erträgliche Bahnen zu lenken.

Der Schwerlastverkehr sorgt in Rott seit Längerem für Unmut. Besonders die Verkehrssicherheit der Kindergarten- und Schulkinder sah die Bürgerinitiative für die Verkehrsberuhigung als gefährdet. Vor allem in der Rosenheimer Straße sind Fahrbahnbreite und engkurvige Streckenführung nicht für den Schwerlastverkehr ausgelegt. Über 1000 Unterschriften sammelte die Initiative und überreichte dies Bürgermeister Marinus Schaber. Der Gemeinderat befasste sich mit dem Anliegen und befürwortete das Begehren zur Verkehrsberuhigung. Im März übergab der Bürgermeister die gesammelten Unterschriften zur Verkehrsberuhigung im Zentrum von Rott an Landrat Josef Neiderhell. Dieser versprach, sich für die Ziele der Bürgerinitiative einzusetzen.

In der jüngsten Gemeinderatssitzung musste Schaber die negative Antwort des Landrats verlesen. In seiner Begründung führte Neiderhell auf, dass es sich bei der Kreisstraße RO 41 um eine gewidmete Kreisstraße handele, die dem örtlichen und überörtlichen Verkehr diene. Eine Zählung an 12. April von 7 bis 18 Uhr ergab, dass bei dem gezählten Schwerlastverkehr 90 Prozent im Auftrag von heimischen Betrieben fahren. Die Zählstellen waren am Beginn der Rosenheimer Straße und nördlich von Pfaffing eingerichtet. Von den 219 gezählten Lkw fuhren nur 17 Fahrzeuge zur Bundesstraße 304 oder 15 durch. Von diesen 17 Lkw sind sechs Fahrzeuge örtlichen Betrieben zuzurechnen.

Gespräche mit der Polizei ergaben, dass das Ortszentrum noch nie als Unfallhäufungspunkt in Erscheinung getreten sei. Das Landesamt für Denkmalpflege hatte festgestellt, dass es derzeit keine Anhaltspunkte gäbe, dass durch den Schwerlastverkehr Schädigungen an historischen Gebäuden verursacht würden.

Auch seien die Voraussetzungen für Fußgängerüberwege nicht gegeben. Denn dafür sind 50 bis 100 querende Fußgänger und mindestens 200 bis 300 Fahrzeuge in einer Spitzenstunde nachzuweisen. Bei einer Zählung am 12. Mai wurden an der Aiblinger Straße 37 Fußgänger und 180 Fahrzeuge als Spitzenauslastung in einer Stunde nachgewiesen. Weitere Voraussetzungen für einen Fußgängerüberweg seien Gehwege auf beiden Straßenseiten und es müsse die Mindestentfernung für die Erkennbarkeit von Fußgängerüberwegen eingehalten werden. Das treffe auf die vorgeschlagenen Fußgängerüberwege vor dem Kaufhaus, zwischen Pizzeria und Marktplatz sowie an der Haager Straße nicht zu.

Zweiter Bürgermeister Dr.Jürgen Hüther war der Meinung, dass es sich der Landrat leicht mache und sich hinter Zahlen verstecke: "Soll sich der Landrat doch mal den ganzen Tag in das Ortszentrum hinstellen und mit eigenen Augen die Belastung sehen". Verkehrsreferent Hans Kirschbaum betonte, es sei klar gewesen, dass Rott nicht für Schwerlastverkehr gesperrt werden könne, es gehe darum, diesen zu verlangsamen. Er schlug vor, immer wieder Fotos zu machen und dem Landratsamt vorzulegen.

hri/Wasserburger Nachrichten

Quelle: rosenheim24.de

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