Schwerpunkt Patenprojekt

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Wasserburg - 18 Jugendliche haben seit ein paar Wochen neue Paten, vermittelt vom Arbeitskreis Schule-Wirtschaft. Seit fünf Jahren läuft dieses Patenprojekt. Sehr erfolgreich und überregional beachtet.

Rück- und Ausblick hielten die beiden Vorsitzenden des Arbeitskreises Schule-Wirtschaft, Wolfgang Helmdach und Peter Rink, kurz. Breiten Raum nahm beim Jahrestreffen des Arbeitskreises hingegen das Patenprojekt samt einer Diskussion über die Ausbildungsreife der Haupt- und Realschüler ein.

Etwa ein Dutzend neue Paten habe man dieses Jahr gewonnen, so Gerhard Ruß, der zusammen mit Manfred Wierer und Claudia Fischer die Steuerungsgruppe des Patenprojektes bildet. Seit April sind die Jugendlichen und ihre Paten miteinander in Kontakt, bereiten sich auf die Suche nach einem Ausbildungsplatz oder einer schulischen Perspektive vor.

Derzeit liefen die Schüler aus Rott offiziell noch beim Wasserburger Patenprojekt mit, so Ruß. Rott werde aber immer eigenständiger, da die dortige Schulleiterin Inge Schwörer im eigenen Ort Paten suchte und fand.

Die demografische Entwicklung führe dazu, dass einer etwa gleich bleibenden Anzahl von Ausbildungsplätzen in Zukunft immer weniger Jugendliche gegenüberstehen. Was die Chancen eigentlich verbessern sollte. Rink verwies aber auf eine Studie der IHK München und Oberbayern, dass immer mehr Haupt- und Realabsolventen von Betrieben als "nicht ausbildungsreif" empfunden würden. Es sei die Frage, ob man das Patenprojekt in dieser Hinsicht modifizieren müsse.

Das Ergebnis der IHK-Studie löste bei einigen anwesenden Pädagogen Empörung aus: Das möge ja in der Großstadt gelten, nicht aber in Wasserburg und Umgebung, so der Tenor. Gerhard Haindl, Leiter der Berufsschulen Wasserburg und Rosenheim I, sorgte für "Beruhigung aus der Praxis": von seinen etwa 4000 Schülern hätten 100 keinen Ausbildungsplatz, absolvierten das berufsvorbereitende Jahr. Einige weitere bräuchten Ausbilder mit "erzieherischer Hand", aber 90 bis 95 Prozent hätten sehr wohl Ausbildungsreife.

Claudia Fischer, Sozialpädagogin an der Hauptschule, relativierte dies etwas: Nicht alle Jugendlichen, die am Patenprojekt hätten teilnehmen wollen, seien auch zum Zuge gekommen. Manch einem habe sehr wohl die Ausbildungsreife gefehlt. Und Christoph Rosenzweig, Banker und selber Pate, hatte mitbekommen, dass etliche Patenkinder nach drei bis sechs Monaten die Ausbildung abbrächen. Da sei die Frage, ob man nicht durch ein Tutorensystem, durch regelmäßige, institutionalisierte Kontakte zwischen Pate und Arbeitgeber oder auf einem anderen Weg den einen oder anderen Ausbildungsabbruch noch verhindern könne.

Damit waren die Arbeitskreismitglieder schon da angekommen, wo Helmdach und Rink sie gerne öfter hätten: Bei Wünschen, Anregungen und Anfragen, nicht nur beim Jahrestrefffen sondern auch während des Jahres. Da wurde der Wunsch laut, doch die Vorhaben der anderen Arbeitskreise Schule-Wirtschaft in der Region oder bayernweit zusammenzutragen. Vielleicht ließen sich da ja Anregungen finden.

Die Betriebserkundungen, im vergangenen Jahr bei Bauer und Schechtl kamen gut an. Für dieses Jahr laufen laut Rink Anfragen für den Herbst bei Kathrein und beim Wasserburger Arzneimittelwerk.

Zur Diskussion um das Patenprojekt passt das Thema einer Podiumsdiskussion im Juli: Da soll mit heimischen Experten die Frage geklärt werden, welche Bildung die Wirtschaft braucht und welche Bildung kann und will die Schule liefern.

syl/Wasserburger Zeitung

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rosenheim24.de/wasserburg

Quelle: rosenheim24.de

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