Keine Behördenfunk-Antenne auf dem Dach

Wasserburg - Nur Pflichten, keine Rechte - so einen Vertrag unterschreibt wohl niemand gerne. Der Geschäftsführer des Inn-Salzach-Klinikums auch nicht.

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"Ich unterschreibe doch keinen Vertrag, bei dem ich nur Pflichten aber keinerlei Rechte habe", hatte Dr. Theo Danzl, Geschäftsführer des Inn-Salzach-Klinikums Anfang des Jahres bei "Jetzt red' i" geschimpft und dem Innenminister empfohlen, doch mäßigend einzugreifen. Schließlich sucht Abel Mobilfunk im Auftrag der Telent GmbH Standorte für den Behördenfunk. Die Telent GmbH wiederum ist vom bayerischen Innenministerium beauftragt.

Schon vor zwei bis drei Jahren, so Danzl, sei man auf ihn zugekommen, habe nachgefragt, ob die bestehende Antenne auf dem Schwesternhochhaus gegen eine neue ausgetauscht werden könne, wenn es so weit sei. Grundsätzlich habe er da keine Schwierigkeiten gesehen, erklärte Danzl jetzt auf Anfrage, ohne Vertrag wollte er sich damals aber nicht festlegen. Als er den dann vorliegen hatte, war der Geschäftsführer "not amused".

Besonders ärgerliche Bedingungen

Die Vertragsbedingungen, die Danzl besonders ärgerten, waren die 20 Jahre Laufzeit ohne Kündigungsrecht aufseiten des Klinikums, der ungehinderte Zugang zum Funkmast 24 Stunden am Tag jahrein und jahraus sowie die Vorgabe, alle Maßnahmen am Gebäude mit dem Betreiber abzustimmen. "Das heißt, dass ich nicht einmal für Sanierungsarbeiten die Straße für einen Tag sperren dürfte. Und das Schwesterhochhaus ist aus den 60er-Jahren. Da muss immer irgendwas gemacht werden - selbst Balkonsanierungen müsste ich theoretisch vom Funkmastbetreiber absegnen lassen."

Natürlich sei der Behördenfunk wichtig, es sei undenkbar, dass man Rettungswagen, Polizei oder Feuerwehr rufe und die seien nicht erreichbar, so Danzl. Deswegen sei er ja auch bereit gewesen, die Antenne auf dem Dach des Schwesternheimes zu lassen. Unter den gegebenen Umständen aber nicht. Einmal hätte es noch E-Mail-Kontakt mit dem Betreiber gegeben, seitdem sei "Schweigen im Walde", so Danzl.

Ortstermin am Alternativstandort

Neben dem Schwesternhochhaus im Inn-Salzach-Klinikum war noch ein zweiter Standort im Gespräch. Da kamen die Beauftragten des Innenministeriums auf die Stadt zu, bestätigte Bürgermeister Michael Kölbl. Der ausgewählte Standort zwischen Rottmoos und Kobl "zwischen alter und neuer B15 im Wald" liegt ziemlich exakt auf der Gemeindegrenze Wasserburgs mit Soyen. Das Grundstück gehört dem Bezirk Oberbayern, sein Kollege Karl Fischberger und er stünden aber als Vermittler zur Verfügung, so Kölbl. Ein gemeinsamer Ortstermin sei angeboten worden, kam aber bisher noch nicht zu Stande.

Das soll nun wohl in den nächsten zwei Wochen über die Bühne gehen, so die Auskunft aus dem Bauamt, denn die Funkmastbetreiber hätten es auf einmal eilig.

syl/Wasserburger Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

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