Sechster Verhandlungstag

Polizisten-Prozess: Angeklagter schildert Tat

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Wasserburg/Rosenheim - Hatte ein Polizist einen Mann misshandelt? Dies prüft derzeit das Rosenheimer Amtsgericht. Zuletzt hatte ein interner Ermittler den Angeklagten belastet.

Der sechste Verhandlungstag:

Zuerst ging es beim sechsten Verhandlungstag um die sichergestellten Beweise: die Handschuhe des angeklagten Polizisten und ein Handyvideo eines 26-jährigen Brauers. Ein molekulargenetisches Spurengutachten erbrachte die Erkenntnisse, dass keine DNA-Spuren des Geschädigten darauf zu finden sind. Dies könnte ein Beleg dafür sein, dass es sich bei den Handschuhen nicht um die "Tathandschuhe" handelt. Das Handyvideo zeigte aufgrund technischer Schwierigkeiten des Filmenden lediglich drei verschwommene Personen in der Dunkelheit. Lediglich die Zwischenrufe wie zum Beispiel "Das ist nicht korrekt" deutet die gefilmten Geschehnisse an.

Da der angeklagte Polizist Strafanzeige gegen den Programmierer gestellt hat, musste der Beamte die Geschehnisse der Nacht aus seiner Sicht schildern. Der Programmierer sei auf einer Streifenfahrt negativ aufgefallen und deshalb einer Personenkontrolle unterzogen worden. Der Beamte habe schon wieder ins Auto steigen wollen, als er von dem Mann mit der Faust gegen die Schulter geschlagen worden. Beim Versuch, den Mann zu fixieren sei es dann zu Tritten und Schlägen von Seiten des Programmierers gekommen. Als es gelang, den Mann auf den Boden zu drücken, habe dieser den Beamten in die Hoden gegriffen und fest zugedrückt. Die Schmerzen hätten ihn veranlasst öfters gegen Kopf und Nacken des Programmierers zu schlagen. Der Beamte habe Strafanzeige gestellt, weil er sich beleidigt und in der Ehre verletzt gefühlt hatte.

Als nächster Verhandlungstag wurde der 29. August festgesetzt. Das Urteil könnte dann am 26. September fallen.

Die Ereignisse der Silvesternacht 2012:

Lesen Sie dazu auch:

Wie rosenheim24.de im Januar 2013 berichtete, war es in der Silvesternacht vor einer Wasserburger Bar zu einem Einsatz gekommen. Der 52-Jährige sei damals als Unbeteiligter dazu gestoßen und habe die Beamten auf ihren in seinen Augen zu groben Umgangston aufmerksam gemacht. Daraufhin sei der Mann überwältigt, zu Boden gebracht und gefesselt worden. Nach Darstellung des Geschädigten, folgten mehrere Faustschläge im Polizeiauto. Zudem habe der Beamte seinen Arm gegen den Hals des damals 52-Jährigen gedrückt, ihn beleidigt und seine Arme seien durch die Fixierung mehrfach stark überdehnt worden. Auch auf der Dienststelle hätten die Übergriffe nicht aufgehört: Der Mann sei mehrfach gegen die Wand gedrückt worden, er hätte sich dann bis auf die Unterhose ausziehen müssen und sei erneut zu Boden gebracht und fixiert worden.

Den ausführlichen Bericht lesen Sie unter ovb-online.de oder in Ihrer gedruckten Heimatzeitung.

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © pa/privat

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