Seit zehn Jahren kräftige Unterstützung

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Informationen, Kontakte und gute Gespräche gab es beim zehnten Jubiläum der Berufsbörse an der Hauptschule Wasserburg.

Wasserburg - Seit zehn Jahren gibt es an der Hauptschule einen "Berufsorientierungsabend". Damit war die Schule Vorreiter. Bei einem Fest wurde auf die Entwicklung zurückgeblickt.

Der Berufsorientierungsabend für die achten Regel- und die Mittlere-Reife-Klassen an der Hauptschule Wasserburg geht nach Erfahrungen von Rektor Franz Stein weit über die Pflicht hinaus. Er habe sich zu einer erfolgreichen Veranstaltung entwickelt, die Firmen, Eltern und vor allem die Schüler anspreche. Die könnten auf dem Weg zur Berufswahl Unterstützung von allen Seiten gebrauchen, so der Pädagoge.

Der gab allerdings Verantwortung auch weiter: Es müsse klar sein, dass alle Angebote und Hilfen nicht das Interesse und das Engagement der Schüler ersetzen könnten, betonte Stein bei der Eröffnung des Festes.

Im Jahr 2000 hatte Sozialpädagogin Claudia Fischer den Berufsorientierungsabend mit Ausbildungsvertretern vor allem für die Praxisklassen ins Leben gerufen und gute Erfahrungen mit der Vernetzung von Schule, Betrieben und Handwerk gemacht. Seither ist die Berufsbörse ständig gewachsen und mittlerweile wird ein breites Spektrum an Lehrberufen vorgestellt.

Heuer konnten sich die Schüler bei 37 überwiegend regionalen Ausbildungsvertretern (Betriebe und Fachschulen) von A wie Autohaus über B wie Berufsfachschulen und F wie Finanzamt bis Z wie Zimmerer über Berufe informieren, die für Hauptschüler relevant sind. Im Gegenzug nutzen die Ausbildungsvertreter die Plattform, um ihre Betriebe sowie bekannte und auch weniger bekannte Ausbildungsberufe vorzustellen.

Aktuell stellte Rektor Stein eine Entspannung auf dem Ausbildungsmarkt gegenüber 2007 fest. Man merke deutlich, dass die Zahl der Schüler zurückgehe und sich die Firmen wieder mehr um die Auszubildenden bemühen würden. Von den 29 Mittlere-Reife-Absolventen haben bis auf drei alle einen Ausbildungs- oder Schulplatz, von den Regelklassen ist rund ein Drittel noch ohne Ausbildungsplatz, "aber da geht schon noch was", ist sich Stein sicher.

"Schule gelingt, wenn der Übergang ins Berufsleben gelingt. Doch in diesem Bereich müssen die Jugendlichen mehr an die Hand genommen werden", forderte Sozialpädagogin Claudia Fischer. Hier bräuchten die Jugendlichen auch die Unterstützung der Eltern. Zudem würden Praktika helfen, Kontakte zwischen Schülern und Betrieben herzustellen. Hier könnten die Schüler dann mit ihrem persönlichen Einsatz auch ohne Zeugnisnoten überzeugen. Und es ergebe sich eine gute Gelegenheit, den eigenen Berufswunsch nochmals zu überprüfen. In vielen technischen Berufen seien die schulischen Anforderungen gestiegen, sagte die Sozialpädagogin. Hilfe gebe es bei Bedarf auch von den 18 externen Berufspaten, die die Schüler rund um die Berufswahl unterstützen.

Für Maximilian Huber stand nach der Berufsbörse fest: "Ich gehe zur Bundeswehr". Wie er, waren auch viele weitere Schüler vom Ausbildungsangebot der Bundeswehr überrascht. Auch Silvia Alzinger war von der Veranstaltung begeistert, "denn die Ausbildungsvertreter haben sich viel Zeit für das Gespräch mit Schülern und Eltern genommen." Sie hatte sich mit ihrem Sohn informiert und möchte ihn auch weiterhin bei seinem Berufswunsch unterstützen. Er hat, neben der Bundeswehr noch den Beruf des Molkereifachmanns ins Auge gefasst.

Großes Interesse weckten die heimischen Milchverarbeitungsbetriebe, die in der "Milchstraße" zusammengefasst waren, die klassischen Handwerksbetriebe, Polizei, öffentliche Einrichtungen, Banken und nicht zuletzt die Kosmetikschule München, die mit Berufsperspektiven im Wellnessbereich und rund ums "Rampenlicht" lockte.

Bei einem gemütlichen Beisammensein mit Brotzeit und den musikalischen Klängen von "Max Hurricane and the Escalators" wurde das zehnjährige Bestehen der Berufsorientierung im Anschluss noch ein wenig gefeiert.

ca/Wasserburger Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

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