Servus, das war's!

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Wuselnde Kinder im Museum, die so herzhaft über die Ausstellungsstücke staunen können, an die Geschichte heranzuführen - dieser Teil seiner Arbeit hat Museumsleiter Ferdinand Steffan besonders viel Freude gemacht

Wasserburg - Die Schüler und Lehrer sind längst in den wohlverdienten Ferien, damit ist auch für das Städtische Museum die Saison der museumspädagogischen Einsätze zu Ende.

Kindern Geschichte nahezubringen, das war Museumsleiter Ferdinand Steffan eine Herzensangelegenheit.

Museumspädagogik, das heißt im Rahmen des Projektunterrichts einzelne Themen des Lehrplans an Hand von Objekten und Sammlungseinheiten den Kindern anschaulich und "begreifbar" im wörtlichen Sinn nahezubringen. Eine Aufgabe, die dem Lehrer und Museumsleiter Ferdinand Steffan über Jahrzehnte besonders wichtig war.

Wie viele Klassen er im Laufe der Jahrzehnte betreut hat, in den letzten Jahren unterstützt von Ingrid Unger, lässt sich kaum noch feststellen. Sicher ist aber, dass das Wasserburger Museum im Kreis der Sammlungen zwischen München und Salzburg einen Spitzenplatz eingenommen hat. Und dabei ging es nicht nur um Führungen, auch Unterrichts-, Bastel- und Spielmaterial entstand.

Die Liste der thematischen Angebote für alle Schularten und viele Fächer, die Handreichungen für Lehrer und die Materialien für Kinder füllt etliche Seiten. Allein die "Objekte des Monats" beinhalten so unterschiedliche Themen wie die Wasserburger Schrannenmaße, Plättenbau und Schifffahrt am Inn, die Wagnerei Maikäfer, häusliche Schnupftabakherstellung oder Möbel als Heiratsgut und Zeichen sozialer Stellung. Arbeitsblätter und dazugehörende Begleithefte für Lehrer verfasste Ferdinand Steffan - zum Teil mit Hans Baumgartner, zum Teil mit Kolegen vom Gymnasium - zu Themen der Vor- und Frühgeschichte ebenso wie zu Zunftzeichen, zum Salzhandel oder zum Rathaus.

Papierkrippen zum Basteln oder Ausmalen, Ankleidepuppen zur Wasserburger Tracht des 16. bis 18. Jahrhunderts, ein Malbogen mit einem Salzfuhrwerk vor Wasserburg, eine Puppenküche aus Papier und ein Malbogen von einer Musikkapelle mit Instrumenten wie sie Mitte des 19.Jahrhunderts auch zur Wasserburger Landwehr gehörten entstanden im Laufe der Jahrzehnte, in den letzten Jahren kamen eine Museumsrallye sowie Kreuzworträtsel für Kinder und Erwachsene hinzu.

Mit den Jahren hatte sich ein Stamm von Schulen herausgebildet, der regelmäßig das Museum in sein Bildungsprogramm eingebunden hat, wobei das Einzugsgebiet vom Inntal über den Chiemgau bis in den Osten von München reichte. Nicht zuletzt hatten auch regelmäßige Fortbildungsveranstaltungen des Hauses selbst und der Schulämter für einen Bekanntheitsgrad gesorgt, auf den nun die Nachfolger zurückgreifen können, "wenn es auch durch Lehrplanänderungen immer schwieriger wird, die organisatorischen Probleme zu lösen", wie Steffan befürchtet.

Angenehmer Nebeneffekt der museumpädagogischen Arbeit für das Heimathaus: die Schulklassen stellten, vor allem in den letzten Jahren, rund ein Drittel der Museumsbesucher.

Am 31.Oktober geht Ferdinand Steffan zum zweiten Mal nach seiner Pensionierung als Lehrer in den Ruhestand, am 1.November beginnt die neue Museumsleiterin. Bis dahin sind die Schulen meist noch nicht so weit, dass sie wieder ins Heimathaus gehen. Für Ferdinand Steffan ist die Zeit als Museumspädagoge beendet. Sein Fazit? "Spaß hat es auf alle Fälle gemacht, den Einstieg in die Geschichte zu vermitteln."

fst/syl/Wasserburger Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

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