Für sich und andere Gutes tun

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Voll besetzt waren am Samstag Abend die 70 Spinningräder in der Badria-Halle.

Wasserburg - Am Ende hatten es einige tatsächlich geschafft und 24 Stunden sportlich durchgehalten: Der zweite "Badriathlon" hatte deutlich über 200 Teilnehmer, mehrere tausend Euro für zwei Hilfsprojekte kamen zusammen.

"Zwischendrin ist immer amoi zach, aba des woas ma ja." Michael Köhldorfner vom "Schellen Sau"-Radlteam war einer der Unentwegten, die tatsächlich gestern Mittag auf 24 Stunden Sport zurückblicken konnten. Sicher auch mit Erleichterung, vor allem aber mit Stolz stieg er vom Spinning-Rad, nachdem Schirmherr Bürgermeister Michael Kölbl und Vorsitzender Andreas Bauer vom veranstaltenden Wasserburger Verein "Begegnungen mit Menschen" mit der großen Uhr in der Badria-Halle die letzten zehn Sekunden heruntergezählt hatten.

Davor lagen für die Sportler 24 anstrengende Stunden - und für das Organisationsteam noch einige mehr. Denn eine Großveranstaltung für Läufer, Schwimmer und Radfahrer auf die Beine zu stellen, bedeutet eine Menge Arbeit.

Geleistet wurde sie für Menschen, die besonders Hilfe brauchen: Der Verein "Interplast Germany", mit dem Ärzte und Fachpersonal ehrenamtlich in Entwicklungsländern plastische Operationen durchführen, und die OVB-Weihnachtsspendenaktion für die Björn Schulz Stiftung und ihren Irmengardhof in Gstadt, in dem sich krebs- oder chronisch kranke Kinder erholen werden, erhalten den Ertrag zu gleichen Teilen.

Wie hoch der genau ist, das konnten die Organisatoren gestern noch nicht sagen. "Mehrere tausend Euro werden es aber sicher werden", so Sebastian Graßl - auch weil für den Badriathlon nicht nur die Sportler und ihre Sponsoren gespendet hatten, sondern ebenso viele Geschäfte: Die Verpflegung für die Teilnehmer und ihre Anfeuerer war komplett kostenlos.

Beim Startschuss am Samstag um 12 Uhr war gleich eine Menge los in der Badria-Halle, auf der Laufbahn des Stadions und im Schwimmbad. Denn in allen drei Disziplinen wollten sich Sportler an der 24-Stunden-Marke versuchen.

Und tatsächlich schafften das auch mehrere. So hielten auf dem Spinningrad neben Michael Köhldorfner auch Thomas Metzger und Rosi Keilhacker durch. Sie machten nur Fünf-Minuten-Pausen für die Verpflegung und die Toilette. Auf der Laufbahn hatte Dietmar Mücke am Ende die 100 Kilometer voll gemacht. Und die 15-jährige Simone Thaler und der gleich alte Matthias Mergner aus Trostberg hatten gestern Mittag 60 Kilometer geschwommen - jeweils 30 im stündlichen Wechsel.

Damit hatten sie zwar ihr Ziel, die 65 Kilometer, nicht ganz erreicht, "weil wir so um 2 Uhr einfach einen Durchhänger hatten und etwas schlafen mussten", so Simone. Trotzdem konnten sie absolut stolz sein auf ihre Leistung - so wie auch alle anderen, die nicht nur gespendet, sondern "sich richtig selber hinein gehängt haben", so Daniel Kothe von der Björn Schulz Stiftung anerkennend.

Auch zwei Schwimmer hielten volle 24 Stunden durch.

Und das waren diesmal deutlich mehr als beim ersten Badriathlon im Herbst 2009. Am Samstag Abend waren alle 70 Spinningräder in der vom KPG-Team immer mit anfeuerndem Sound versorgten Badria-Halle besetzt, es gab sogar Wartelisten. Einige Teilnehmer absolvierten tatsächlich einen Triathlon, also alle drei Disziplinen. Einer lief auf der Kunststoffbahn seinen ersten Marathon. Kein Wunder, dass zum Ausgleich auch die Sauna, die vom Badria für die Sportler diesmal 24 Stunden offen gehalten wurde, fast immer besucht war.

Die jüngste Teilnehmerin war die zweijährige Lena, die immerhin 400 Meter lief, ältester Sportler vermutlich ein 75-Jähriger, der als Walker auf der Bahn seine Runden drehte und dies nur wegen massiver Schmerzen ein paar Stunden unterbrach.

Schirmherr Michael Kölbl war denn auch am Ende voll des Respekts. Er hatte zu Beginn selbst mitgeradelt und schaute zum Ende noch einmal nach den Sportlern und den Organisatoren. "Eine wahnsinnige Leistung" lobte er: "Da macht man gerne Schirmherr."

koe/Wasserburger Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

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