Sichere Bahnen für Fußgänger

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Mehrere Gehbahnen haben die Bauhofmitarbeiter durch den Schnee auf dem Platz hinter der Frauenkirche gezogen und damit ihrer Räum- und Streupflicht genüge getan.

Wasserburg (WZ) - 90 Personen landeten am Wochenende zumindest ambulant im Krankenhaus, weil sie auf dem Eis, das der gefrierende Niederschlag hinterlassen hatte, gestürzt waren und sich verletzt hatten.

"Da hätte die Stadt doch streuen müssen", das mag sich manch einer gedacht, ein anderer geschimpft haben. Nein, muss sie nicht unbedingt.

In der Hofstatt, der Fußgängerzone in der Salzsenderzeile oder auf dem Platz hinter der Frauenkirche muss nicht komplett geräumt und gestreut werden. "In der Hofstatt zum Beispiel legen wir eine Spur auf der Fahrbahn, räumen einen Weg zwischen der Halle und den Hauswänden", erklärt Guido Zwingler, der Leiter des städtischen Bauhofes. Hinter der Frauenkirche und in der Fußgängerzone wird jeweils mindestens eine Gehbahn geschaffen, aber nicht komplett geräumt.

Am Samstag, als die gefrierende Nässe besonders schlimm war, waren die Truppen des Bauhofes mehrfach im Einsatz. "Das war auch der einzige Tag bisher, an dem sich die Klagen häuften", so Zwingler. Da sei das Kopfsteinpflaster besonders glatt gewesen, genau wie das Pflaster in der Ledererzeile, "aber da sind die Anwohner zuständig."

Laut der städtischen Verordnung über die Reinigungs-, Räum- und Streupflicht müssen die Bürgersteige von den Anliegern frei und sicher für Fußgänger gehalten werden. Und zwar werktags ab 7 Uhr, sonn- und feiertags ab 8 Uhr, Feierabend ist erst um 20 Uhr. Bis dahin müssen Besen und/oder Schneeschaufel so oft geschwungen werden, "wie es zur Verhütung von gefahren für Leben, Gesundheit, Eigentum oder Besitz erforderlich ist", so heißt es in der Verordnung. Sand oder Splitt streuen dürfen Anwohner, Salz nur in Ausnahmefällen, "bei besonderer Glättegefahr", so die Verordnung. Die war am Samstag wohl gegeben, denn der Bauhof hat ausnahmsweise auch den Marienplatz direkt vor dem Rathaus komplett gestreut.

Bei Bürgersteigen ist die Lage also klar, aber wie ist es, wenn es - wie beispielsweise in der Hofstatt - keine Gehwege gibt? Dann muss laut Reinigungs-, Räum- und Streuverordnung ein am Rand der Fahrbahn "benutzbar vorhandener Teil der öffentlichen Straße in einer Breite von einem Meter" freigehalten werden. Durch die Anlieger. Wobei wie erwähnt der Bauhof ohnehin Gehbahnen zieht. Wer als Anwohner oder Geschäftsinhaber den Weg zur Eingangstür frei und sicher haben will, muss sich selber darum kümmern.

Heftige Beschwerden über den Winterdienst habe es insgesamt bisher nicht gegeben, so Zwingler. Amüsiert erzählt er, dass sich ein Herr aus Reitmehring beschwert habe, dass in der Seestraße gesalzen werde, andererseits aber diverse Anlieger eben der Seestraße im Bauhof anriefen und fragten, warum denn nicht endlich gesalzen werde. "Ganz normal" findet Zwingler das mittlerweile.

Nicht ganz normal war der Bauhof-Einsatz am Montag, da waren Zwinglers Truppen nahezu rund um die Uhr unterwegs, wurden des Schnees Herr und auch am gestrigen Dienstag waren immer wieder die Bauhof-Fahrzeuge zu sehen, räumten hier, streuten da. Je nachdem, was der Plan des differenzierten Winterdienstes vorsieht. Und auch wenn der Winter mit Schnee und Eis noch eine Weile dauern sollte, dann funktioniert das mit dem Streuen noch. "Das Salz geht uns so bald nicht aus", lacht Zwingler, der sich auch den bundesweit gemeldeten drohenden Salzmangel nicht wirklich vorstellen kann. Eine kleine Menge Streusalz nachbestellt hat er vorsichtshalber trotzdem.

syl/Wasserburger Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

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