"Erfolgskonzept" bald 40 Jahre alt

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Landkreis - Der Simssee gehört zu einem der saubersten Seen im Landkreis. Nicht lange ist es her, da musste man noch fürchten, dass der See "umkippt" und zu einem toten Gewässer wird.

Wer heute die herrliche Simsseelandschaft genießt, an einem der zahlreichen Badeplätze angenehme Stunden verbringt oder sich an heißen Tagen in das kühle Nass stürzt, der vermutet kaum, dass es gar nicht so lange her ist, dass die Gefahr bestand, dass der See "umkippt" und zu einem toten Gewässer zu werden drohte.

Vor knapp 40 Jahren begann der erfolgreiche "Kampf" der Simssee-Anliegergemeinden Bad Endorf, Riedering, Stephanskirchen, Prutting und Söchtenau, den See - ein Kleinod und Schatz der Natur mit besonderer Flora und Fauna - zu retten. Heute zählt der Simssee zu einem angenehmen, sauberen und gut besuchten Badesee in Oberbayern. Nicht nur für den vor über 40 Jahren aufkommenden "sanften" Tourismus in der Simsseeregion hätte das "Umkippen" des Sees für längere Zeit das Aus bedeutet, sondern auch die ökologischen Schäden wären katastrophal gewesen.

Der am Ende der letzten Eiszeit aus dem Inngletscher entstandene Simssee drohte Mitte des vergangenen Jahrhunderts auch zu verlanden. Mit einer Wasseroberfläche von knapp sieben Quadratkilometern, aber einem Einzugsgebiet von etwa 60 Quadratkilometern, ist der Simssee im Vergleich zum benachbarten Chiemsee, dem "Bayerischen Meer", zwar wesentlich kleiner, aber speziell dem Verhältnis von "Wasseroberfläche zum Einzugsgebiet" kommt dem Simssee eine besondere Bedeutung zu. Er ist für Wissenschaftler, Touristiker und Ökologen interessant.

Der damalige Landrat Georg Knott lud bereits am 13. November 1959 zu einer Expertenrunde ein, weil drei Bürger nach dem Baden im Simssee erkrankt waren. Der See war stark mit häuslichen und landwirtschaftlichen Abwässern belastet, was zu einer zusehends schlechteren Wasserqualität führte. Nach dem Expertengespräch begannen die Planungen zur Rettung des Sees. Lange Zeit verzögerten allerdings die hohen Kosten schnelle und wirkungsvolle Maßnahmen. Nach vielen vorbereitenden Gesprächen mit Fachbehörden und kommunalen Vertretern sowie mit Landratsamt, Landwirtschaftsamt und Wasserwirtschaftsamt gelang es, den Kanalzweckverband (KZV) Simssee ins Leben zu rufen, der später in Abwasserzweckverband (AZV) Simssee umbenannt wurde.

Am 26. Januar 1973, also vor knapp 40 Jahren, fand die Gründungsversammlung statt, auf der auch eine Verbandssatzung erlassen wurde. Mitglieder der Gründungsversammlung waren die Bürgermeister Lorenz Linseis aus Bad Endorf, Franz Leipold aus Stephanskirchen, Alfons Maier aus Söchtenau, Georg Thuspaß aus Prutting, Rupert Vodermaier aus Neukirchen, Josef Bartl aus Pietzing, Johann Winkler aus Riedering und Rupert Obermayer aus Söllhuben.

Verbandsvorsitzender wurde seinerzeit Bürgermeister Lorenz Linseis aus Bad Endorf. Die Geschäftsführung des Verbandes wurde anfangs ebenfalls durch die Gemeindeverwaltung Bad Endorf ausgeführt. Gründungsmitglieder waren die Gemeinden Bad Endorf, Neukirchen, Pietzing, Prutting, Riedering, Söchtenau, Söllhuben und Stephanskirchen. Durch die 1978 vollzogene Gemeindeverwaltungsreform wurden die bis dato selbständigen Gemeinden Neukirchen, Pietzing, Riedering und Söllhuben zur politischen Gemeinde Riedering zusammengelegt.

Im Jahre 1984 wurde der Geschäftssitz des AZV Simssee nach Stephanskirchen verlegt. Seit der Gründung wurden zum Erreichen der Verbandsziele erhebliche Kosten aufgewendet. Ziel des Schutzkonzeptes ist es, den Nährstoffeintrag aus der umliegenden und überwiegend landwirtschaftlich genutzten Fläche auf ein Minimum zu reduzieren. In freiwilliger Kooperation mit den hiesigen Landwirten werden entsprechende Maßnahmen erörtert und durchgeführt.

Die Motivation der teilnehmenden Landwirte sei groß und belege immer wieder, dass Ökologie und Ökonomie beim "Simssee-Schutzkonzept" an einem Strang ziehen. Bei jeder Verbandsversammlung des AZV Simssee, so auch bei der Versammlung vor wenigen Tagen im Stephanskirchener Rathaus, ist es zwischenzeitlich Usus, dass der Verbandsvorsitzende, Stephanskirchens Bürgermeister Rainer Auer, das Wort an die Projektleiterin des "Simssee-Schutzkonzeptes", Diplom-Agrar-Ingenieurin Edeltraud Wissinger vom Planungsbüro Ecozept, richtet, damit diese den neuesten und überwiegend erfreulichen Sachstandsbericht den Verbandsräten zurKenntnis bringt und weitere Vorgehensweisen beschlossen werden können.

je/Oberbayerisches Volksblatt

Quelle: rosenheim24.de

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