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Sirenenalarm weil Schnitzel anbrennt

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Wasserburg - Die Fehlalarme in Wasserburg haben sich gehäuft. Die Feuerwehr ist gefrustet und mancher Arbeitgeber verärgert.

Bei Arbeiten am Bühnenboden im Belacqua ging der Brandmeldealarm wegen Staubentwicklung los, in der Schranne, weil ein Hörnchen etwas zu lange gebacken wurde und im Grainhof, weil im Betreuten Wohnen ein Schnitzel anbrannte. In allen drei Fällen innerhalb weniger Tage ging die Sirene los und rückte die Feuerwehr mit zwei Autos aus. Bis die Polizei kam, war die längst wieder weg. Die Fehlalarme frustrieren die aktiven Feuerwehrler und ärgern Arbeitgeber, wenn die Mitarbeiter häufiger als notwendig über Sirene zum Einsatz gerufen werden.

Umgestellt ist die Alarmierungstechnik seit einigen Monaten, als die Intergrierte Leitstelle in Rosenheim in Betrieb ging. Seither gelten neue Alarmierungsrichtlinien und seither geht von 7 bis 18 Uhr die Sirene an, wenn in Wasserburg ein Brandmelder aktiviert wird und mehr als ein Auto zum Einsatz gebraucht wird. "Die Anlagen reagieren halt manchmal auch auf Gewitter, dann hat die Alarmierung einfach gar nichts mit der Intergrierten Leitstelle zu tun", sagt Kreisbrandinspektor Georg Wimmer.

Er führt die vielen Fehlalarme auf verschiedene Dinge zurück. So seien aufgrund baulicher Vorgaben viele Brandmelder dazugekommen. Ein zweiter Grund seien technische Fehler bei den Brandmeldern oder auch verkehrte Melder. Das hätten Techniker zum Beispiel im Inn-Salzach-Klinkum irgenwann in Griff bekommen, wo es eine Zeit lang Probleme mit Fehlalarmen gegeben habe. Außerdem gebe es verschiedene Typen und welche eingebaut werden, sei halt eine Preisfrage. Die billigsten sprechen auf Rauchentwicklung an, dann kommen Melder, die speziell auf die Temperatur ansprechen, teuerer wird es, wenn Elektronik die Temperaturdifferenz misst und am teuersten sind Ionen-Melder. "Und dann ist natürlich die Wartung der Anlagen wichtig", sagt der für Wasserburg zuständige Kreisbrandinspektor.

Er nennt aber auch einige Möglichkeiten, wie Fehlalarme reduziert werden könnten. Die richtige Wartung wäre das einfachste. Aber auch Aufklärungsarbeit bei Planern, dass die richtigen Meldertypen verwendet werden. Aufklärung auch bei Handwerken, damit sie bei ihren Arbeiten den Melder abdecken. Das war zum Beispiel bei den Arbeiten im Belacqua nicht geschehen.

Bei diesem Alarm gleich zum gemeldeten Brandort gelaufen ist Manuel Pöhmerer, er arbeitet gleich daneben. Der Feuerwehr-Kreisjugendwart erzählt von derzeit bis zu drei Fehlalarmen am Tag. Manchmal seien bei den Meldern einfach die Akkus alt und springen an, ärgert er sich. Dabei werde es tagsüber immer schwieriger, dass bei Einsätzen genügend freiwillige Aktive zusammenkommen, "jemand im Einzelhandel zum Beispiel kann nicht jederzeit einfach weg". Die vielen Fehlalarme seien für die Aktiven ziemlich demotivierend. Wie auch die Rückmeldungen wegen des häufigen Sirenenalarms. "Das schimpfen zum Beispiel Schichtarbeiter, die nicht schafen können". Am meisten ärgert er sich über die Ansicht, dass die Feuerwehr vielleicht billiger ist als etwa Wartungsarbeiten an der Meldeanlage. Seiner Meinung nach sollten viel mehr Rechnungen geschreiben werden für Einsätze, wo nachweislich geschludert wird, was Wartung der privater Anlagen anbelangt, wenn billige, aber falsche Anlagen eingebaut werden oder wenn Handwerker nicht die notwenige Sorgfaltspflicht walten lassen.

Im Falle des Alarms im Belacqua bekommt die Firma, die mit den Arbeiten beauftragt war, eine Rechnung von der Stadt. Zuständig dafür ist Peter Reinthaler. "Ganz klar, die Fehlalarme haben zugenommen und in der Regel schicken wir eine Rechnung, nur ist das nach dem Feuerwehrgesetz nicht immer möglich". Wenn er von der Feuerwehr den Bericht über den Einsatz bekommen hat, bekommen Betroffene den Kostenbescheid, können aber dazu Stellung beziehen, "was selten passiert". Im Haushalt stehen in diesem Jahr 15.000 Euro auf der Einnahmeseite für die Stadt für Dienste der Feuerwehr außerhalb ihres originären Auftrags. Dazu gehören unter Umständen auch die Kostenerstattung zu Fehleinsätzen. Das meiste allerdings sind Kostenerstattungen für Einsätz für die Beiseitigung von Ölspsuren bei Unfällen, das Ausleuchten der Unfallstelle oder auch die Hilfe bei Parkplatzeinweisungen bei Großveranstaltungen.

vo/Wasserburger Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

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