Solide Finanzlage

Haag - Einstimmig befürwortete der Gemeinderat den Haushalt der Hospital- und Leprosenhausstiftung. Bei den Investitionen schlugen vor allem die Renovierungsmaßnahmen für das Vereinshaus zu Buche.

"Angemessen dem Baufortschritt" gestaltete Kämmerer Manfred Mörwald den Haushalt der Stiftung und stellte in der Bilanz fest: "Die energetische Sanierung dämpft die Ausgaben." Mit Blick auf die Investitionen der folgenden Jahre stufte er die Finanzlage der Stiftung als unproblematisch ein.

In der knappen Diskussion warf Sissi Schätz (SPD) wieder die Grundsatzfrage nach dem Stiftungszweck auf. Die Gemeinde als Verwalter der Stiftung konzentriert sich ihrer Meinung nach zu stark auf die Senioren in St. Kunigund. Denen gehe es jedenfalls gut. Auflage der historischen Haager Stiftung aber sei es, sich um "Leute in Haag" zu kümmern, "die arm dran sind". Bürgermeister Hermann Dumbs pflichtete bei, sah darin aber eine eigene schwierige Thematik.

Der Gesamthaushalt der Stiftung beläuft sich auf 493 900 Euro mit 130 600 Euro im Verwaltungshaushalt und 363 300 Euro im Vermögenshaushalt. Der Hauptposten des Vermögenshaushaltes bestand bei den Ausgaben in 348 000 Euro Investitionen neben 15 300 Euro für Schuldentilgung. Aus den Rücklagen wurden 226 700 Euro entnommen.

Beim Verwaltungshaushalt stiegen die Einnahmen aus den forstwirtschaftlichen Erzeugnissen des Stiftungswaldes leicht auf 6000 Euro. Die Mieten erhöhten sich um vier Prozent auf 19 100. Um zehn Prozent höher fiel die Erbpacht des Seniorenheimträgers Caritas mit 87 500 Euro aus. Die Ausgaben bezifferte Kämmerer Manfred Mörwald mit 15 600 Euro für den Unterhalt, 11 900 für Geschäftsausgaben, 5000 für den Stiftungszweck, 5000 für die Verwaltungskostenumlage, 5500 für Darlehenszinsen und 87 600 Euro für die Zuführung zum Vermögenshaushalt.

So stieg das Haushaltsvolumen gegenüber dem Vorjahr um ein Prozent. Der Investitionsbedarf lag heuer bei 348 000 Euro, im Jahre 2009 bei 319 500 Euro. Das Anlagevermögen wird sich nach Berechnung des Kämmerers von 3,54 auf 4,21 Millionen Euro erhöhen. Die Rücklagen dagegen sinken von 11,79 auf 9,52 Millionen.

Kontinuierlich konnte die Stiftung Schulden abbauen. Stand sie 1987 noch mit 1,19 Millionen Euro in der Kreide, sank 1992 die Summe auf 991 000 Euro. Im Jahr 2000 zählte man noch 836 000 Euro, heute sind es 682 000. Im Anstieg befanden sich die Rücklagen, die von 499 000 Euro im Jahr 1988 auf über eine Million im Jahr 2002 kletterten und nach einem Höchststand im Jahre 2008 nun leicht sanken

Die energetische Sanierung des Vereinshauses hatte der Gemeinderat 2009 beschlossen. Im selben Jahr wurden noch 180 000 Euro verbaut. Heuer rechnet man mit 245000 Euro Kosten. Die zugesagten Fördermittel von 245000 Euro im Rahmen des Konjunkturpakets wurden bereits zum Großteil ausgezahlt.

Einen besonderen Stellenwert bei den fortlaufenden Renovierungen nimmt das Dachgeschoss ein, das dem Alpenraum mit Büro und Klettermöglichkeiten vermietet werden soll. Die Baukosten sind auf 47 000 Euro geschätzt. Die Stiftung hat mit Ausgaben in Höhe von 20 000 Euro für Heizung und Elektromaßnahmen zu rechnen. Ein konkretes Finanzierungskonzept folgt mit der Planung.

xy/Wasserburger Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

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