Große Spende bringt die Wende

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Diese Fläche hinter dem Rotter Feuerwehrhaus war schon vor zweieinhalb Jahren als idealer Kindergarten-Standort angesehen worden, aber bisher immer zu teuer. Nun konnte die CSU überraschend 120.000 Euro an Spenden dafür einsammeln.

Rott - Er war bis zuletzt umstritten, der Standort Meiling für den neuen Rotter Kindergarten. Am Donnerstagabend nahm die Angelegenheit im Gemeinderat eine unerwartete Wende:

Die CSU hatte eine größere Spende an Land gezogen und ermöglicht damit den Ankauf eines deutlich zentraleren Grundstücks hinter dem Feuerwehrhaus.

Möglicherweise hat das Tauziehen um den besten Standort für den Kindergarten nun ein Ende, das schon im November 2007 begann. Damals waren nach einer Untersuchung drei mögliche Standorte für einen Kindergarten-Neubau vorgestellt worden. Das war zum einen das Lehrerwohnhaus, das mittlerweile für die Mittagsbetreuung genutzt wird. Außerdem waren die beiden freien Grundstücke in Rott-Nord im Gespräch, wobei das eine ein Mischgrundstück war und das andere für reines Wohnen im Bebauungsplan vorgesehen war.

Favorisiert wurde schon damals das Grundstück hinter der Feuerwehr. Es ist sehr zentral gelegen und nur durch eine Sackgasse erreichbar, somit nicht gefährdet durch den Verkehr. Zudem könnten die Parkplätze der Feuerwehr mit benutzt werden. Von den zur Verfügung stehenden 3100 Quadratmetern würden zirka 1500 in Anspruch genommen werden, damit blieben noch Flächen für eine Erweiterung für eine Kinderkrippe oder -hort. Und auch die Ausrichtung hinsichtlich der Sonneneinstrahlung ist ideal.

Doch die Verhandlungen scheiterten damals schnell, da die Preisvorstellungen des Verkäufers weit über dem im Gemeinderat beschlossenen Limit lagen. Und so gab es weitere Vorschläge und einen politischen Wettbewerb um die beste Lösung in Rott.

Die CSU favorisierte im Mai 2009 das Grundstück im Siedlungsgebiet Rott-Nord. In einem Antrag der SPD vom Juni 2009 wurde der große Spielplatz an der Alpenstraße als Standort vorgeschlagen. Das wurde dann zugunsten eines dritten Vorschlags der Bürger für Rott zurückgezogen. Die hatten im Januar 2010 beantragt, eine landwirtschaftlich genutzte Fläche nördlich von Rott-Nord bei Meiling auszuweisen. Hier könne der Grund billiger erworben werden, außerdem stünden Erweiterungsflächen zur Verfügung.

Doch das stieß nicht überall auf Zustimmung. Im März unterschrieben 88 Rotter Bürger einen offenen Brief an den Gemeinderat, in dem sie forderten, dass ein Kindergarten mit geplanter Ganztagesbetreuung in das Zentrum müsse, da der Weg nach Meiling den Müttern nicht zuzumuten sei. Also würde sich das Grundstück in der Heinrich-Varcher-Straße in Rott-Nord doch anbieten.

In diesem Brief wurden die betreffende Wiese und die Wolfsschlucht als Naherholungsgebiet für Jogger, Spaziergänge ohne und mit Hund und Langläufer im Winter bezeichnet. Dem Besitzer der Wiese und Gemeinderat Hans Gilg (CSU) platzte daraufhin der Kragen. Er verstehe nicht, wie andere dreist über sein Grundstück verfügten. Diese Wiese diene allein seiner Landwirtschaft.

Jetzt sorgte die CSU für eine neue Überraschung: Hans Senega reichte einen neuen Antrag ein. Da die Tagesordnung des Gemeinderates bereits verschickt war, musste der unter dem Tagesordnungspunkt Bekanntgaben und Anfragen gestellt werden. Darin beantragte die CSU-Fraktion eine Diskussion und mögliche Beschlussfassung bei der nächsten Gemeinderatssitzung am 29. April über den Standort hinter dem Feuerwehrhaus.

Möglich machte das eine intensive Vorarbeit der CSU-Fraktion. Die war noch einmal auf den Besitzer der Fläche zugegangen, die im Antrag als ideal bezeichnet wird. Sie sei in der Nähe des katholischen Kindergartens und der Schule und so könnten auch gemeinsame Ressourcen genutzt werden, wie Spiel- und Freiflächen, Heizung und Mensa mit der Schule.

Die CSU unterstrich gestern in einer Presemitteilung, der - auswärtige - Besitzer sei dem Kindergarten-Plan wohlwollend gegenüber gestanden und sei "unkompliziert" weiterhin bereit gewesen, zu verkaufen. Sein Preis jedoch lag noch immer um 120 000 Euro über dem vereinbarten Limit des Gemeinderates.

Um diesen Betrag zu finanzieren, bemühte sich die CSU dann um Spenden. Und siehe da: Ein Hauptsponsor, der zumindest vorläufig anonym blieb, und mehrere kleine Spenden bringen nun diesen Betrag auf, somit ist der Kauf für dieses Grundstück für die Gemeinde in dem vereinbarten Rahmen möglich.

Finanziert werden solle der Kindergartenbau mit dem Verkauf der beiden Grundstücke in Rott-Nord, mit dem Spielplatz in der Alpenstraße sowie mit Fördermitteln aus dem EFAG-Förderprogramm über 650.000 Euro. Das war auch beim anderen Standort so geplant.

Bürgermeister und Gemeinderat nahmen den Antrag zur Kenntnis. Er soll in der nächsten Gemeinderatssitzung auf die Tagesordnung kommen. hri

Quelle: rosenheim24.de

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