Sommer 2009: zu wenig gute Tage

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Lange Zeit blieb der Biergarten bei Regen leer, das Minus ist in den wenigen Wochen des schönen Sommerwetters nicht mehr aufzuholen, sind die Wirte überzeugt. Foto Heck

Wasserburg – Das viele Wochen lang schlechte Wetter konnten auch die vergangenen schönen Tage nicht ausgleichen – eine kurze Zwischenbilanz zum Sommer 2009.

Das oft erlebte „Wischi-Waschi-Wetter“, bei dem es zwar bewölkt ist, aber nicht regnet, ist für den Stadtwerke-Chef Kurt Fritsch das Schlimmste. Dann ziehe es merklich weniger Besucher ins Badria. Wenn es hingegen „wirklich schüttet“ oder die Sonne strahlt, sei das Schwimmbad gefragt.

Einen schlagkräftigen Beweis für diese Erfahrung lieferte die Anfang August nötig gewordene kurzzeitige Schließung des Badria – wegen Überfüllung! Aufgrund des Regenwetters suchten dort 300 Pfadfinder eine Alternativbeschäftigung, mit einem Schlag war die erlaubte Besucherhöchstzahl erreicht. „So etwas habe ich noch nie erlebt“, lacht Fritsch.

Der direkte Vergleich der Monate März bis Juni zum Vorjahr zeigt ein Minus von etwa 6500 zahlenden Besuchern, was Fritsch „ganz klar“ auf witterungsbedingte Ursachen zurückführt. Aber auch die Wirtschaftskrise sei bemerkbar, „das sagen auch andere Bäder“. Insgesamt habe es jedoch im bisherigen Verlauf trotz Wetterschwankungen keinen großen Einbruch gegeben. Das Badria habe hier gegenüber bloßen Freibädern den Vorteil, dass es auch ein Hallenbad besitzt, erklärt Fritsch.

Dies kann Monika Erzenberger, Besitzerin des Altensees in der Nähe von Soyen, bestätigen. In ihrem Freibad habe das schlechte Wetter so stark auf die Besucherzahlen durchgeschlagen, dass die Verluste auch mit den Sonnentagen nicht mehr auszugleichen seien. Manche Stammkunden waren Mitte August zum ersten Mal am See. „Dieses Jahr war schon extrem“, seufzt sie.

Konnten wenigstens die Museen als Schlechtwetteralternative vom unsommerlichen Sommer profitieren? Ingrid Unger vom Heimatmuseum zeigt sich zufrieden, vor allem der Juli sei ein „guter“ Monat mit mehr Besuchern als im Vorjahr gewesen. Auch Anna Haas vom Imaginären Museum findet: „bisher lief‘s ganz gut“, wobei die Besucherzahlen dort relativ gleich geblieben seien.

ngrid Unger hat zudem festgestellt, dass heuer viel mehr Touristen in der Stadt seien. Diesen Eindruck teilt Traudl Scharlach von der Gäste-Info: In Bezug auf den Tagestourismus sei vom schlechten Wetter überhaupt nichts zu spüren – im Gegenteil: Dieses Jahr seien sehr viele Touristen zu Besuch. Besonders der August „überrascht schon sehr“, bereits Mitte des Monats kamen so viele „wie noch nie“.

Ob Tourist oder nicht: Zu den wohl wichtigsten Sommerbegleitern zählen Eis und Biergartenbesuche. Doch wo kein Sommer, da werden auch diese geschmäht.

So machte sich das schlechte Wetter im Juni und Juli beim Klosterbräu in Au bemerkbar, der laut Inhaber Hubert Gassner weniger Gäste als letztes Jahr zählte. Beim Fletzinger Biergarten kam nach sechs Wochen Dauerregen „schon fast Endzeitstimmung“ auf, erzählt der Betreiber Peter Fichter. „Wir dachten schon, das wird heuer gar nix mehr, die Stimmung war ganz weit unten.“ Besonders die Fahrradtouristen, im Sommer das Hauptgeschäft, seien dieses Jahr ausgefallen. Nun hofften er und seine Mitarbeiter, dass das schöne Wetter einen kleinen Ausgleich bringt und noch länger anhält, selbst wenn an heißen Tagen die Gäste erst später kommen. „Dafür bleiben sie abends länger draußen sitzen.“

Den Eisdielen und Eiscafés geht es ähnlich. „Wir hatten einen bombastischen Anfang, dann einen Rückzug, jetzt hoffen wir, dass es noch wird“, erzählt Gondola-Chefin Morena, „bei schlechtem Wetter werden Eisdielen einfach gar nicht gesehen“.

Aber auch schönes Wetter bedeutet nicht automatisch, dass mehr Eisschlecker durch Wasserburg ziehen. In der Hitze der letzten Tage war es in der Stadt nachmittags eher ruhig, viele Menschen gingen lieber zum Baden. Im August mache sich zudem die Urlaubs- und Ferienzeit bemerkbar: „Morgens ist es gerade ziemlich ruhig, weil die Schüler weg sind“, bemerkt Morena. Venezia-Chef Sandro Tabacchi lacht: „Für uns ist eigentlich ein wechselhaftes Wetter am besten, da gehen die Leute nicht zum Baden, sondern kommen lieber in die Stadt, zum Shoppen zum Beispiel“.

Also, lieber Sommer, nächstes Jahr bitte wechselhaftes Nicht-Wischi-Waschi- Wetter mit durchgehend konstant gleichbleibendem Sonnenschein ohne mit Hitze und mit ohne Regen – aber auf keinen Fall so wie dieses Jahr – dann klappt‘s auch mit den Sommerfreuden!

Kathrin Linner/Wasserburger Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

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