Pressemeldung Andrea Treittinger

Interview mit der Bürgermeisterkandidatin für Soyen Andrea Treittinger

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Andrea Treittinger

Soyen - Andrea Treittinger von der Soyener Zukunftsliste veröffentlicht ein Interview anlässlich ihrer Kandidatur für das Amt der Bürgermeisterin.

Erst einmal herzlichen Glückwunsch zu ihrem gestrigen Wahlsieg Frau Treittinger.

Andrea Treittinger: (lacht) Danke, hab' ich schon gewonnen??  

Sie hatten doch gestern Ihre Aufstellungsversammlung? 

Ja das ist natürlich richtig. Es war auch ein Sieg, ich hatte 83% der Stimmen. Aber es ist nur ein Teilerfolg. Noch bin ich nicht einmal ein richtiger Kandidat. Toll fand ich, dass viele Gäste, immerhin 35, gekommen waren. 

Was bedeutet das für Sie? 

Das bedeutet, dass ich noch eine weitere Hürde meistern muss. Das war gestern nur die Bestätigung, dass die Wählergemeinschaft Soyener-Zukunftsliste mich als ihren Kandidaten aufstellen darf. Jetzt brauche ich noch mehr Unterstützung. Ab Dezember werden sog. Unterstützerlisten in der Gemeinde ausliegen, in denen sich dann die wahlberechtigten Bürger anonym eintragen können. 

Aber dann sind Sie ein offizieller Kandidat? 

Richtig. Bzw. wenn ich es schaffe, 60 Stimmen zu bekommen, dann ja. 

Schaffen Sie das? 

Das hoffe ich doch. Momentan geht in Soyen ein Wandel in der Denkweise vieler Bürger durch. Einige möchten, nachdem unser jetziger Bürgermeister Herr Fischberger nicht mehr antritt, etwas Neues. Dafür stehe ich. Ich möchte neue Wege und neue Ideen nach Soyen bringen. 

Ist denn das „Alte“ so schlecht? Braucht es denn Ihrer Meinung nach Neuerungen? 

(stöhnt) Oh je, das ist einer dieser Fangfragen...lassen Sie es mich so sagen, ich denke das das Soyen, wie es jetzt ist, toll ist, es ist schließlich zu meiner Wahlheimat bzw. zu meinem Zuhause geworden. Aber es gibt einfach ein paar Dinge, die verbessert oder geändert gehören. Soyen hat in den letzten 11 Jahren (seit ich hier bin..) viele Modernisierungen unternommen, ist gewachsen, auch die Meinung und Stimmung vieler Bürger ist frisch und zeitgemäß. Nicht wie alle immer meinen „Hinterwäldlerisch“. Also warum jetzt aufhören mit dem Fortschritt? 

Also weiter bauen und vergrößern? 

Nein, die Verbesserungen und Modernisierungen, die ich möchte, beziehen sich mehr auf das Verhältnis der Gemeinde zu seinen Bürgern. Ich empfinde es momentan als zu undurchsichtig. Selbstverständlich liegt es auch an uns Bürgern dafür zu sorgen sich zu informieren. Die Gemeinde ist da, erreichbar und nach meinen eigenen Erfahrungen sehr hilfsbereit und nett. Aber ich denke da ist noch mehr drin. Ich finde es reicht nicht aus, die Protokolle der Gemeinderatssitzungen zu veröffentlichen. Vieles darin, wenn es um wichtige Themen geht, verstehen manche nicht, oder hätten vielleicht gerne etwas dazu gesagt oder beigetragen. Leider ist das auf den Ge- meinderatssitzungen selten möglich. Also möchte ich hier eine Art Bürgersprechstunde vor so einer Sitzung anbieten. Da können die Leute fragen oder auch mal schimpfen, hauptsache sie bekommen das Gefühl mitreden zu können, ein Teil der ganzen Sache zu sein und wichtig... respektiert zu werden. Außerdem möchte ich einen Stammtisch ca. eine Woche nach den Sitzungen, zwischen dem Gemeinderat und interessierten Bürgern. 

Wie sieht das der andere Kandidat/Kandidatin? 

Das kann ich nicht sagen. Zumal ich noch nicht (offiziell) weiß wer jetzt außer mir noch sicher kandidiert. Zumindest sind diese Menschen noch nicht öffentlich mit Ihrem Wahlprogramm in Erscheinung getreten. Aber nachdem davon auszugehen ist, dass sie aus dem aktuellen Gemeinderat kommen, sind sie da wohl eher dagegen. Viele meiner Ideen wurden bei meiner ersten Veranstaltung seitens des Gemeinderats belächelt oder kritisiert. Deswegen denke ich nicht, dass das auch auf deren Agenda stehen wird. 

Verunsichert Sie das? Zudem hat Ihr Gegner ja einen sogenannten Heimvorteil. 

Also verunsichern tut mich das nicht, aber es lässt mich reflektieren, ob meine Ziele umsetzbar oder a Schmarrn sind. Ich bin aber zu dem Schluss gekommen, dass dem nicht so ist. Es ist viel Taktik und gehört scheinbar zum Wahlkampf. Ich habe was Kritik betrifft ein dickes Fell. Ich teile ja auch mit vollen Händen aus, also muss ich auch einstecken können, oder? Das mit dem Heimvorteil ist allerdings so eine Sache, die die es für mich erschweren könnte. Man kennt sich, arbeitet zusammen oder ist befreundet. Alteingesessene Familiennamen stehen für Beständigkeit. Dann kommt der Kandidat auch noch aus dem Gemeinderat und ist zumindest die letzten 6 Jahre vollständig involviert gewesen. Aber ganz ehrlich, diese Voraussetzungen sind für mich keine Garantie, dass derjenige auch als künftiger Bürgermeister qualifiziert ist. Dazu gehört meiner Meinung nach mehr. 

Was wäre das? 

Herzblut, Engagement, Zielstrebigkeit, Ausstrahlung, viel Humor, Ehrlichkeit... ah ich habe Kritikfähigkeit vergessen. 

Und Sie bringen das Alles mit? 

Logisch (grinst) 

Fühlen Sie sich denn als Frau in dieser doch sehr männlichen Domäne ernstgenommen? 

Wieder so eine Frage... ich sehe meine Kandidatur nicht als einen Geschlechterkampf oder möchte als Quotenfrau oder ähnliches gelten. Für mich zählt einzig und allein, ob derjenige das kann oder nicht. Ich habe im Vorfeld alles Nötige unternommen, um mir diese Kandidatur zu ermöglichen. Sowohl die Familie, als auch mein aktueller Beruf Heilpraktikerin sind Dinge, die ich abgeklärt habe, nachdem ich beschlossen hatte zu kandidieren. Und das war vor dem Beschluss, dass der zukünftige Bürgermeister das hauptberuflich machen wird. Mich hat dieser Beschluss nicht aus der Bahn geworfen... mir war von vornherein klar, dass in einer so großen Gemeinde und mit den ganzen Projekten, da keine Zeit mehr bleibt für Nebentätigkeiten, oder auch die Familie zurückstecken muss. 

Was sagt denn Ihre Familie dazu? 

Die steht hinter mir und wird mir den Rücken freihalten. Das war und ist für meine Entscheidung zu kandidieren auch das Wichtigste. Außerdem denke ich, dass ein gefestigter familiärer Background wichtig ist für dieses Amt. Er dient einem dann in turbulenten Zeiten als Ruhepol, um wieder Kraft für den neuen Tag zu schöpfen. 

Eine letzte Frage noch, Frau Treittinger, wo sehen Sie sich in 10 Jahren? 

(lacht) na im Idealfall im Rathaus im Büro des Bürgermeisters... auf dem Chefsessel!! 

Danke für die offenen Worte. 

Gern geschehen!

Pressemeldung Andrea Treittinger

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