Die Gemeindemitte soll schöner werden

Geplante Dorferneuerung wird in Soyen heiß diskutiert

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Blick zur Hauptkreuzung von Soyen

Soyen - Schöne Landschaft und ein schöner See gehören zu Soyen - nun soll auch der bislang nicht so attraktive Bereich um den Bahnhof sowie die Hauptkreuzung zu einer bürgerfreundlichen Dorfmitte umgestaltet werden.

Die Dorferneuerung ist in der Gemeinde auch ein wichtiges Thema im Kommunalwahlkampf. Mit Verkehrsberuhigung, neuen Rad- und Fußwegen sowie entsprechender Begrünung gibt es seit Oktober einen ersten Plan von einem Architekten. Was überhaupt und was genau im Detail kommen soll, wird jedoch Sache des neuen Gemeinderates unter Einbeziehung der Anlieger und Bürger sein. 


Der Beginn des Dorferneuerungskonzepts:

Bereits 2014 befasste sich ein kleines Planungskomitee in Soyen mit dem Thema Dorfverschönerung und Dorferneuerung. Um entsprechende Fördergelder zu erhalten, muss ein ausführliches Verfahren eingehalten werden. Anschließend wurden die entsprechenden Anträge gestellt und die Planungsaufträge vergeben. Zudem musste ein Fördergebiet festgelegt werden.

Vorstellung des neuen Planes: 

Referent Otto Kurz der Planung Kurz GbR, München, kam im Oktober 2019 ins Rathaus Soyen, um den Anwesenden seine Entwürfe zur Dorferneuerung im Kernort Soyen vorzustellen. Ebenfalls mit anwesend war Rolf Meindl, Abteilungsleiter Dorferneuerung des Amtes für Ländliche Entwicklung, der zuständig für das Förderverfahren ist. Vor Gemeinderäten, betroffenen Anliegern und Teilnehmern des ersten Seminars wurde ein erster Vorschlag in Planform vorgestellt. 


Viele Ideen wurden aufgegriffen, z.B. die Möglichkeit für eine zentrale Bushaltestelle, ein "Mini"-Kreisverkehr oder eine Fußgängerüberquerung an der Hauptkreuzung Dorfstraße-Alleestraße, Rad- und Fußwege, Spielplatz und Park, bis hin zu einer Verkehrsberuhigung in Höhe des Pfarrzentrums. Die Pläne sind auf der Internetseite der Gemeinde öffentlich einsehbar.

Ausgestaltung der Details

Die Ausgestaltung des Entwurfs wird aber "Sache des neuen Gemeinderats sein, es sind bisher nur Vorschläge nach bisher geäußerten Wünschen", betonte Bürgermeister Karl Fischberger im Gespräch mit wasserburg24.de. Die Pläne bildeten lediglich die Basis für die zukünftige Arbeit der Planungsgruppen und weiteren Beteiligten. 

"Wir beschränken uns dabei auf den öffentlichen Bereich", sagte Fischberger, denn vieles sei Privatgrund und damit Sache des jeweiligen Grundstücksbesitzers. So liegt beispielsweise eine angedachte Anpflanzung von Bäumen in der Alleestraße im Bereich der Privatgärten. Im oberen Planungsbereich müssen Kirche und Privatanlieger gefragt werden, im unteren Dorfmitte-Bereich sind es sogar viele Privatgrundbesitzer. Auch eine Kreisstraße ist mit zu berücksichtigen.

Weitere Gestaltungsideen sind daher von verschiedenen Seiten denkbar. Für die Detailplanung wird es Arbeitsgruppen mit fünf bis maximal zehn Teilnehmern geben, die mit Anwohnern, Gemeinderatsmitgliedern und Fachleuten besetzt werden. Abschließend soll dann auch noch die Bevölkerung zur Diskussion beitragen können.

Alles sei ein "laufender Prozess" und nicht so schnell verwirklichbar, erklärte Fischberger. Stück für Stück nehme man sich das circa zwölf Hektar im Programm befindliche Gelände vor. Der Bahnhof wurde bereits letztes Jahr abgerissen und das Grundstück an eine Privatperson, einen Bauunternehmer, verkauft. Inzwischen haben die Arbeiten auf diesem Grundstück bereits begonnen. Dort soll ein mehrteiliger Gebäudekomplex entstehen. Bei den Bürgern sorgt der ganze Themenkomplex derzeit für teils kontroversen Gesprächsstoff und ist deswegen auch für viele Parteien im Kommunalwahlkampf ein wichtiges Thema.

Maike Bederna

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