Entlang der geplanten B15neu-Trasse radeln

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Soyen - Die geplante Trasse der B15neu einmal nicht nur mit dem Finger auf der Landkarte entlang fahren, sondern mit dem Radl. Dies hatten sich einige Kritiker zur Aufgabe gemacht.

Claudia Stamm zeigt sich äußerst verwundert. „Wie kann man nur durch diese schönen Fleckerl der Region eine Straße bauen wollen“. Die Landtagsabgeordnete ist der gemeinschaftlichen Einladung des Grünen Ortsverbands Wasserburg, den Grünen des Kreisverbandes Rosenheim und der Bürgerinitiative aus Soyen, die sich gegen den Bau der B15neu ausspricht, gefolgt und trat kräftig in die Pedale. Einige Dutzend Mitstreiter trafen sich am Bahnhof in Soyen.

Hier war der Start der Radltour, die der Wasserburger Stadtrat Christian Stadler ausgesucht hatte.

Fotos von B15neu-Radltour

Die Sprecherin der Grünen in Wasserburg sowie des Kreisverbandes, Steffi König zeigte sich aufgebracht: „Unsere Natur darf hier doch nicht einfach so zerstört werden. Unsere Heimat steht auf dem Spiel“. Es sei traurig, wenn man durch die vielen idyllischen Orte fahre, und sich vorstelle, hier könnte statt viel Grünfläche und Häusern plötzlich eine breite Straße verlaufen. Mit von der Partie war auch die stellvertretende Landrätin Andrea Rosner.

Die Trasse hautnah erleben

Claudia Stamm erklärte nach der Radtour, dass diese Aktion vor allem der eigenen Information diente: „Wenn ich mir die Trasse der B15neu auf der Landkarte anschauen soll, habe ich einen Maßstab von 1 zu 200.000. Während der Radltour war es 1 zu 1. Ganz klar ist ersichtlich, welch wunderschöne Landschaft in Gefahr ist wegen dieser Straßenplanung“.

Die Landtagsabgeordnete erläutert, wie schlimm es wäre, die Bürger aus den kleinen Dörfern mit einer autobahnähnlichen Straße zu konfrontieren, auch die zu versiegelnde Fläche sei enorm. „Das darf einfach nicht sein“, so Stamm im Gespräch mit wasserburg24.de Sie selbst sei bereits in Niederbayern auf der gebauten B15neu unterwegs gewesen und halte diese Straße für eine Geisterautobahn. „Der Nutzen ist meiner Meinung nach einfach nicht gegeben“, so Claudia Stamm. Mit dieser Meinung ist sie nicht alleine. Viele der Mitstreiter, die auch bei der Radltour von Soyen bis hinaus nach Westerndorf unterwegs waren, zeigen sich ebenfalls entrüstet über die Planungen und fordern ein verstärktes Nachdenken, ob dieses Projekt tatsächlich noch im Verkehrswegeplan etwas zu suchen habe.

Steffi König berichtete, dass dieser Radlausflug eine parteiübergreifende und sehr informative Aktion gewesen sei. „Hier treffen sich Menschen, die sich gegen die B15neu stemmen und das Großprojekt für absolut unnötig halten“, so König. Von Soyen über Roßhart, Allmannsberg, Sendling, Lengdorf, Unterwöhrn, Oberwöhrn, Hochstätt, Schechen, Mühlstätt, Wernhardsberg, Kolbermoor und Schlipfham bis nach Westerndorf verlief die Strecke. Mitglieder der BI und weitere Gegner der B15neu waren mit dabei – trotz Regenwetters. Auf den Sattel geschwungen haben sich auch Fritz Schott und Christian Stadler. Stadler hat die Stationen der Radltour ausgesucht. In einem sind sich die Kritiker des B15neu-Projektes einig: „In manchen Orten, wie beispielsweise in St. Wolfgang muss es eine Verkehrsentlastung geben, beispielsweise durch Ortsumfahrungen“ kam in der Diskussion zur Sprache. Es sei nur schwer nachzuvollziehen, durch die schöne Gegend eine breite, autobahnähnliche Straße zu bauen, so die Radtour-Teilnehmer.

Mit der Radltour entlang der Trassenplanung konnten sich alle ein Bild vom geplanten Straßenverlauf machen. An den verschiedenen Ortschaften komplettierten weitere Radler die Gruppe. Gemeinsam setzte man ein Zeichen, die Natur doch so zu lassen, wie sie hier in der Region ist.

Quelle: rosenheim24.de

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