Roman heizt Gerüchteküche an

Düsteres Geheimnis - Ein Flugzeugwrack im Soyener See? 

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Verbirgt der idyllische See in Soyen ein düsteres Geheimnis? 
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Soyen - Sanfte Wellen, eine leichte Brise weht um die Nase, auf der Wasseroberfläche tummelt sich eine Entenfamilie - der Soyener See ist eine kleine Idylle im Herzen der Gemeinde und beliebter Ausflugsort für Badende und Segler. Doch seit wenigen Monaten ragen sich plötzlich geheimnisvolle Gerüchte um den See. 

Seit einiger Zeit heizt ausgerechnet ein Buch die Gerüchteküche rund um Soyen an. Johannes K. Soyener schrieb unter diesem Synonym den Kriminalroman "Toteissee". Darin geht es um einen toten Taucher, der auf dem Grund des Sees gefunden wird - und um den alten Flugplatz, der seit Jahrzehnten schon nicht mehr existiert. Es steht die große Frage im Raum, was der Profitaucher im Soyener See wohl gesucht hat.  

Der Inhalt des im Jahr 2016 erschienenen Romans ist zwar erfunden, der Autor als gebürtiger Altöttinger hat aber viele Jahre in der kleinen Gemeinde gelebt und ein paar wahre Elemente in seine Geschichte eingebaut. Wie zum Beispiel den Flugplatz, von dem nur wenige Einheimische wissen, dass es ihn überhaupt gab und den heute kaum noch einer kennt. Der Roman spielt in drei Zeiten - der Mord wird in der heutigen Zeit - wie es sich für ein anständiges Buch gehört - aufgeklärt. Was bleibt, sind die Gerüchte, die sich seitdem um den See ranken. 

Wrackteile und Nazischatz auf dem Seegrund? 

In erster Linie geht es um den Flugplatz. Nach dem zweiten Weltkrieg haben die Amerikaner einen solchen Platz im damaligen Moor direkt neben dem See errichtet. Es waren kleine Flugmaschinen, Jagdbomber, die in den 1950'er-Jahren auf der circa 300 Meter langen Startbahn starteten und nach einigen Runden hoch über dem Wasserburger Altlandkreis wieder in Soyen landeten. Diese Information ist wohl bestätigt. Bürgermeister Karl Fischberger versichert, es gebe ein Beweisfoto, auf dem der kleine Flugplatz in Soyen abgebildet ist. Was allerdings nicht gesichert ist, ist das Gerücht, dass sich ein tragisches Flugzeugunglück ereignet hat und seither ein Wrack auf dem Grund des Sees ruht - möglicherweise mit Überbleibseln von Nazi-Gold. 

Was sich scheinbar wirklich auf dem Seegrund befindet, sind Teile von abgeworfenen Flugzeugtanks. "Der bereits verstorbene frühere Seebesitzer schimpfte immer wieder über rostende Tanks, in denen sich die Netze der Fischer laufend verheddert hätten", schmunzelt Fischberger. 

Der Soyener See ein nasses Grab? 

Könnten möglicherweise gar menschliche Überreste auf dem Grund des Sees liegen? Wie Bürgermeister Fischberger weiter erzählt, hätten die in Soyen positionierten amerikanischen Soldaten des Öfteren Motorbootrennen veranstaltet. Vermutlich aufgrund "übertriebener Gaudi" sei einer von ihnen bei einem tragischen Unfall auf dem See ums Leben gekommen. 

Der Soyener See ist etwa einen Kilometer lang und 500 Meter breit. Die tiefste Stelle misst rund 15 Meter. "Der Wasserpegel des Speichersees variiert jedoch immer wieder um drei bis vier Meter, je nachdem, ob Wasser zu- oder abläuft", erklärt der Bürgermeister. Hinabgetaucht und nach Wrackteilen oder gar einem Schatz gesucht habe bis dato niemand - man kann also nicht wirklich hundertprozentig ausschließen, ob der idyllische Soyener See nicht doch ein dunkles Geheimnis hütet. 

mb 

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