Zu St. Martin geht’s den Gänsen an den Kragen

+
Sehr aktive Tiere!
  • schließen

Soyen - Es gibt Traditionen, die generationsübergreifend sind. Auch auf den Speisezetteln der Region. Was zu Kirchweih die Ente, ist zu St. Martin die knusprige Martinsgans.

Grundsätzlich mögen die Gänse St. Martin lieber als Weihnachten. Werden sie doch oftmals noch verschont, unters Messer zu kommen. An Weihnachten sind sie weitaus häufiger auf der Speisekarte in der Region zu finden, als zum 11. November.

Die Bestellungen für geschlachtete Gänse zum Weihnachtsfest kommen jetzt schon in die heiße Phase, bemerkt Ingrid aus Straß.

Doch auch die knusprige Martinsgans gehört dazu. Derzeit vier Kilo schwer, gut sechs Monate alt, brutzelt sie mehr als 3 Stunden im Ofen, bis sie aufgetischt werden kann. Mehr als die Hälfte der Zeit zugedeckt, die letzte Stunde dann ohne Deckel, damit die knusprige Haut zur Geltung kommen kann.

Kartoffelknödel und Blaukraut dazu und fertig ist das leckere Martins-Essen. Ein Genuss für den Gaumen. Aber das Tier an sich hat auch eine Lebensgeschichte, wie wasserburg24 hautnah miterleben durfte.

Die Gans ist sehr naturverbunden. Freilauf gehört zum gesunden Wachstum unbedingt dazu, nicht vergleichbar mit Mastgockeln. Eine Gans isst viel Gras, dazu gibt Ingrid ihren Tieren noch Hafer und Weizen. Die Gänse brauchen viel Wasser zum Planschen, selbst die Paarung läuft im Wasser ab. Teils 40 Eier legt eine Gans, gebrütet wird in sehr emanzipierter Abwechslung, auch das Männchen hockt mal auf den Eiern.

Ratschkathl Gans

Die Gänse behaupten ihr Gebiet. Enten und Hühner gehen ihnen aus dem Weg, merkt Ingrid Hanslmeier. Und schnattern gehöre eindeutig zu den Lieblingsbeschäftigungen des weißen, äußerst graziösen Tiers. „Die Gans ist ein sehr stolzes, selbstbewusstes Tier, fast so wie ein Schwan immer aufrecht“.

Ingrid zieht die kleinen Gänse, Enten und Hühner auf ihrem Hof selbst groß. „Im Sommer ist es wirklich immer sehr schön anzusehen, wenn das gesamte Federvieh das schöne Wetter genießt“. Auffallend ist, dass Gänse sehr laut schnattern, und zwar recht oft. „Wenn etwas geschieht, was nicht normal ist, dann wird drauf los geschnattert“.

Fuchs hat den Lärm dick

Selbst dem Fuchs scheint es zu laut zu sein, denn bei den Hühnern und Enten ist er gewesen, um die Gänse hat er einen weiten Bogen gemacht“. Der Fuchs holt also selten eine Gans, obwohl es das Kinderlied „Fuchs du hast die Gans gestohlen“ doch so verheißt. „Es heißt unter Gänsehaltern oft, wer Gänse hat, braucht keinen Hofhund. Die verständigen sich und das sehr ergiebig. Außerdem verteidigen sie sowohl Eier als auch Jungtiere, der Habicht hat keine Chance“.

Gänseeier gut verwendbar

40 bis 50 Eier sind im Frühjahr pro Gans durchaus möglich. Nicht alle werden ausgebrütet.

Somit stünden sie auch zum Kochen bereit, sogar Spiegeleier wären möglich berichtet die Expertin.

Der bevorstehende Winter macht dem stolzen Federvieh übrigens nichts. Durch das Körperfett, das eine Gans hat, ist Kälte kein Problem. Selbst im Schnee sitzen macht ihnen nichts aus. Nicht zu unterschätzen sind die Daunen der Gänse, diese gelten als hochwertig und groß. Das Schlachtvieh jedoch wird in nassem Zustand gerupft, somit können diese Federn und Daunen nicht verwendet werden.

Martinsgans hat ihr Eigenleben

Geflügel muss frisch sein

Ingrid Hanslmeier rät dringend davon ab, Geflügelfleisch länger als zwei Tage in rohem Zustand aufzubewahren. „Geflügel muss besonders frisch sein“.

Mit einem Messer wird kurzer Prozess gemacht. Nach dem Rupfen und dem Ausnehmen der Innereien blutet das tote Tier eine Weile aus. Danach kommt das Geflügel in heißes Wasser, wie uns die Inhaberin von „Ingrids Federvieh“ verrät. Die Innereien sind für echte Feinschmecker ein wahrer Genuss. Oft werden Herz, Magen und Leber sogar in die Füllung mit eingemischt oder zu Gänseklein verarbeitet.

Der Darm wird in Wasser gelegt, später kann das am Darm befindliche Fett abgestreift und weiter verwendet werden. Dieses Gänsefett ist gesund, wird gerne zum Kochen oder gar als Salbe her genommen.

Blaukraut nicht nur für den Geschmack

Gänse sind deutlich fetter als Enten. Die Blaukraut-Beilage hilft dem Körper, das im Gänsefleisch enthaltene Fett besser zu verdauen.

Quelle: rosenheim24.de

Zurück zur Übersicht: Soyen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser