Schnelles Internet kommt nicht in die Gänge

Lahmes Netz, kein Festnetz, verärgerte Soyener

  • schließen

Soyen - Das Internet in der Gemeinde ist eine langwierige und vor allem ärgerliche Geschichte. Noch immer sind viele Haushalte nicht angeschlossen. Das ärgert die Bürger und wirft die Frage auf, warum es so lange dauert mit dem schnellen Anschluss. 

Am 25. November 2016 hat Karl Fischberger, Soyens Bürgermeister, stolz den roten Knopf gedrückt und verkündet, dass jetzt „alle Bürgerinnen und Bürger, gleich in welcher Straße, in welchem Weiler oder Ortsteil sie in Soyen zuhause sind, nun in den Genuss des schnellen Internets kommen können.“ Doch schnelles Internet mit Übertragungsraten von 30 bis zu 200 MB bekommen viele Soyener wohl erst ab 2018. Das sorgt für Kopfschütteln bei den Bürgern, zumal in der Straße schon das Glasfaserkabel, die Grundlage für das schnelle Internet, bereit liegt.

"In Tschechien gibt es schnelles Internet" 

„Ich dachte, Soyen liegt nicht am Arsch der Welt. Aber wenn ich jetzt Urlaub in Tschechien mache, freu ich mich. Dort gibt es überall schnelles Internet. Dabei heißt es immer, der Osten ist nicht so entwickelt!“ Sophia Müller (Name geändert) wohnt im Ortskern der 2800-Seelengemeinde Soyen. Ihre beiden Kinder studieren. Sie müssen leider auch am Wochenende nach München, denn für ihre Seminararbeiten brauchen sie schnelles Internet. Sie müssen in Soyen auf größere Datenmengen oft bis zu neun Stunden warten.

Dem Ärger auf Facebook Luft machen 

Der Affront um das Internet hat bereits eine eigene Facebook-Gruppe ins Leben gerufen. Wie ein Blick ins "Breitbandforum Soyen" zeigt, stellt der Anbieter Pepcom die Soyener weiter auf eine harte Geduldsprobe:

Ab 16.06.2016 unterschrieben viele einen Vertrag mit der Pepcom. So auch der Soyener Marketingexperte Alexander Bufalino. Doch auch neun Monate später hat er kein schnelles Internet, obwohl er es dringend für seinen Beruf braucht: „Die Pepcom hat meinen Antrag einfach bis heute nicht bearbeitet. Ich habe noch nie eine so schlechte Kundenbetreuung erlebt. Endlose Gespräche ohne Ergebnis. Das ist geschäftsschädigend. Selbst als sich Herr Machl von der Gemeinde unterstützend eingeschaltet hat, haben sie nichts unternommen.“

Pepcom hätte die alten Verträge kündigen müssen

Die Untätigkeit der Pepcom ist schuld, dass viele Soyener, wie auch Sophia Müller, noch kein schnelles Internet haben. Denn die Pepcom wollte für sie - nach dem Eingang der Verträge - ihren Vertrag beim alten Anbieter kündigen. Und dem alten Provider gleichzeitig mitteilen, dass die Portierung, sprich, die technische Übernahme der Telefon- und Internetdienste durch die Pepcom, erst später erfolgt. 

Doch das hat Pepcom so lange nicht gemacht, bis bei vielen, wie bei Sophia Müller, die Kündigungsfrist abgelaufen war und sich ihr Vertrag beim alten Anbieter automatisch um ein Jahr - also bis Januar 2018, verlängert hat. Deshalb hängt Sophia Müller wie andere Soyener noch in ihren alten Verträgen fest. Obwohl es die Schuld der Pepcom ist, weigert sich diese Firma, die Betroffenen aus ihren alten Verträgen herauszukaufen. 

Hoffnungsschimmer für einzelne Soyener

Lisa Bauer (Name von der Redaktion geändert) war wochenlang von der Außenwelt abgeschnitten: Rund vier Monate hatte die Soyenerin weder Internetverbindung noch Festnetzanschluss

Auch bei ihr war das Problem, dass die Telekom kein grünes Licht zur Freischaltung gab. Auf Nachfrage von wasserburg24.de erklärt Lisa Bauer, dass mittlerweile der Startschuss zu ihrem schnellen Internet kurz bevor steht. "Den Zuschaltungstermin samt Fritzbox und Code habe ich bereits erhalten. Am Donnerstag soll es nun soweit sein - ich hoffe, dass die Freischaltung dann auch wirklich gelingt." 

Die Hoffnung, dass die Soyener peu à peu an das schnelle Internet angeschlossen werden, stirbt zuletzt. 

Petra Jahn/mb

Rubriklistenbild: © dpa

Zurück zur Übersicht: Soyen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser