Gedrosseltes Tempo nahe Bushaltestelle in Zuhr?

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Die Bushaltestelle in Zuhr sorgte für reichlich Diskussion im Gemeinderat in Soyen.
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Soyen – Braucht es an der Straße nahe der Bushaltestelle in Zuhr eine Geschwindigkeitsdrosselung. Ein Bürger hat den Antrag diesbezüglich gestellt, der Gemeinderat beriet darüber. Auch die Polizei nahm Stellung.

An der Gemeindestraße in Zuhr steht ein gläsernes Bushäuschen. Die Schüler, die an weiterführende Schulen gehen, stehen hier an der Haltestelle, um auf den Bus zu warten. Ein besorgter Bürger warnte jetzt vor der Gefahr, die durch die vorbeifahrenden Autos für die Kinder entstünden und forderte eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 50 km/h. Dieses Anliegen wurde im Gemeinderat ausführlich besprochen.

„Wir nehmen die Hinweise und Bitten unserer Bürger ernst, haben die Polizei gebeten, Stellung zu nehmen“ erklärte Bürgermeister Karl Fischberger. Die Diskussion ging in viele Richtungen. Ein Familienvater aus Soyen gab zu bedenken, dass es immer wieder zu Unfällen an Bushaltestellen in der Region komme und Kinder zu schützen seien. „Ich hoffe deshalb auf Einführung einer Geschwindigkeitsbeschränkung nahe der Bushaltestelle in Zuhr“ heißt es in einem Schreiben.

Dafür gebe es nach Stellungnahme der Polizeiinspektion Wasserburg aktuell keinen Bedarf. Die Polizei erklärt, dass unter anderem im Bereich von Bushaltestellen nur so schnell gefahren werden dürfe, wie es die Situation erlaube. „Wenn wir jetzt ein Verkehrsschild aufstellen, ist das ja fast ein Freibrief für die Verkehrsteilnehmer, hier die angegebene Geschwindigkeit zu fahren“ heißt es vom Gemeindeoberhaupt.

Es gab erst kürzlich eine Tempomessung in dem Bereich, hier zeigte sich, dass die Autos, die im Zeitraum der Anwesenheit der Schüler an der Bushaltestelle in Zuhr gefahren seien, die Geschwindigkeit anpassten. „Wir haben von 6.20 Uhr morgens bis 7.45 Uhr keinen Autofahrer registriert, der annähernd 100 km/h gefahren wäre“ berichtet Fischberger.

Ein Autofahrer fuhr 64 km/h, der nächste 53, viele fuhren scheinbar besonders angemessen deutlich unter 50 km/h, heißt es aus dem Rathaus. „Laut Erkenntnissen und Meinung der Polizei gibt es hier in diesem Bereich keinen Bedarf für eine Geschwindigkeitsbegrenzung“, so der Bürgermeister gegenüber den Räten.

Allein wegen der bestehenden Kurve sei jeder Verkehrsteilnehmer angehalten, angemessen zu fahren, damit es zu keinen Unfällen komme. Neben der Sachlage der Geschwindigkeitsbeschränkung kam auch die Sicht zur Sprache. Der Landwirt, der hier nachwachsenden Rohstoff angebaut hatte, informierte die Gemeinde unlängst darüber, das schilfartige Gewächs regelmäßiger zuzuschneiden und zu häckseln.

Es wird auch in Zukunft keine Geschwindigkeitsbeschränkung an der Straße neben der Bushaltestelle in Zuhr geben.

Die bessere Sicht sollte besonders im Blick der Gemeinde bleiben, betonten Thomas Weber und Hans Hinterberger, letzterer schlug zudem vor, das einige Meter neben dem modernen Glasbushäuschen stehende Holzhäuserl wegzubauen. „Hier passiert es nämlich wirklich oft, dass Kinder sich darin aufhalten, und dann gefährlich nah in Richtung Fahrbahn herumtoben“. Bürgermeister Karl Fischberger versprach, sich zu informieren, ob das Holzhäuserl nicht ohnehin keinen Zweck mehr erfülle und es weggebaut werden könnte. Die Diskussion unter den Gemeinderäten gestaltete sich sehr sachlich. Ulrich Wagenstetter wies darauf hin, dass man vor einiger Zeit das Ziel hatte, den Schilderwald zu lichten und nicht unnötige Schilder aufzustellen, wenn diese nicht in besonderem Maße notwendig seien. Viele der Räte zeigten sich überzeugt, dass durch regelmäßiges Aufstellen der Tempomessanlage durch die Gemeinde weiterhin an die Vernunft der Autofahrer appelliert werden könne, stets situationsabhängig und vorsichtig unterwegs zu sein. Josef Willnhammer schlug als Kompromiss das Aufstellen eines Hinweisschildes „Achtung Kinder“ oder eine Geschwindigkeitsbeschränkung von 80 km/h vor. Seine Ratskollegen konnten sich mit dem Vorschlag nicht anfreunden. Pia Brummer verwies auf die Wichtigkeit der Eigenverantwortung. „Lasst uns verstärkt vorantreiben, dass die Schüler sensibilisiert werden, mit großer Vorsicht den Straßenverkehr neben der Bushaltestelle im Blick zu haben“. Einig zeigten sich die Gemeinderäte bei dem Punkt, dass Kinder wichtig sind und das Thema durchaus diskutabel sei.

Der Rathauschef gab abschließend zu bedenken, dass ein Schild keine Wunder bewirken könne, und die Gemeinde durch ein solches Verkehrsschild nicht das Gewissen beruhigen könne. „Das ist nicht zielführend“, so Fischberger. Im Gemeindebereich von Soyen befinden sich an Orts-, Kreis-, aber auch Bundesstraßen Bushaltestellen für Schulkinder. Die Bushaltestelle in Zuhr befindet sich neben einer Gemeindestraße. Der Gemeinderat zeigte sich geschlossen und wies den Antrag auf Geschwindigkeitsbegrenzung an der Bushaltestelle in Zuhr ab. Josef Willnhammer zeigte sich dennoch enttäuscht. „Es ist schon unbefriedigend, das Thema so abzuklatschen“. Bürgermeister Fischberger notierte, in dem Bereich öfter den Tempomesser aufzustellen und wies darauf hin, dass das von der Gemeinde erstandene Gerät regelmäßig zum Einsatz kommen werde und in den unterschiedlichsten Gemeindeteilen Signalwirkung setzen solle.

Der Gemeinderat lehnte den Antrag auf Geschwindigkeitsbeschränkung mit 50 km/h nach langer Diskussion ab. Als Begründung kam unter anderem die Stellungnahme der Polizei zur Geltung, die sich grundsätzlich gegen eine Beschränkung in dem Bereich aussprach.

Quelle: rosenheim24.de

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