Nach mehreren tödlichen Unfällen in Soyen

Pläne für Autobrücke über die Gleise kommen wieder ins Rollen

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Die Schienen, die durch das Gemeindegebiet Soyen führen. Bald soll eine Autobrücke realisiert werden, unter der die Züge künftig fahren. 
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Soyen - Die Autobrücke über den Bahnübergang ist seit vielen Jahren Thema. Die Debatte um eine Realisierung flammte nach einem tödlichen Unfall 2016 auf, ruhte einige Zeit danach wieder und scheint nun wieder anzulaufen. Der aktuelle Sachstand: 

Seit nunmehr elf Jahren laufen die Planungen für eine, wie Soyens Bürgermeisters Karl Fischberger betont, "kleine Autobrücke mit etwa zehn Metern Spannweite". Die Brücke soll nach Fertigstellung der Überführung für Autos dienen. Darunter verläuft dann der Schienenverkehr. Der Bahnübergang in der Nähe des Wasserburger Bahnhofs soll geschlossen werden. Man sei "guter Dinge", dass die Planungen wieder anlaufen und befinde sich in den ersten Vorbereitungen, so der Bürgermeister.  

Im schlimmsten Fall drohe ein neues Planfeststellungsverfahren

Warum haben sich die Planungen derart verzögert? Ganz Soyen sei umgeben von einem Flora-Fauna-Habitat-Gebiet (FFH), Naturschützer und Behörden hätten das Gebiet, in dem die Brücke geplant werde, über einen gewissen Zeitraum hinweg beobachtet. Das nehme laut Fischberger viel Zeit in Anspruch. Dazu käme, dass die Gemeinde an Vorlagen gebunden sei und die alten Pläne nicht mehr geltend seien: "Als der bisherige Entwurf 2017 von einem großen Brückenbauplanungsbüro aus Mühldorf überprüft wurde, stellten die Planer fest, dass das Projekt mit den ersten Grundlagen aus dem Jahr 2007 so nicht realisierbar sei", erklärt Fischberger. "Heutzutage gibt es modernere Mittel und Wege für Bauprojekte, da müssen die ehemaligen Pläne überarbeitet werden." 

Nach einer "halben Ewigkeit" kommt das Vorhaben jetzt endlich in die Gänge: Ende März seien laut Fischberger bereits Tiefenbohrungen vorgenommen worden. Die geplante Brücke soll nach den neuen Planungen rund zwei Meter breiter und etwas höher werden. "Wir hoffen nun, dass diese Abweichungen zu den ursprünglichen Planungen genehmigt werden. Im schlimmsten Fall brauche wir sonst ein neues Planfeststellungsverfahren." 

Diesen Schritt aber möchte der Bürgermeister tunlichst vermeiden: "Seit Jahren plädieren wir für die Brücke am Bahnübergang, haben die erhöhten Auflagen und Prüfungen in punkto Naturschutz überstanden und die Entwürfe gingen durch sämtliche Ämter. Wir haben uns lange genug damit beschäftigt, wir wollen endlich die Autobrücke über die Gleise verwirklichen." 

Tödlicher Unfall am Soyener Bahnübergang

Im Februar 2016 gab es an dem unbeschrankten Bahnübergang bei Schlicht im Soyener Gemeindegebiet einen tödlichen UnfallEin Personenzug erfasste dabei ein Auto. Der 34-jährige Fahrer des Wagens wurde getötet. Am Bahnübergang in Hörgen war das bereits das vierte Todesopfer nach Unfällen mit einem Zug und einem Fahrzeug. 

"Es kann nicht sein, dass erst etwas passieren muss, damit wichtige Planungen wie die Autobrücke realisiert werden. Es ist wirklich sehr traurig, wenn reagiert wird, nachdem es schon Tote gab", bedauert der Bürgermeister und spielt damit auf die Tatsache an, dass das Eisenbahnbundesamt unmittelbar nach dem tödlichen Unfall vor zwei Jahren den notwendigen Bescheid ausgestellt hat, die Voraussetzung für die öffentliche Auslegung des Großprojekts

Damit künftig nicht noch mehr passiert, hat sich Fischberger das Jahr 2019 zur Fertigstellung als Ziel gesetzt. Im Herbst 2018 könnten die Bagger bereits rollen. Mit den geplanten Kosten von 3,3 bis 3,5 Millionen Euro befinde man sich im Rahmen. "Es ist wichtig, dass wir das Projekt jetzt zügig realisieren", betont Fischberger abschließend. "Tragische Unfälle dürfen sich bei uns nicht mehr wiederholen." 

mb

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