Am Ort der Unfalltragödie

Tödlicher Unfall am Bahnübergang: Wie konnte das passieren?

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Für den Fahrer des Mercedes kam jede Hilfe zu spät: Er erlag noch an der Unfallstelle seinen Verletzungen.

Soyen - In Soyen kam ein 34-Jähriger an einem Bahnübergang um. Wie konnte das passieren? Die Kollegen von der tz sahen sich am Unfallort um und hörte einen Experten.

Es war ein trauriger Nachmittag am Freitag in Soyen. Angehörige, Freunde und Bekannte wollten den früher in Isen praktizierenden Zahnarzt Mathias G. (34) auf seinem letzten Weg begleiten. Er war vor einer Woche bei einem Zugunglück ums Leben gekommen, viele beherrscht seither die Frage: Wie konnte es geschehen, dass er kurz vor 13 Uhr in Soyen die Regionalbahn nach Rosenheim nicht sah? 

Den Übergang sichert zwar keine Schranke. Es gibt aber fünf Warnsignale, zusätzlich Andreaskreuze und eine Blinkanlage. Die tz sah sich am Unfallort um und hörte einen Experten:

Die Anfahrt

Die Strecke zum Bahnübergang ist schnurgerade, allerdings gibt es rechts, wo die Schienen liegen, niedrige Bäume und Gestrüpp. Die stehen dicht beinander. Das Gestrüpp endet kurz vor der zweitstreifigen Bake (160 Meter bis zum Übergang). Danach geht es an der letzte Bake (80 Meter) in eine Linkskurve und scharf rechts mit kurzer Gerade zum Übergang. „Was machen Sie da nun?“, fragt der Verkehrssicherheitexperte Franz Schilberg (85) aus Bergisch-Gladbach. „Sie schauen als Autofahrer erstmal auf die Straße. Doch sehen Sie noch rechtzeitig die Blinklichter?“

Der Übergang

Fünf Blinklichter sichern den Übergang, vier befinden sich an der Straße, eines an einem Feldweg. Schilberg: „Was sofort auffällt, sind die langen Sonnenschutz-Bleche an den Blinklichtern.“ Diese seien veraltet, wer sich moderne Übergänge ansieht, erkennt ampelgleiche Rotlichter. Diese blinken auch nicht, sondern zeigen permanent Rot. „Diese Bleche hatten ja einen Sinn, man sollte ja bei starker Sonneneinstrahlung die Lichter sehen können.“ Schilberg denkt aber auch, dass Autofahrer eben wegen dieser Bleche das Rot schlechter mitbekommen. „Und man darf nicht vergessen: Es blinkt links-rechts-links … Wenn man Pech hat, ist gerade links Dunkelphase, wenn man in die Kurve fährt. Das rechte Signal könnte durch die Bleche verdeckt sein. Man kann so irrtümlich folgern, dass die Anlage aus ist.“

Das Licht

Die Warnlichter haben einen kleineren Durchmesser als Straßensignale wie Ampeln. „Die Botschaft ,Rot! Anhalten!‘ wird aber umso besser wahrgenommen, je größer die Fläche des Rotlichts ist“, sagt Schilberg. „Helligkeit ist weniger ausschlaggebend.“

Eine Theorie, wie es zu dem Unfall kam, was die Ermittler und die Gemeinde sagen sowie eine mögliche Übergangslösung. - Das alles lesen Sie bei der tz.

Aus dem Archiv:

Unglück bei Soyen: Regionalzug schleift Auto mit

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