Falsche Gerüchte machen die Runde

"Geheime Polizeieinsätze" in Soyener Asylunterkunft?

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Soyen - Nachdem bereits Anfang des Jahres über Einsätze der Polizei in der Soyener Asylunterkunft diskutiert wurde, sind die Bürger jetzt scheinbar erneut in Aufruhr. Jedoch zu Unrecht.

Von "Großaufgeboten von Feuerwehr und Polizei mit Blaulicht und Martinshorn" ist in letzter Zeit die Rede - und von einem "Helikoptereinsatz durch den Rettungshubschrauber Christoph 14 aus Traunstein", der neben der Unterkunft gelandet sei. 

Mehrere Streifen hätten laut Beobachtern die letzten Meter vor der Unterkunft das Blaulicht ausgeschaltet und seien plötzlich"neutral und ohne Sonderzeichen" angerückt. Tumulte und Ruhestörungen seien sowieso an der Tagesordnung. 

Ein Leser aus Gars will sich nicht länger für "dumm verkaufen lassen" und ist sich sicher, dass Presse und Polizei das "vorhandene Gefahrpotenzial der Soyener Asylunterkunft gezielt verschweigen". Heftige Vorwürfe, die unsere Redaktion erreichen. 

Werden in Soyen Einsätze wirklich mutwillig verschwiegen?

"Die Polizei kehrt auf keinen Fall Einsätze unter den Teppich" versichert Polizeihauptkommissar Richard Gottwald von der Polizeiinspektion Wasserburg auf Nachfrage von wasserburg24.de. 

Wie bereits berichtet, komme es auch in Soyen immer wieder zu sogenannten Unterstützungseinsätzen bei Abschiebungen. "Um die Sicherheit zu erhöhen, setzen wir mehrere Streifen ein, falls es zu Unstimmigkeiten bei der Verlegung kommen sollte und eine Besatzung möglicherweise nicht ausreicht", erklärt Gottwald. 

Zudem könne es Fälle von Erkrankungen in der Unterkunft geben, bei denen dann ein Rettungswagen alarmiert werde.

Keine Beschwerden oder Anzeigen 

Einen größeren Polizeieinsatz in den vergangenen Tagen kann Rainer Gottwald tatsächlich bestätigen: Am 10. Februar rückten mehrere Streifen nach Soyen aus. "Der Grund war eine fehlerhafte Rauchmeldeanlage, die Alarm in der Asylunterkunft geschlagen hatte. Die Feuerwehr war unterstützend vor Ort, der Einsatz konnte aber rasch wieder beendet werden."

Sonstige Vorkommnisse in Soyen seien der Polizei nicht untergekommen in letzter Zeit - auch den Vorwurf von Tumulten und Ruhestörungen kann der Wasserburger Polizeihauptkommissar nicht bestätigen. 

Sicherlich käme es hin und wieder zu kleineren Auseinandersetzungen zwischen den Bewohnern in der Asylunterkunft. "Uns liegen aber keine Beschwerden oder gar Anzeigen diesbezüglich vor." 

Richard Gottwald abschließend: "Falls größere gravierende Einsätze, vergleichbar mit dem vom 15. Dezember 2016, passieren, können die Bürger versichert sein, dass wir darüber auch berichten." 

Fest steht also: Einsätze in der Soyener Asylunterkunft werden nicht bewusst vertuscht oder dem Bürger als "harmloses Märchen" aufgetischt.

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mb

Rubriklistenbild: © dpa

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