Neue Bürgerinitiative in Soyen

Viel Kampfeslust gegen B15neu

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Diana Bauer mit Landtagsabgeordneter Rosi Steinberger, dem B15neu-Gegner Franz Schott sowie ihren Soyener Mitstreitern Ernestine Singer, Holger Kalvelage und Ludwig Maier
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Soyen – Bis auf den letzten Platz gefüllt war der Saal beim Dorfwirt. Eine Bürgerin hatte eingeladen, um eine Bürgerinitiative ins Leben zu rufen, die fortan gegen die B15neu Trasse protestieren soll.

Man muss das Rad nicht neu erfinden, ist sich auch Diana Bauer sicher. Dennoch möchte die Soyenerin viele Gleichgesinnte an den Tisch bringen, um gemeinsam gegen die Planungen zur autobahnähnlichen Trasse der B15neu Zeichen zu setzen. Der erste Schritt gelang – besonders viele Interessierte hatten sich im Saal eingefunden, um als Gruppe Engagement zu zeigen.

Dabei fiel auf, dass Bürger aus allen Generationen anwesend waren. Viele polterten über den aktuellen Stand der Planungen zum Verlauf der Trasse und welche Frechheit es sei, in eine so schöne Landschaft einfach Bagger rollen zu lassen. „Wir lassen uns Soyen nicht einfach zerschneiden“ wettert ein Landwirt.

Bürgermeister Karl Fischberger lobte das Bürger-Engagement

Bürgermeister Karl Fischberger bestätigte erneut, dass auch er persönlich gegen die autobahnähnliche Trasse sei und der Gemeinderatsbeschluss gegen die Vorbereitungen der Streckenführung klares Signal an die Zuständigen sei, dass Soyen Gegner des momentanen Vorhabens ist. „Mit unserer Resolution haben wir mit dem Gemeinderat das getan, was wichtiger Baustein für den Unmut des Ortes ist. Es zeigt, dass sich Soyen auf diese Planungen nicht einlassen wird, unser klares Nein soll ein Zeichen setzen. Es ist aber sehr erfreulich, dass man merkt, dass in Soyen die Bürger sich ebenfalls wehren möchten. Durch gemeinschaftlichen Bürgerprotest sehe er Chancen, auf den Widerstand eines Ortes gegen Planungen zur B15neu aufmerksam zu machen.

Die mehr als 150 Anwesenden aus allen Ortschaften der Gemeinde Soyen wussten über den aktuellen Stand durchwegs Bescheid , die Landtagsabgeordnete Rosi Steinberger wurde dennoch eingeladen, um Detail-Informationen zu dem autobahnähnlichen Projekt zu erläutern. „Der angebliche Bedarf für so eine Straße ist ganz und gar nicht gegeben“, heißt es von Steinberger. Die Grünen-Politikerin ermutigte die vielen aufgebrachten Bürger, sich weiter öffentlich zu wehren. „In vielen Gebieten , wie etwa Pfaffing, hat es etwas gebracht, wenn sich die Gegner nicht haben einschüchtern lassen“.

Auch Franz Schott von der Gemeinschaft der Betroffenen und Gegner der Autobahntrasse Regensburg-Rosenheim e. V. ließ es sich nicht nehmen, vorbei zu schauen. „In Soyen gab es extrem viele Mahnfeuer und man merkt Euren Widerstand gegen diese Trassen-Planungen“ lobt Schott. Seiner Meinung nach sollten die Soyener mit Hilfe der ins Leben gerufenen Bürgerinitiative noch mehr die Möglichkeit haben, gemeinsam stark zu werden.

Wichtiger Punkt: Die Initiative gründet keinen neuen Verein, braucht daher auch weder Satzung noch Vorstand.

Eine enge Zusammenarbeit mit der Gemeinschaft der Betroffenen und Gegner der Autobahntrasse Regensburg-Rosenheim ist vorgesehen, alle Interessierten könnten sich hier als Mitglied eintragen, heißt es von der Initiatorin der BI in Soyen, Diana Bauer. Als Einzelkämpferin wird sie zukünftig nicht mehr agieren und eventuell Aktionen vor Ort vorbereiten müssen. Unterstützung erhält sie von Holger Kalvelage, Ludwig Maier und Ernestine Singer. „Ab sofort werden wir Vier die Koordination übernehmen, wenn es um das Anliegen der vielen Soyener gegen eine B15neu geht“, zeigen sich Bauer und Kalvelage einig.

Nähere Details zur Scheitholz-Aktion finden Sie hier!

Die erste Aktion mit der BI wird beispielsweise die Scheitholz-Aktion sein. „Hier haben die Gegner aus dem Dach-Verein für den 26. Juli aufgerufen, viele Holzscheite zu sammeln, individuell zu gestalten und so ein Zeichen zu setzen, gegen diesen Irrsinn der geplanten Autobahn“, klingt es von Franz Schott von der Betroffenen-Gemeinschaft. Nach der Sammlung der Hölzer werde dieser riesen Stoß vor die Tore des Innenministeriums nach München gekippt, zeigten sich Schott und die weiteren Organisatoren überzeugt. Diana Bauer ermutigte viele Anwesende, auch die Postkarten für Innenminister Joachim Herrmann zu unterschreiben, um so weiter den Unmut auszudrücken.

Erleichtert wirkten die vielen interessierten Soyener, die bei der Gründungsveranstaltung mit dabei waren. „Ich werde mir auch überlegen, dem Verein der Gegner-Gemeinschaft beizutreten, weil ich seit den Mahnfeuern weiß, wie wichtig es ist, zusammen zu halten“ erklärt eine Bürgerin. Dabei war es wichtiger Punkt während der Diskussion, dass keine bürokratische Gründungszeremonie stattfinden solle, sondern jeder, der Interesse an der Sache habe, mit dabei sein könne, bekräftigten Diana Bauer und Holger Kalvelage.

Alle Soyener, die sich bei der Holzscheit-Aktion beteiligen möchten, sollten bis 26. Juli die Holzscheite an der Sammelstelle bei Ernestine Singer vorbei bringen.

Am Tag der Abholung werde mit Kundgebungen und weiteren Veranstaltungen in unterschiedlichen betroffenen Orten in den einzelnen Regionen erneut auf sich aufmerksam gemacht, weist Franz Schott abschließend hin. Besonders gefreut habe sie sich über den Zuspruch vieler Bürger aus fast allen Ortsteilen und Ortschaften der Gemeinde Soyen, erklärte Diana Bauer. „Wir haben alle das gleiche Ziel, Widerstand gegen die autobahnähnliche Trasse zu zeigen, das schweißt nochmals zusammen“, ist sich Bauer sicher. Die Zahl der Mitstreiter freue sie sehr, es bestärke sie, sich weiterhin federführend dafür einzusetzen.

Quelle: rosenheim24.de

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