Soyen strikt gegen Deponie Odelsham

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Soyen - Der Gemeinderat lehnt die geplante Deponie für belastete Abfälle in Odelsham einstimmig ab. Hauptgründe sind der mangelnde Bedarf und der Natur- und Landschaftsschutz.

Die Gemeinde war schon beim Raumordnungsverfahren vor zwei Jahren gegen die Deponie, damals als einzige Kommune in dieser Deutlichkeit. Bürgermeister Karl Fischberger brachte die Argumente nun noch einmal in aktuelle Form, nachdem die Regierung von Oberbayern die Gemeinde ausdrücklich dazu aufgefordert hatte. Ursprünglich war nämlich übersehen worden, dass Soyen als Nachbar im derzeitigen Planfeststellungsverfahren zwingend zu hören ist.

Schon 2003, als der Landkreis seine Deponie in Sieghart für "Inert-Material", also Abfall mit besonderen Gefahrenstufen, erweitern wollte, sei man dagegen gewesen, erinnerte Fischberger, unter anderem wegen der auffälligen Konzentration von Deponien in diesem Raum. Daran habe sich nichts geändert, auch wenn die Pläne nun die andere Innseite beträfen.

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Konkret weist die Gemeinde Soyen auf einige Widersprüche hin, die sich in den Antragsunterlagen für die sogenannte DK 1-Deponie finden. So sei darin von einem jährlichen Anfall von 30 000 Kubikmeter Inert-Material die Rede. 2004 habe das Landratsamt Rosenheim aber nur 800 bis 1000 Kubikmeter dieser Abfälle pro Jahr im Landkreis prognostiziert. Diese Steigerung um den Faktor 30 sei nicht nachzuvollziehen.

Außerdem habe die Firma Zoßeder im Antrag nicht erwähnt, dass es seit kurzem bereits eine DK 1-Deponie in Neuötting gibt mit einem Volumen von 220 000 Kubikmetern. Dies sei aber für die Bedarfsermittlung wesentlich.

Der zweite Schwerpunkt in der Ablehnung der Pläne ist der Natur- und Landschaftsschutz. Die Nähe zum Inn sei grundsätzlich problematisch, heißt es. Dabei wird besonders darauf hingewiesen, dass die Naturschutzbehörden bei Veränderungen im landschaftlichen Vorbehaltsgebiet "Inn von Wasserburg bis Gars und umliegende Feuchtgebiete" besonders strenge Maßstäbe anlegen. "Bei uns wird mit diesem Argument ein geplantes Haus abgelehnt, hier würde eine ganze Deponie nicht stören", wundert sich Fischberger. "Eine in der Umweltverträglichkeitsuntersuchung zitierte 'positive Auswirkung auf das Landschaftsbild' ist nicht nachvollziehbar", wird in der Stellungnahme festgehalten.

Schließlich sieht der Soyener Gemeinderat auch einen Widerspruch in den Rekultivierungsvorgaben. Einerseits sei strikt darauf zu achten, dass keine Tiefwurzler die Abdichtung der Deponie zerstören könnten. Andererseits werde eine "lokale natürliche Vegetation" verlangt. Das sei aber wohl ohne Eiche und Kiefer, beides Tiefwurzler, nicht vorstellbar.

koe/Wasserburger Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

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