Täter über Facebook gefunden?

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Soyen/Haag – Viele Menschen geben auf Facebook zu viele private Daten und Fotos preis. Das könnte jetzt einem jungen Mann aus dem Bereich Haag das Genick brechen.

Ein Sonntagabend mit Freunden endete für eine 19-Jährige aus Soyen auf dem Haager Herbstfest schlagartig im Krankenhaus. Melanie wurde von einem Fremden, nachdem einer ihrer Freunde mit ihm in Streit geriet, niedergeschlagen. Der junge Mann schlug ihr mit der Faust ins Gesicht, woraufhin sie blutend auf den Boden sank. Wohl aus Angst flüchtete der Täter daraufhin, ohne sich um die 19-Jährige weiter zu kümmern. „Ich möchte eine Entschuldigung“, äußerte sich damals Melanie gegenüber wasserburg24.de. Jetzt könnte der Täter bald zur Rechenschaft gezogen werden.

Der Täter scheint nämlich gefunden. Wenige Tage nach dem Geschehnis in Haag, machte sich der Freund der 19-Jährigen, Raphael, auf die Suche nach ihm. Raphael war an besagtem Abend am Haager Herbstfest dabei. Mittel zum Zweck bei der Suche: Facebook. Rechtlich sei das völlig in Ordnung, erklärt der Polizeichef in Waldkraiburg, Georg Marchner. Die Polizeiinspektion in Waldkraiburg und in Wasserburg arbeiten zusammen an dem Fall.

Niedergeschlagen auf dem Haager Herbstfest

„Jeder darf das was zur Verfügung steht nutzen! Die Polizei ist durch Datenschutzauflagen davon ausgenommen. Wenn ein Normalbürger allerdings Informationen, seien sie aus dem Internet oder durch Beobachtungen, an die Polizei weitergibt, ist das rechtlich ok“, unterstreicht Marchner. Trotzdem hat die Art der Suche einen bitteren Beigeschmack: so könnte wohl jeder von uns, der bei Facebook angemeldet ist und eine äußere Ähnlichkeit hat, zum vermeintlichen Täter werden!

Kein Mensch kann jedoch einfach für irgendeine Tat beschuldigt werden. Deshalb fänden zurzeit weitere Vernehmungen von Zeugen des Tatabends statt, erklärt Marchner. Ihnen werden Fotos vorgelegt, mitunter vom vermeintlichen Täter, um den Täterkreis weiter einzugrenzen. Damit sollte sich der Verdacht auf die besagte Person verhärten lassen oder eben auch nicht! Wenn doch, dann wird es demnächst zu einer Vernehmung des jungen Mannes kommen. Und vielleicht bekommt Melanie dann doch noch ihre geforderte Entschuldigung!

kmr

Quelle: rosenheim24.de

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