Was für ein Spaß: Waschen ohne Waschmaschine!

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Was für ein Spaß: Waschen ohne Waschmaschine!

Amerang - Wie wäscht man T­-Shirts, Hosen oder Blusen? Ganz einfach: „Man steckt alles in die Waschmaschine, was bunt ist“, sagt Sandra beim Kinderwaschtag im Bauernhausmuseum Amerang.

„Und wenn die weiße Wäsche vollgekleckert ist, kommt die auch noch in die Maschine.“ Richtig! Doch früher, als die Menschen die Waschmaschine noch nicht kannten, war alles schwieriger. Hier hieß es: Einweichen, Schrubben und Bürsten, ausspülen und noch mal bürsten. Wie das alles geht, und was für eine Knochenarbeit das war, erfuhren zehn Buben und Mädchen beim Kinderwaschtag im Bauernhausmuseum Amerang. Angeleitet von den Museumspädagoginnen Stephanie und Johanna, erlebten die Kinder ein wahres Wasch­Abenteuer mit einem tollen Beginn: „Jeder bekommt ein Geschirrtuch, und dann dürft ihr das mit Erde, Gras, Kaffee und Marmelade vollkleckern!“ erklärte Stephanie. Danach machten sich die Buben und Mädchen eine kleine Entdeckungsreise in den Bernöderhof und Mittermayerhof. „Schaut nach – wie und wo haben die Bauern hier ihre Wäsche gewaschen?“ lautete die Aufgabe. Sie war nicht leicht zu lösen: bis auf einen Wasserhahn und ein Waschbecken fanden die Kinder nichts.

Des Rätsels Lösung: „Die Bäuerinnen haben die Wäsche im einem Eimer oder in einem Zuber eingeweicht und danach von Hand mit Seife gewaschen“, erklärt Stephanie. „Das war ein hartes Stück Arbeit. Sie mussten den Dreck mit der Bürste rausschrubben.“ Wir hart das ist, erlebten die Kinder dann selbst. Sie weichten ihr schmutziges Geschirrtuch im Wasser ein. Danach hieß es: Kernseife mit der Reibe verkleinern. „Das ist anstrengend“, meinte Max, der mit seiner Schwester Anna am Waschtag teilnahm. Trotzdem: verbissen rieb er die Seife so lange, bis sie in kleinen Flocken vor ihm lag. Die Flocken kamen flugs ins Wasser, dann hieß es: Dr. Claudia Richartz das Zeug hält! „Wir bürsten so lange, bis die Flecken Bürsten, wasdraußen sind“, sagte Anna, und dann schrubbten die Geschwister gemeinsam. Und siehe da: das Geschirrtuch wurde allmählich sauber. „Das macht Spaß!“ freute sich die elfjährige Schülerin. Die Väter und Mütter der Kinder verfolgten den Waschtag mit Erstaunen. „Dass es so was wie Kernseife noch gibt, wusste ich gar nicht“, meinte Bernd Schulberg, der mit Ehefrau Barbara und seinen zwei Töchtern Franziska und Christine gekommen war.

Die Töchter waren mit Feuereifer bei der Sache. „Wir kommen immer zwei Wochen lang im Urlaub nach Amerang“, berichtete der Familienvater weiter. „Und unsere Kinder sind jedes Mal dabei, wenn das Bauernhausmuseum etwas anbietet. Die Workshops sind immer sehr interessant, unseren Kindern machen sie viel Freude, und sie lernen etwas.“ Mit dem Bürsten und Schrubben war der Waschtag aber noch lange nicht zu Ende. Mit Museumspädagogin Stephanie wanderten die Kinder zum Bach, um die bearbeiteten Geschirrtücher auszuwaschen. „Das ist wichtig, weil die Seife ganz raus muss aus dem Tuch“, erklärte Stephanie. Die Buben und Mädchen waren danach geschafft. Aber die Museumspädagogin konnte den Kindern etwas Wichtiges mit auf den Weg geben: dass das Leben in früheren Zeiten ziemlich hart war. „Ihr habt jetzt ein Geschirrtuch gewaschen“, erzählte sie den Kindern. „Stellt euch nur mal vor, wie viel Arbeit es für eine Bäuerin war, die Wäsche von der ganzen Familie mit der Hand zu waschen. Einmal Wäsche waschen war ein ganzer Tag harter Arbeit.“

Bauernhausmuseum Amerang

Quelle: rosenheim24.de

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