Spionjaks: „Großer Streifen“ in ihrer Heimatstadt

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Kameraman Marcus Stotz

Wasserburg - Das schöne Wasserburg ist wieder einmal Filmkulisse - diesmal aber für einen echten Wasserburger Film. Die Spionjaks haben ihren ersten "großen Streifen" abgedreht.

Lesen Sie hier den Bericht der Wasserburger Zeitung vom Freitag:

Low budget - dafür viele Ideen

Die letzte Klappe ist jetzt gefallen, in einem halben Jahr soll der Film aus Wasserburg ins Kino kommen. Es ist die erste "lange" Produktion der Spionjaks - ein Name, den man in Wasserburg schon von Kurzfilmen und aus ihrer Band-Zeit kennt.

Für Slavko Spionjak war es nur logisch, dass er irgendwann einen abendfüllenden Film machen würde. "Ideen haben wir mehr als genug, eigentlich ging es nur um die Umsetzung." Mit "wir" meint Slavko auch seine Schwester Slavica als Produzentin und seine Frau Rita Fichtl-Spionjak. Und "Umsetzung", das bedeutete in erster Linie Finanzierung.

Denn ihr Geld verdienen die Spionjaks mit ihrer Firma UE-Spionjak, die beispielsweise Webseiten und Werbefilme produziert. Wenn dann was überbleibt, wird es sofort in die künstlerischen Projekte gesteckt. Das waren zuletzt vor allem Kurzfilme wie "Harry & Bo". Doch jetzt haben die Spionjaks den Sprung zum "großen Kino" gewagt. Noch verraten sie nicht viel über ihren Film. Doch dass es ein Kraftakt war, ihn abzudrehen, das ist kein Geheimnis.

Der das sagt, muss es eigentlich wissen: Gregory B. Waldis ist Hauptdarsteller, und er arbeitet wie alle Beteiligten umsonst. Zumindest gilt das vorerst, denn sollte der Streifen einmal Gewinn einspielen, werden alle Mitwirkenden daran beteiligt. Dabei ist Waldis ein Profi, bekannt von "Sturm der Liebe" und ähnlichen Produktionen. Der Schweizer Schauspieler kann sich nur wundern darüber, wie das bei den Spionjaks läuft: "Alle machen ohne Geld mit, verlieren nie den Humor, und wenn es ein Problem gibt, wird jemand angerufen und es läuft wieder."

Möglich machte es zum einen die digitale Technik, die inzwischen gute Bildqualität bei vertretbarem Aufwand biete, wie Slavko Spionjak überzeugt ist. Zum anderen war "das tolle Netzwerk" verantwortlich, das die drei Kunstschaffenden in Wasserburg und in der Filmbranche inzwischen haben.An vier Wochenenden wollten die Spionjaks eigentlich ihren Streifen abdrehen. Es wurden fünf daraus, jeweils verlängert um ein, zwei Wochentage. Doch die sieben Schauspieler in den Hauptrollen, alle aus dem professionellen Bereich, haben das alles mitgemacht, ebenso Kameramann und Technik. "Lauter Spitzenleute", ist Slavko Spionjak begeistert, der Regie führt.

Das Drehbuch stammt von seiner Frau Rita. Die Story ... "wird nicht verraten", so Hauptdarsteller, Produzentin und Regisseur aus einem Munde. Immerhin lassen sie so viel heraus, dass es um Bruno (Gregory B. Waldis) geht, der "auf der Suche nach seinem Platz im Leben ist." Er findet ihn in einer unerwarteten Richtung. Ein wenig sozialkritisch sei der Film, gleichzeitig Komödie mit Science-Fiction-Elementen - "und eine Liebeserklärung an Wasserburg."

Denn hier und in der näheren Umgebung wurde gedreht, hier fanden sich die vielen Unterstützer, vom Hotel Fletzinger, das die Crew kostenlos aufnahm, bis zu den Besitzern von Häusern und Grundstücken, auf denen gedreht wurde.

30.000 Euro haben die Spionjaks selbst aufgewendet, "das ist für eine Filmproduktion lächerlich, aber für uns enorm", so Slavko - "low budget" im wahrsten Sinn des Wortes. Auf öffentliche Förderung konnten sie als Quereinsteiger nicht hoffen, denn die wird nur Hochschulabsolventen gewährt.

Auch das ist ein Grund, warum die Schauspieler erst einmal in Vorlage getreten sind. "Ich wollte hier einfach weg vom Sunnyboy-Image" so Gergory B. Waldis. "Und wenn Slavko durchstartet, wird noch eine Altersvorsorge daraus", scherzt der Hauptdarsteller. Außerdem hätten die Darsteller noch mehr Einfluss auf den kreativen Prozess: "Da wird auch mal diskutiert, wie man was macht."

Solche Diskussionen sind natürlich nicht immer einfach. Vielleicht ist auch das ein Grund, dass Slavko Spionjak nun sehr froh ist, dass das Material seit ein paar Tagen im Kasten ist. Jetzt geht es ans Schneiden - und an die Suche nach Sponsoren für den Vertrieb des Films. Ein paar Kontakte haben die Spionjaks auch hier schon geknüpft. Das werde sich schon finden, sind sie optimistisch - bisher habe sich doch noch alles lösen lassen.

Spionjak-Dreh in Wasserburg

Wasserburger Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

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