Stadt geht weiter in Richtung Zukunfts-Energie

Wasserburg - Regenerative Energien, alternative Antriebe und energetische Gebäudesanierung beschäftigten den Werksausschuss in seiner jüngsten Sitzung.

Die Stadtwerke haben sich schon vor einiger Zeit an einem neuen Windpark in der Oberpfalz beteiligt. Dort sind, wie Werkleiter Kurt Fritsch jetzt im Ausschuss bekannt gab, zwei der fünf neuen Windkraftanlagen bereits fertig montiert, können ans Netz gehen. Ende August/Anfang September soll der Windpark komplett sein, geht dann an die "Energieallianz Bayern" (EAB) über, in der sich 32 Stadtwerke, darunter Wasserburg, zusammengetan haben.

Die EAB arbeitet aber laut Fritsch zügig weiter am Auf- und Ausbau zukunftsfähiger Kraftwerkskapazitäten. Anfang Juni kaufte sie zwei weitere Windparks mit sechs Windrädern in Sachsen-Anhalt, auch hier sind die Stadtwerke beteiligt. Da der Kaufvertrag auf den 1. April zurückdatiert war, sicherte sich die EAB damit auch den Stromertrag aus dem windreichen Frühjahr, wie Fritsch sichtlich erfreut anmerkte.

Markus Pöhmerer (Wasserburger Block) wollte wissen, ob die Stadtwerke den Strom aus den Windkraftwerken direkt beziehen, was Fritsch verneinte. Das sei zwar technisch möglich, wirtschaftlicher sei es aber, den Strom zu verkaufen, einzuspeisen und die Gewinnbeteiligung mitzunehmen.

Werkreferent Helmut Schedel (SPD) wollte Fritschs' Einschätzung, wie sinnvoll denn kleine Windkraftanlagen sind, wie sie die Elektrizitätsgenossenschaft Schonstett gerade plane, oder gar private Windkraftanlagen, die unter zehn Metern Höhe genehmigungsfrei wären. Aus Schonstett wusste Fritsch, dass laut Windatlas die Anlage durchaus sinnvoll ist. Im Rahmen des Energiedialoges 2050 sei vergangenes Jahr geprüft worden, wie interessant private Kleinanlagen seien. "Die sind derzeit aber nur etwas für Enthusiasten, rechnen sich überhaupt nicht."

Erst im Mai hatte der Werksausschuss beschlossen, dass die Stadtwerke auf drei städtischen Wohngebäuden am Klosterweg Fotovoltaikanlagen errichten sollen. Am 29. Juni und 7. Juli gingen diese bereits in Betrieb. Laut Fritsch erzeugen die Anlagen pro Jahr etwa 46.000 Kilowattstunden grünen Strom, was für gut 13 Haushalte reicht, aber nicht den Bedarf der Wohngebäude deckt, auf denen die Anlagen installiert sind, denn dort gibt es 24 Haushalte. Stadt und Stadtwerke prüfen derzeit, ob noch weitere städtische Gebäude zur Errichtung von Fotovoltaikanlagen geeignet sind. Im Stromnetz der Stadtwerke hängen laut Fritsch derzeit 95 Fotovoltaikanlagen mit einer Gesamtjahresleistung von einer Million Kilowattstunden "und es gehen laufend weitere Anlagen in Betrieb."

Die Stromtankstelle am Verwaltungsgebäude der Stadtwerke am Max-Emanuel-Platz ist schon seit Längerem in Betrieb, nun kommt im Erdgeschoss des Parkhauses an der Kellerstraße eine zweite hinzu. An dieser könnten zwei Elektrofahrzeuge gleichzeitig auftanken.

"Das Loch ums Haus ist zu", kommentierte Bürgermeister Michael Kölbl den Sachstand zur energetischen Sanierung des Wasserwerks-Gebäudes am Max-Emanuel-Platz. Laut Fritsch sollen bis Herbst noch Fenster und Türen ausgetauscht, eine Dämmschicht aufgetragen und der Dachboden isoliert werden. Geplant hat die Sanierung der städtische Energieberater Heinz Matzke, unterstützt von Architekt Richard Kröff. Dann sei man mit den eigenen Gebäuden in der Altstadt durch, so Fritsch. Von außen schon, warf Christian Stadler (die Grünen) ein, aber was werde aus den Nachtspeicheröfen in den Gebäuden? Da wolle man das erste volle Jahr im sanierten Gebäude abwarten, schauen was das bringe und dann entscheiden, so Fritsch, der schmunzelnd anfügte, "wir wollen ja immer mit guten Beispiel voran gehen. Und auch wenn man es sich heute kaum noch vorstellen kann: Nachtspeicheröfen waren einmal vorbildlich." Da war der Werkleiter allerdings noch nicht auf der Welt.

syl/Wasserburger Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © dpa

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