Stadteingang in schlechtem Licht

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Das Brucktor in der späten Dämmerung: Noch kann man das Gebäude erkennen -und gleichzeitig die Schwächen der Beleuchtung, die schon auf der Brücke beginnen.

Wasserburg - Wunderbar saniert thront das Brucktor als Stadteingang über dem Inn - bis 17 Uhr. Wer danach kommt, sieht davon in der dunklen Jahreszeit nichts:

Das Lichtkonzept ist bei der Sanierung offensichtlich missglückt.

Vor vier Jahren hatten wir im Rahmen unserer Reihe "Was mich freut - was mich ärgert" Kritik an der schwachen Beleuchtung des Stadteintritts und der Innfront veröffentlicht. Damals wurde aus der Stadtverwaltung versichert, im Zuge der Sanierung ein "professionelles Beleuchtungskonzept" erarbeiten zu lassen.

Tatsächlich wurde ein Lichtplaner hinzugezogen, doch das Ergebnis ist wenig befriedigend, wie sich in den dunklen Monaten wieder gezeigt hat: Der linke Teil des Brucktorgebäudes, also das Imaginäre Museum, ist abends immer dunkel, im rechten bewohnten sind allenfalls ein paar Fenster schwach erhellt. Das Tor selbst ist wie die gesamte Fassade bis auf die Uhr unbeleuchtet. Durchfahrt und Durchgänge haben unterschiedliche, teils sehr kalte Lichttöne.

"Ich hätte mir das im Detail auch etwas glücklicher vorstellen können", gesteht Stadtbaumeister Manfred Förtsch-Menzel ein. Zur Grundsatzentscheidung allerdings steht er. Man habe eine Fassadenbeleuchtung überlegt aber dann darauf verzichtet: "Nur die wichtigen Denkmäler der Stadt sollen nachts herausragen, also die Burg und die Kirchen." Und: "Wir wollen ja kein Disneyland und die ganze Innfront anstrahlen."

Das ist auch für Urs Hasler keine Alternative. Der Wasserburger ("Wasserburg leuchtet") ist Lichtdesigner und beleuchtet Objekte von Berlin bis Nürnberg. Er hatte bereits im Vorfeld der Brucktor-Sanierung seine Beratung angeboten. Das allerdings habe die Stadt nicht aufgegriffen, so Hasler.

Das Ergebnis der Arbeit seines Kollegen nennt er schlicht "lieblos". Die Lichtfarbe in der Durchfahrt empfindet er als "furchtbar": kaltweiß. Die Bodenstrahler im Durchgang seien zwar hochwertig und teuer, aber falsch eingesetzt, da sie teilweise blenden. Und auch im Kunstladen war die Beleuchtung "wenig wirkungsvoll", inzwischen würden dort Stehleuchten verwendet.

Was die Grundsatzentscheidung angeht, ob ein Gebäude, besonders ein Denkmal, angeleuchtet werden soll, könne man sicher der Meinung sein, dass das so dunkel bleiben sollte, wie in der Entstehungszeit, so Hasler. Bei anderen Denkmälern habe sich die Stadt schon lange für Licht entschieden. "Warum also nicht hier? Ein Hauch Licht auf dem Brucktor nimmt doch den Kirchen nichts an Wirkung."

Technische Möglichkeiten der Nachbesserung gebe es auch jetzt noch, ist Hasler überzeugt. Moderne LED-Technik, Dämmerungs- und Zeitschalter würden auch den Energiebedarf minimieren. Und selbst die missglückten Bodenstrahler könnte man noch nachbessern. "Aber ich will mich wirklich nicht aufdrängen, ich habe ja Arbeit genug."

Dass es "natürlich noch Möglichkeiten gäbe", gesteht auch der Stadtbaumeister zu. Mit der Bitte, diese auch zu nutzen, wird sich die Stadtverwaltung in Kürze durch den Wirtschaftsförderungsverband konfrontiert sehen. Dessen Vorsitzender Thomas Schmeling findet den Stadteingang über die Brücke nachts generell "fast gruselig duster". Denn auch die Leuchten auf der Brücke könnten deutlich mehr Licht spenden: "Da verschenkt Wasserburg viel."

kk/Wasserburger Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

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