Warmtanzen statt cool bleiben

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Wasserburg - "Dann tanzen wir uns warm", lautete die Devise des Stadtjugendfestes im Hinblick auf die kühle Temperaturvorhersage für Samstag.

Im Nachhinein hieß es zwar zeitweise sogar "dann tanzen wir uns trocken", der guten Stimmung tat das aber keinen Abbruch.

Von Anfang an sah es gut aus: Unterstützung von allen Seiten, ein reibungsloser Aufbau, gute Laune bei den Beteiligten, und das an dem ersten trockenen Tag seit langem. Als das sechste Stadtjugendfest am Samstag um 14 Uhr am Gries startete, waren die Organisatoren Vera Drexl und Ralph Hölting mehr als zufrieden. Und es wurde deutlich, dass es "die Jugend" nicht gibt, sondern dass das ein bunter Haufen ist, von dem viele Teile wieder mitmachten.

Die Tanzformation vom TC Inn Casino machte das "warm tanzen" mit viel Hüftschwung zu lateinamerikanischen Rhythmen auf der Bühne vor, und wer selber ins Schwitzen kommen wollte, war beim Alpenverein an der Kletterwand der Realschule richtig.

Auch an der Torwand der Mädchenfußballteams vom TSV 1880 Wasserburg war sportliches Können gefragt, die 13- bis 15-Jährigen aus der C-Jugend waren heuer zum ersten Mal dabei. Hatte man den Schwung doch weniger in den Beinen, sondern eher im Handgelenk, boten die Hauptschule und das Fischer Netzwerk eine außergewöhnliche Alternative: Für den richtig langen Acht-Personen-Kicker brauchte es schon ein paar Freunde für die Mannschaft, und außerdem ganz schön viel Kraft für einen langen Schuss.

Stadtjugendfest Wasserburg

Daneben gab es nochmal Gelegenheit zum Armtraining, und zwar mit Aggressionsabbau, denn Startklar Schätzel lud zum Wutball-Dosenwerfen ein. Und die Vertreter des Sportparks Fit und Fun hatten sogar Streetballkörbe dabei. Nur beim Laserschießen der Schützenbrüder, die ja schon kaum mehr wegzudenken sind vom Stadtjugendfest, streikte diesmal leider die Technik. Vera Drexl von der Mobilen Jugendarbeit freute sich über die Vielfalt der Vereine und Verbände und besonders über die fleißigen Helfer: "Das klappt alles super, auf die Jugendlichen ist einfach Verlass." So wie auf Fatos, der mit seinen 13 Jahren zu den jüngsten Ehrenamtlichen gehört und gerade vom Bungeetrampolin kam. Er hilft auch sonst im Jugendtreff, am Samstag war er sofort zum Aufbau zur Stelle. "Das macht total Spaß", erzählte er, musste dann aber auch weiter: Er wollte die Spiele an allen Ständen ausprobiert haben, um seinen Gewinnspielbogen auszufüllen. Und um 16 Uhr stand er selbst mit der von Jörg Herwegh geleiteten Theatergruppe des Förderzentrums auf der Bühne.

Stadtjugendfest Zwei

Das Stadtjugendfest zeigte Kindern und Jugendlichen also einerseits, wie bunt das Freizeitangebot in der Gegend ist. So präsentierte sich zum Beispiel auch die Wasserburger Jugendfeuerwehr und drehte die Schläuche auf. Andererseits stellt das Fest auch den Kontakt zu wichtigen Ansprechpartnern her: Der Kreisjugendring Rosenheim, die kommunale Jugendarbeit und erstmals auch der Mädchen- und Frauennotruf stellten sich vor, ebenso war der muslimische Jugendverein wieder mit am Gries. Der Jugendmigrationsdienst und die Suchtambulanz hatten eine Attraktion dabei, die auf große Begeisterung stieß: Beim Aerotrim testeten Mutige und Schwindelfreie ihre Grenzen. Außerdem war die Johanniterjugend mit einem ganz besonderen Sanitätswagen angerückt: einer Hüpfburg in Sanka-Form, auf der sich die Jüngeren austoben konnten.

Das Mehrgenerationenhaus hatte eine "Style and Hair" Ecke eingerichtet, wo man sich noch schnell schick machen konnte, bevor es "Factory of Goodness", Sieger des Schülerbandcontasts, in der Abendsonne schon ordentlich krachen ließen.

Die Umbauphase war dann ideal für eine Stärkung mit Crèpes oder Mittelmeerspezialitäten, denn auf der Bühne ging es bis 23 Uhr Schlag auf Schlag. "Kleinmeister", "No Scammin'" und "Bluekilla" gaben sich nicht die Klinke, sondern das Mikro in die Hand, und vor der Bühne scharte sich die Tanzwütigen.

Nur das Wetter, das war zwischendrin nicht mehr ganz so gut. Aber was sind schon kleine Regenschauer bei so einer Gemeinschaftsaktion? "Ach, die paar Tropfen", lachte Ralph Hölting, der Leiter des Jugendtreffs. "Das macht uns gar nichts, wir genießen den Tag und planen schon für nächstes Jahr." Und die Jugendlichen im Hintergrund, die schrieen ganz passend: "Zugabe".

sus/Wasserburger Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © stl

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