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Stadtwerke auf Ökostrom-Einkaufstour

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Wasserburg - Die Stadtwerke Wasserburg sind weiter auf Ökostrom-Einkaufstour. Jetzt wurde die Beteiligung an einem Windpark in der Oberpfalz bekannt gegeben.

Wenn möglich soll ab 2013 in Wasserburg nur mehr Ökostrom ins Netz eingespeist werden.

Im Juli hatten die Stadtwerke ihren Einstieg bei den Innkraftwerken Bayern bekannt gegeben. Jetzt folgte die nächste Investition: Mit einem Konsortium von 22 Stadtwerken, zusammengeführt über die "Energieallianz Bayern", wird in einen Windenergiepark bei Neumarkt in der Oberpfalz investiert. Fünf Anlagen sollen dort ab September 2011 rund 11,5 Megawatt anbieten, gerechnet wird mit einer "Stromernte" von 23 Millionen Kilowattstunden im Jahr.

2,5 Prozent davon werden den Wasserburger Stadtwerken gehören. Ob diese Strommenge ab 2013 auch hier direkt vermarktet oder gegen Vergütung allgemein ins Netz eingespeist wird, das steht noch nicht fest.

Man habe bewusst in ein Projekt in der Nähe investiert und nicht in einen "offshore"-Park in der Nordsee, so Bürgermeister Michael Kölbl. Kalkuliert ist die Investition auf 25 Jahre, die Rendite sei nicht entscheidend gewesen, aber durchaus interessant.

Auch wenn die Investitionssumme nicht bekannt gegeben wurde, ist klar: Der Einstieg in den "Windpark Ziegler" war ein verhältnismäßig kleiner Schritt. Dem Vernehmen nach geht es um 100.000 Euro, bei den Innkraftwerken war eine Summe von rund zwei Millionen Euro im Gespräch.

Doch die Stadtwerke wollen weitergehen in Richtung regenerative Energien. Bis 2013 ist der Strombezug bereits vertraglich geregelt, der Mix aus den Energieträgern Kernkraft, fossile Brennstoffe und regenerative Quellen, der in Wasserburg eingespeist wird, ist bekannt. Ab 2013 aber will man möglichst nur mehr "saubere" Energiequellen anzapfen.

Der Weg dorthin wurde jetzt auch im Werkausschuss diskutiert. Werkleiter Kurt Fritsch versuchte, mit einer Aufstellung etwas Licht in den Dschungel der unterschiedlichen Ökostrom-Zertifikate zu bringen: Es gibt davon fünf.

Und erwartungsgemäß wurde es bei dem Thema auch etwas politisch. Adil Oyan (Grüne) forderte, wenn möglich bei Erzeugern einzukaufen, die ausschließlich aus regenerativen Quellen erzeugten Strom anbieten. Auf alle Fälle sollte transparent sein, von wem die Energie kommt, denn es gebe Kunden, die mit Atomstrom-Erzeugern nichts zu tun haben wollten - auch nicht mit deren Öko-Abteilung. Gemeint war dabei Eon, von denen die Stadtwerke derzeit ihren "grünen" Strom unter anderem kaufen (siehe Kasten).

Oliver Winter (CSU) dagegen ärgerte sich darüber, dass es die Energieriesen den Grünen "gar nicht recht machen" könnten. Es gehe um die ökologische Erzeugung des Stroms, nicht um eine Marktregelung.

Pragmatisch sah die Sache Michael Kölbl. Man müsse auch darauf achten, dass die Stadtwerke bei den Preisen konkurrenzfähig bleiben. Eine verbindliche Festlegung auf Ökostrom wollte er daher zum jetzigen Zeitpunkt nicht. Sicher sei, dass beim "Innstrom", der Ökomarke der Stadtwerke, "auch wirklich sauberer Strom drin ist", so Kölbl: Es werde nachvollziehbar die entsprechende Menge eingekauft.

Dies könnte in Zukunft beispielsweise auch der am Wasserburger Kraftwerk erzeugte Strom sein. Der Einstieg in die Innkraftwerke, die seit einem Jahr im Besitz des österreichischen "Verbund" sind, sei "keine Geldanlage" gewesen, so Kölbl. Es sei dabei - neben einem gewissen Einfluss auf die Staustufe Wasserburg - vor allem um saubere, sichere und günstige Energie gegangen.

"Der Strompreis wäre beim Direkteinkauf zumindest günstiger als an der Strombörse", trat Werkleiter Kurt Fritsch anderslautenden Gerüchten entgegen. Mehrere Kommunen hatten nämlich den angebotenen Einstieg bei den Innkraftwerken abgelehnt, weil sie trotz der Beteiligung keinen direkten Zugriff auf günstigen Strom erhalten würden. Jetzt werden die freien 26,5 Prozent der Gesellschaftsanteile vom "Verbund" auf dem Markt angeboten. "Es ist etwas komplizierter, aber es gibt für uns durchaus die Möglichkeit des vergünstigten Strombezugs", unterstrich dagegen Fritsch.

Karl Königbauer (Wasserburger Zeitung)

Quelle: rosenheim24.de

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