Startschuss für Sanierung gefallen

Hauptschule Wasserburg: Anbau mit Schulküche.

Wasserburg (WZ) - Neue Fenster und ein paar Eimer Farbe sind zu wenig. "Wir müssen für die nächsten 30 Jahre denken", sagte Architekt Martin Gessert bei der Vorstellung der Generalsanierung der Hauptschule im Stadtrat.

Die gut 40 Jahre alte Hauptschule am Klosterweg muss saniert werden. Zu viel Energie geht zu den Fenstern hinaus, der Brandschutz lässt zu wünschen übrig, es muss eine neue Turnhalle her und barrierefrei sollte die Schule auch werden.

Ein Projekt dieser Größenordnung - zehn Millionen Euro müssen mindestens veranschlagt werden - muss europaweit ausgeschreiben werden. Diese Ausschreibung gewann das Architekturbüro "h4a" mit Sitz in Stuttgart und München. Martin Gessert, einer der Partner, stellte in der jüngsten Sitzung des Stadtrates kurz sein Büro und ausführlich den ersten Planungsentwurf für die Hauptschulsanierung vor.

"h4a" hat 35 Mitarbeiter, Arbeitsschwerpunkt sind Sanierungen, sowohl Entwurf und Planung als auch Bauleitung. Für seine Arbeiten hat "h4a" mehrere Auszeichnungen erhalten, darunter 2001 den Deutschen Architekturpreis. Diverse Referenzobjekte, darunter auch mehrere Schulen, stellte Gessert in Wort und Bild vor.

Momentan sind sämtliche Überlegungen zur Hauptschule am Klosterweg noch Teil einer Studie, nicht einer konkreten Planung, merkte Bürgermeister Michael Kölbl an. Was dem Gremium, das das Architekturbüro auswählte, besonders gut gefallen habe: h4a komme ohne große Neubauten aus, nutze um und fülle Lücken.

Gessert erklärte, derzeit gehe man von drei Bauabschnitten aus. Einer sei der Turnhallenbau, ein weiterer der Umbau der Aula und der dritte beträfe die Klassenräume. Wobei man da nicht um die Nutzung von Container-Klassenzimmern herumkomme.

Die Aula, derzeit sehr niedrig, soll nach dem Entwurf von "h4a" ein echtes Zentrum über zwei Geschosse werden. Und von der Galerie der Aula sind die Klassenzimmer im Obergeschoss auch mit dem Rollstuhl zu erreichen.

Wegen der neuen Nutzungsanforderungen, die unter anderem durch die Ganztagesklassen und den Differenzierungsunterricht an Schulen gestellt werden, müssen verstärkt Gruppen- und Nebenräume geschaffen werden. Da schlagen Gessert und Kollegen gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe. Zum einen werden nicht benötigte Sanitärräume zu Klassenräumen umfunktioniert, zum anderen werden diverse Versprünge in der Fassade mit Gruppenräumen aufgefüllt. Letzteres ist auch im Hinblick auf die energetische Sanierung sinnvoll, denn dadurch hat die Hauptschule weniger zu dämmende Fassadenfläche.

Die Fassaden der verschiedenen Bauteile der Schule sollen im Zuge der Sanierung angeglichen werden. Dabei soll dann auch die sinnigerweise zum Pausenhof gelegene Anlieferung für die Mensa etwas "getarnt" werden.

Zu den Kosten konnte und wollte Gessert sich nicht äußern, denn die Haustechniker zum Beispiel sind noch gar nicht involviert, außerdem sei nicht klar, was noch an Zusatzwünschen vom Stadtrat komme. Da brachten zum Beispiel Umweltreferent Lorenz Huber (Bürgerforum) und Adil Oyan (Die Grünen) den Einsatz regenerativer Energien ins Spiel. Gessert zeigte anhand einer anderen Schule, wie die Bestandsanalyse von "h4a" aussieht. Die ist sehr detailliert, für jeden Raum gibt es eine lange Liste. Was letztendlich auch bei der Feststellung der kosten helfe, so Gessert, der dem Stadtrat zudem vierwöchentliche Statusberichte zusagte.

Im kommenden Jahr soll nun die komplette Planung über die Bühne gehen, in den Jahren 2011 bis 2013 die Bauarbeiten. Eine Verkürzung der Bauzeit werde wohl für den Schulbetrieb problematisch, vermutete Hans Köck (CSU) und erntete dafür ein Kopfnicken von Gessert und dem Stadtbaumeister. Köck fragte zudem nach dem Hochwasserschutz für die Turnhalle, ob sich da etwas ändern müssen. Muss es laut Kölbl, der Hochwasserschutz wird um etwa 70 bis 80 Zentimeter aufgestockt - allerdings nur für die Hauptschule, nicht für weitere Anlieger.

Die Zweifachturnhalle, derzeit noch als dritter Bauabschnitt vorgesehen, kann laut Gessert bei Bedarf problemlos auch der erste Bauabschnitt werden. Die Stadt will noch mit dem Landratsamt klären, ob sich dieses an den Zusatzkosten beteiligt, wenn aus der geplanten Zweifach- eine Dreifachturnhalle wird. Denn die benachbarten Schulen des Landkreises haben keine eigenen Turnhallen.

Der Stadtrat zeigte sich sehr zufrieden mit dem ersten Entwurf von "h4a", gab dem Büro den Startschuss für die weitere, konkrete Planung.

syl/Wasserburger Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

Zurück zur Übersicht: Region Wasserburg

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser