Staunen, träumen und lachen im Sternenzelt

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Sächsische Halbameranger.

Amerang - Das 2. Ameranger Varieté-Festival beeindruckt in diesen Tagen nicht nur durch seine Location. Noch spektakulärer sind die künstlerischen Darbietungen.

Nicht ein kleines gallisches Dorf, sondern ein kleines bayerisches Dorf sorgt in diesen Tagen für Furore. Wenn der Ameranger Gewerbeverein was aufzieht, dann richtig und so liegt in diesen Tagen Weltstadtflair über dem schönen Ort im Chiemgau. Denn auch das 2. Ameranger Varieté-Festival beeindruckt mit hochkarätigen Künstlern und einem anspruchsvollen Ambiente im wohlbeheizten Zirkuszelt.

Wenn sich der schwere Samtvorhang öffnet, laufen nicht nur Künstler und 500 Premierengäste über den roten Teppich, nein der ganze Zeltboden ist damit ausgelegt und festlich gedeckte Tische und Kerzenschein laden dazu ein, Sorgen und Alltagsstress an der Garderobe abzugeben.

Moderator Eisi Gulp unterhält das Publikum im Sternenzelt.

Was dann folgt, ist pure Unterhaltung. Denn so eindrucksvoll wie das Ameranger Sternenzelt präsentierte sich dann auch das von Regisseur Simon Kühr inszenierte Festivalprogramm, das das Premierenpublikum vollauf begeisterte. "Noch besser als beim ersten Mal", "einfach klasse", "begeisternd" oder "viel schöner als anderswo" war dann auch der einhellige Tenor und nach Programmende war lange noch nicht Schluss.

Denn die "Firebirds" rockten das Zirkuszelt mit ihrem Sound der 50er und 60er-Jahre. Und das nicht nur während des Programms, sondern auch in ihrem Extra-Set nach der Show. Die Truppe aus Sachsen zähle schon zu den "Halbamerangern", betonte der Vorsitzende des Gewerbevereins, Christian Kerstens, und verriet dem Publikum, dass Schlagzeuger Guido demnächst Vater eines "in Amerang gezeugten Mädchens" werde. Klar, dass diese Meldung mit Applaus belohnt wurde.

Instabile Komik.

Für den "Master of Desaster" und gut aufgelegten Moderator des Abends Eisi Gulp war dies dann auch gleich das Stichwort, um sich in "Eisi-Manier" mit Amerang, seinen Gästen, gegen die kein Kraut gewachsen sei, dem Beelzebub und der Apokalypse überhaupt auseinanderzusetzen. Ob dem weiblichen Geschlecht hilflos ausgelieferter Macho, als vorlaute Engländerin oder Bhagwan frisch aus dem indischen Ashram, das Multitalent aus dem benachbarten Pittenhart hatte das Publikum von der ersten Minute auf seiner Seite. "Always look on the bright side of life oder schau auf de scheener Seiten im Leben" war seine musikalische Empfehlung.

Das passte gut zur Vielfalt des Staunens, das das Varieté-Festival zu bieten hat. Der sibirische Hula-Hoop-Artist Igor Boutorine begeisterte mit einer technisch brillanten Choreografie und eröffnete neue Dimensionen des Hula-Hoop. Das Duo Minasov aus Moskau zeigte eindrucksvoll, wie schnell ein Kostümwechsel gehen kann. Ihr zauberhafter "Quick-Change" versetzte die Zuschauer ins Staunen und veranlasste so manchen Mann zu einem triumphierenden Hinweis an die Begleiterin, sich doch ein wenig was vom Bühnenprogramm abzuschauen.

Begnadete Körper.

Alle berühmten Showbühnen in Las Vegas, Paris, London, New York oder Berlin hatten die "Blackwits" schon gesehen. Nun wurde der weiße Fleck auf der "Tour de Triumpf" geschlossen und das Duo begeisterte mit einer herausragenden Mischung aus Schwarzem Theater, Puppenspiel, Comic und Trickfilm auch das Ameranger Festival-Publikum. Zu den absoluten Programmhöhepunkten zählten auch die "Farellos" mit ihrer mehrfach preisgekrönten, artistisch atemberaubenden und ungeheuer unterhaltsamen Einrad-Nummer. Er, der quirlige Schönling, und Sie, die staubtrockene Putzfrau - eine schreiend komische Kombi auf instabil und schwer zu haltendem Arbeitsgerät.

Ebenso unterhaltsam und komisch "Max Nix & und Willi Widder Nix" mit ihrem perfekt abgestimmten Mix aus Comedy und Musik. Minimalistisch und ungeheuer komisch im Ausdruck überraschten sie mit dem gerockten Jodler und dem Alphorn als groovendes Rock-'n'-Roll- Instrument. Leiser, dafür aber mit Eleganz und Grandezza, begeisterte der Diabolo-Artist Gilles Le Leuch, alias "Antoine". Zu Walzerklängen ließ er die Diabolos und auch die Herzen der Zuschauer tanzen.

Hula-Hoop-Hoop-Hoop-Hoop.

Der von Eisi Gulp als Sohn von Otti Fischer und Lizzy Aumeier angekündigte Konstantin Mouraviev präsentierte seine Rhönrad-Nummer als dicker Mann auf dem Weg zum Traum-Body mit so viel Witz und Einfallsreichtum, dass kein Auge trocken blieb. Traumkörper hat das Trio Magnolia aus der Mongolei längst. Mit ihren begnadeten Körpern vereinigten sich die "Schlangenfrauen" scheinbar mühelos zu poetisch schönen Körperbildern und schenken den Zuschauern einmalige Augenblicke des Träumens und des Staunens.

Damit waren sie Teil eines großartigen Festival-Programms, das noch bis zum 7. Oktober zu sehen sein wird. Restkarten gibt es online unter www.variete-amerang.de und an der Abendkasse. Ausverkauft sind bereits der 2. und der 3.Oktober. Für ganz kurz Entschlossene gibt es an den Wochenenden 29./30.September und 6./7.Oktober die Möglichkeit, telefonisch Karten für den Abend zu reservieren. Unter der Rufnummer 0151/15543057 können Interessierte am Samstag von 14 bis 17 Uhr und am Sonntag von 9 bis 17 Uhr ihre Karten an der Abendkasse zurück legen lassen.

Christa Auer (Oberbayerisches Volksblatt)

Quelle: rosenheim24.de

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