Ja-Wort wird nicht "ausgelagert"

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Stephanskirchen/Vogtareuth - Auch wenn 2013 die Verwaltungsarbeit dreier Gemeinden nach Stephanskirchen ausgelagert wird: Heiraten geht trotzdem!

Lesen Sie hier den Originalartikel aus dem Oberbayerischen Volksblatt:

Ja-Wort wird nicht "ausgelagert"

2013 wollen die Gemeinden Prutting, Söchtenau und Vogtareuth ihre Standesämter auflösen. Die gesamte Verwaltungsarbeit soll nach Stephanskirchen ausgelagert werden. Der dortige Gemeinderat hat sich jetzt einstimmig dafür ausgesprochen, die Vertragsvereinbarung mit den Nachbarn zu unterschreiben.

Parallel fiel am gleichen Sitzungsabend die positive Entscheidung im Gemeinderat von Vogtareuth. In Prutting haben die Fraktionen bereits zugestimmt, in Söchtenau steht dieser Schritt demnächst an. Die Nachricht, dass die Rathäuser in Prutting, Söchtenau und Vogtareuth ihre Standesämter an den großen kommunalen Bruder Stephanskirchen abgeben wollen, hatte in der Bevölkerung auch für Unruhe gesorgt. Denn es entstand die Befürchtung, dass auch das Ja-Wort "ausgelagert" werde.

Trauungen weiterhin in Rathäusern

Dem ist nicht so. Die örtlichen Bürgermeister können, wenn sie auch zu Standesbeamten ernannt worden sind, weiterhin in ihren Rathäusern Trauungen durchführen. Nur zur Anmeldung muss das Brautpaar mit den Unterlagen nach Stephanskirchen fahren. Das gilt nach Informationen von Christoph Meier, Leiter des neuen Großstandesamtes in Stephanskirchen, auch für die Begründung von gleichgeschlechtlichen Lebenspartnerschaften.

Trotzdem handelt es sich bei der Neuordnung des Standesamtswesens um einen Schritt, der im Behördendeutsch als "große Lösung" bezeichnet wird und im Landkreis das erste Beispiel einer neuen kommunalen Teamarbeit über die Gemeindegrenzen hinaus darstellt. Nach Informationen von Stephanskirchens Bürgermeister Rainer Auer wird 2013 die gesamte Verwaltungsarbeit rund um Geburt, Hochzeit und Tod auch für Prutting, Söchtenau und Vogtareuth in Stephanskirchen erledigt. Hintergrund ist die Tatsache, dass die mit diesen Ereignissen einhergehenden behördlichen Vorgänge in den vergangenen Jahrzehnten an Komplexität zugenommen haben. Internationale Hochzeiten, Adoptionen von Kindern aus anderen Ländern, Zweit- und sogar Drittehen: Standesbeamte sind heute weitaus mehr gefordert als früher. Im Rahmen des neuen Personenstandsrechtes wird außerdem die Einführung von elektronischen Registern gefordert - samt neuer EDV-Technik und damit verbundenen Mitarbeiterschulungen. Ab 2014 müsse ein Standesamt auch die notwendige Hard- und Software vorhalten und die Beurkundungen mit dem neuen elektronischen System durchführen, erläutert Meier.

Aufwand immer öfter nicht zu schultern

Den finanziellen, logistischen und personellen Aufwand hierfür könnten immer mehr kleine Landkommunen nicht mehr schultern und suchten deshalb nach Partnern für eine Teamarbeit. Das Unterzentrum Stephanskirchen habe seine Hilfe angeboten.

Die Kommune, die mit ihrer Einwohnerzahl knapp unter der 10000-EinwohnerGrenze liegt und eine große Verwaltung mit vier zugelassenen Standesbeamten vorhält, sieht sich in der Lage, die umfangreichen neuen Aufgaben zu bewältigen. Zusätzlich eingestellt wird nach Informationen von Auer vorerst nur eine Halbtagskraft.

Die Vereinbarung mit den drei Nachbargemeinden sieht vor, dass zur Finanzierung des gemeinsamen Standesamtes die Personal- und Sachkosten nach dem Einwohner-Verhältnis aufgeteilt werden. 2013 erfolgt dies mangels Erfahrungswerten pauschal mit 5 Euro je Einwohner in den angeschlossenen Kommunen. Ab 2014 werden die tatsächlichen Kosten nach einem Einwohnerschlüssel umgelegt.

Oberbayerisches Volksblatt

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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