Tagsüber fehlen bei Einsätzen Aktive

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Fast 30 Jahre Hausmeisterin und jetzt Ehrenmitglied der Wehr: Inge Kotzenbauer (Mitte), für 25 Jahre aktiven Dienst geehrt wurden Stephan Hangl, Thomas Trenkwalder und Günther Eß mit Vorstand Guido Plank (von links).

Wasserburg - Die Einsätze werden immer mehr, die Zahl der aktiv Ausrückenden immer weniger. Bei der Feuerwehr Wasserburg herrscht im Tageseinsatzdienst Personalnot!

Hier soll ein Brandschutzgutachten demnächst für Abhilfe sorgen. Dennoch lief 2011 die stattliche Zahl von 146 Einsätzen "mustergültig" ab, so der Tenor bei der Hauptversammlung.

Statistisch betrachtet ging der Alarm bei der Stadtfeuerwehr alle zweieinhalb Tage, insgesamt 146- mal im Jahr 2011. Dabei mussten 92 technische Hilfeleistungen und zehn Brände bewältigt werden. In 44 Fällen war am Einsatzobjekt ein feuerwehrtechnischer Eingriff nicht mehr vonnöten. Hinzu kamen 43 Sicherheitswachen bei Veranstaltungen in der Badria-Halle und im Rathaussaal mit insgesamt 314 Stunden sowie 45 Übungen. "Für unsere 67 Aktiven gab es keinen Anflug von Langeweile", so Kommandant Georg Schmaderer.

Zu den Einsätzen gehörten unter anderem ein großflächiger Waldbrand in Griesstätt, ein mittelgroßer Ölschaden bei einer städtischen Molkerei, zahlreiche überörtliche Unwetterschäden, eine Totenbergung am Inn, ein Traktorunfall in der Innleite sowie ein Trafobrand in der Priener Straße. "Standardarbeit" gewesen seien mehrere Verkehrsunfälle, die Alarmierungen zu Brandmeldeanlagen sowie zahlreiche Wohnungsöffnungen. Ein Unding seien dabei die regelmäßig verparkten Feuerwehranfahrtszonen, so Schmaderer. Gleichzeitig betonte er die Wichtigkeit von Brandmeldeanlagen, die trotz häufiger Auslösezahlen ihre Berechtigungen als Früherkennungsmedium haben.

Drei Zutritte im aktiven Dienst waren zu verzeichnen, gleichzeitig 15 Austritte, "eigentlich nur Karteileichen", so der Kommandant, der damit eine Beschönigung der Aktivenkräftezahl bereinigte.

Gleichzeitig übte er auch heftige Kritik an der "neuen" Integrierten Leitestelle in Rosenheim, die zunehmend in Unflexibilität verfalle. Ein "Nebenprodukt" sei das Einsatznachbearbeitungsprogramm für die Kommandanten, welches infolge des Zeitaufwands eine "Körperverletzung" in Sachen Freizeit darstelle, so Schmaderer. Zumal die Zahl der Aktiven kontinuierlich sinke. Die ausrückende Stammmannschaft konzentriere sich auf rund 20 Kräfte, der einstmalige "Feuerwehrkindergarten" unter Heini Kurz vor 25 Jahren ist heute die Ältestenmannschaft. Neue Freiwillige sind immer willkommen. Als besonders positiv wertete der Kommandant die sehr gute Zusammenarbeit mit den Nachbarfeuerwehren.

Jugendwartin Michaela Huber informierte über ihre 17 Schützlinge, denen es bei 36 Übungen mit 2335 geleisteten Stunden wirklich nicht langweilig wurde, und Kassiererin Guggi Pöhmerer berichtete von einem soliden Finanzpolster.

Kurz und knapp fasste sich Vorstand Guido Plank, der den Verein als "einzige Schau" bezeichnete. Regen Zuspruch von der Bürgerschaft hätten das nicht mehr wegzudenkende Gartenfest der Wehr und der Flohmarktstand erfahren.

"Diametral verändert" habe sich die Arbeit der Feuerwehr in den letzten Jahrzehnten, so Bürgermeister Michael Kölbl, weshalb er den ehrenamtlichen Kräften "seiner" Feuerwehr auch höchsten Respekt aussprach. Das demnächst erwartete Brandschutzkonzept für den Stadtbereich stelle eine "Speerspitze" in Bayern dar, der Stadtrat verspreche sich davon eine Versachlichung der Einsatzpersonal- und Beschaffungspolitik, wenngleich auch immer eine zielgerichtete Ausrüstung Prämisse sei, so Kölbl.

Größten Wert auf eine engagierte Feuerwehr legte der Inspektionsleiter der Wasserburger Polizei, Manfred Brand, Kreisbrandinspektor Georg Wimmer informierte über stetig wachsende Einsatzzahlen.

Für 25 Jahre aktiven Einsatzdienst erhielten das Feuerwehrehrenzeichen in Silber Günther Eß, Stephan Hangl und Thomas Trenkwalder, Letzterer auch die Ernennung zum Oberfähnrich. Zum Oberfeuerwehrmann ernannt wurde Martin Edl, für zehn Jahre aktiven Dienst Jasmin Bayer und Guggi Pöhmerer geehrt.

Besondere Freude am Schluss: Der Gönner der Wasserburger Wehr, Wilhelm Walther, und die jahrzehntelange Hausmeisterin des Feuerwehrhauses Ingrid Kotzenbauer sind nun neue Ehrenmitglieder.

tro/Wasserburger Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

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