Mit Tempo 20 durch die Altstadt

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Tempo 20 gilt künftig im "verkehrsberuhigten Geschäftsbereich", zu dem dann auch die Ledererzeile zählt.

Wasserburg - Künftig wird es in der Altstadt einen "verkehrsberuhigten Geschäftsbereich" geben. Der Stadtrat folgte in seiner jüngsten Sitzung der entsprechenden Empfehlung des Bauausschusses.

Vom Bahnhofsplatz über den Weberzipfel und die Ledererzeile und in der Schlachthausstraße sowie in der Färbergasse, der mittleren Schustergasse und der Herrengasse gilt dann Tempo20. Die Fußgängerzonen und verkehrsberuhigte Bereiche in der Hofstatt und der oberen Salzsenderzeile bleiben von der Regelung unberührt.

Die Polizei Wasserburg hatte in ihrer Stellungnahme dem Bahnhofsplatz und der Schlachthausstraße sowie der Neustraße ein Merkmal, nämlich eine gewisse Aufenthaltsqualität, abgesprochen. Nun sollen aber, darauf wies Bürgermeister Michael Kölbl in der Stadtratssitzung erneut hin, der Bahnhofsplatz und die Schlachthausstraße umgestaltet werden, erfüllen dann nach Ansicht der Verwaltung die Kriterien. Nur die Neustraße, die nahm der Stadtrat tatsächlich aus dem verkehrsberuhigten Geschäftsbereich heraus.

Christian Stadler (Die Grünen) erneuerte seine schon im Bauausschuss vorgebrachten Bedenken, dass im Kernbereich der Altstadt ein Flickerlteppich entstehe, der die Leute eher verwirre. Und der Schilderwald werde dadurch auch nicht weniger. Er halte es für sinnvoller, auch die Schleife Färber-, Schuster- und Herrengasse zum verkehrsberuhigten Bereich - in dem Schrittgeschwindigkeit gilt - zu machen.

Dagegen sprach sich unter anderem Oliver Winter (CSU) aus. Das sei nicht durchzusetzen. Im verkehrsberuhigten Bereich teilen sich alle Verkehrsteilnehmer, ob Fußgänger, Radfahrer oder Auto, die komplette Fläche, Bürgersteige gibt es nicht. Die wurden in der Färbergasse aber auf Wunsch der Anwohner und auch in der mittleren Schustergasse erst vor einigen Jahren neu gestaltet. Damit ist Schrittgeschwindigkeit nicht durchzusetzen, "Tempo20 aber kann die Polizei in der Färber- oder Herrengasse überwachen", so Winter. "Die könnten auch andernorts Tempo30 überwachen und tun's nicht", konterte Stadler. Er war nicht der Einzige, der sich in der Altstadt künftig mehr Geschwindigkeitskontrollen wünschte.

Die Zweite Bürgermeisterin Marlene Hof-Hippke setzte schließlich den Schlusspunkt unter die Diskussion: Stadler habe im Prinzip schon Recht, dass ein verkehrsberuhigter Bereich in der gesamten Kernstand wünschenswert wäre. Kosten und Rechtssituation sprächen aber dagegen.

Gegen die Stimmen der beiden Grünen-Stadträte wurde der verkehrsberuhigte Geschäftsbereich beschlossen.

syl/Wasserburger Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

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