Theatertage: Drei Tage voller Spielfreude

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"Theater, Theater...": Musikalisch wurde es am Ende der Eröffnungsfeier mit der Gruppe "EMSemble" vom Luitpold-Gymnasium Wasserburg.

Wasserburg - "Das Beste ist: Es macht auch noch verdammt viel Spaß." Mit diesem überzeugenden Bekenntnis begannen am Sonntag die 55. Theatertage der bayerischen Gymnasien.

Wer ist so verrückt und richtet im Jahr des doppelten Abiturjahrgangs auch noch ein dreitägiges Großereignis mit neun Theatergruppen aus ganz Bayern aus? "Wahrscheinlich wussten die, dass ich nicht nein sagen kann", vermutete der Direktor des Luitpold-Gymnasiums, Peter Rink, gestern bei der Eröffnung. Eine "Herkulesaufgabe" sei die Organisation, so die Anerkennung von Rita Bovenz vom Bayerischen Philologenverband, aber: "Theater ist wichtig."

Darin waren sich bei der kurzen Feier, der am Abend noch die ersten zwei Aufführungen folgten, alle Redner einig. Gelegentlich klang aber auch an, dass dieser allgemeinen öffentlichen Anerkennung der vielseitigen positiven Wirkung von Schultheater nicht unbedingt entspreche, wie Theaterarbeit offiziell gewürdigt wird - etwa in Form von Lehrerstunden oder Mitteln.

Peter Rink bekannte in seiner Begrüßung: "Theater ist das wichtigste Fach für mich" - beispielsweise, weil man es nur miteinander, nie gegeneinander spielen könne. Miteinander war offensichtlich auch im Vorfeld dieser Theatertage das Stichwort, denn Landkreis, Stadt, Sponsoren und das Belacqua als Nachbar sagten schnell ihre Unterstützung zu. Und die Lehrkräfte des Luitpold-Gymnasiums setzten neben und nach zwei Abiturprüfungen noch ein Engagement drauf.

Das sei beim Theater immer so, dürfe aber nicht ausgenutzt werden, mahnte da Josef Meißner, der Vorsitzende der Fördergemeinschaft, die diese Theatertage veranstaltet. Es gebe immer spielfreudige junge Menschen und auch engagierte Lehrer. Jede Schule wolle gerne mit Theater glänzen, Eltern bewunderten ihre Kinder gerne auf der Bühne. Und jeder bestätige selbstverständlich, dass Theaterspielen Schlüsselqualifikationen der jungen Menschen ungemein fördere. "Warum wird Theater dann so stiefmütterlich behandelt?", fragte er vor allem in Richtung der Lehrplanmacher und Kultus-Verantwortlichen. Theaterschaffende an den Schulen bräuchten mehr Anerkennung in Form von Zeit, Ausstattung und Ausbildung. Der ständige Kampf darum sei "zermürbend".

Trotz dieser kritischen Anmerkungen war schon bei der Eröffnung ein Funke der übergroßen Spielfreude spürbar. Das "EMSemble", die Unter- und Mittelstufengruppe des Luitpold-Gymnasiums mit ihrer Leiterin Eva-Maria Schwarzfischer, lockerte mit einigen Szenen die Grußworte auf. Gleich zu Beginn wurde dabei gezeigt, dass Theater sogar ohne gesprochenes Wort auskommen kann - mit einem witzigen Dialog in Plakatform.

Landrat Josef Neiderhell startete dann zu früh zu seinem Grußwort und wurde so unfreiwillig noch Teil einer Szene, bevor er loben konnte, dass "Kultur aus Wasserburg auf den Landkreis ausstrahlt" - auch mit diesem Ereignis. Wasserburgs Bürgermeister Michael Kölbl erinnerte, dass schon seit Jahren die Theatertage der bayerischen Privattheater im Belacqua veranstaltet werden. Rita Bovenz war sicher, das Theater "Grenzen überwindet". Und Susanne Arendt von der Landeselternvereinigung war überzeugt, dass Jugendliche ihre Schule dabei anders erfahren und überhaupt "in eine andere Welt treten" könnten.

In die Welt der Antike traten die Akteuren in der Rahmenhandlung auf der Bühne. Am Abend folgten dann noch die ersten zwei Stücke von den neun ausgewählten Theatergruppen aus Bayern. Bis Mittwoch folgen sieben weitere und das Luitpold-Gymnasium selbst.

Die Aufführungen im Gymnasium und im Belacqua können immer auch öffentlich besucht werden, Karten gibt es an der Abendkasse. Da zum Teil die Plätze aber rar sind, wird eine Anmeldung per E-Mail unter theater@gymnasium-wasserburg.de empfohlen.

koe/Wasserburger Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

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