Wasserburg

Nach dem Spiel...

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"... ist vor dem Spiel" heißt eine fußballerische Binsenweisheit. Ob Uwe Bertram, Regina Semmler, Annett Segerer und Petra Hölzle Fußball spielen können, ist nicht bekannt. Das oben erwähnte Phänomen aber kennen sie: Mit den "Wasserburger Theatertagen" ist es genauso.

"Jetzt ist gerade diese eigenartige Ruhe vor dem Sturm, wo nichts zu tun ist und man sich ständig fragt, ob man auch nichts vergessen hat", lacht Uwe Bertram, Chef des Theaters Belacqua und heuer zum fünften Mal Gastgeber der "Wasserburger Theatertage", Treffpunkt der bayerischen Privattheater.

Mit dieser Ruhe ist es spätestens am Mittwoch vorbei, beginnt der Stress. Da eröffnen Landrat Josef Neiderhell, Udo Samel und das Kuss Quartett die elftägige Veranstaltungsreihe.

Die Vorbereitungen dazu haben schon vor fast einem Jahr begonnen. Da gilt es zunächst, die Liste der freien und privaten Bühnen in Bayern zu vervollständigen - "unsere ist mittlerweile besser als die vom Ministerium" - , die Hinweise von Teilnehmern aus früheren Jahren einzuarbeiten. Dann gehen die Einladungen zur Teilnahme am Verbandstreffen und zum Anbieten von Produktionen raus. Die Resonanz, so Bertram und Regina Semmler übereinstimmend, steige, auch bei den angebotenen Produktionen.

Schwierige Terminabstimmung

Die alle anzusehen, dazu durch ganz Bayern zu fahren, das ist der größte Brocken der Vorbereitung. Den sich die vier Hauptverantwortlichen teilen und der im Team immer wieder zu spannenden Gesprächen führt. Da komme dann schon mal jemand zurück mit der Ansage: "Also, mir gefällt's. Aber ob's Euch auch passt..."

Es folgen Einladung der ausgesuchten Bühnen und Terminkoordination. Denn dass die Wasserburger das Theater xyz für den Donnerstag eingeplant haben, und das ABC-Ensemble für den Sonntag, heißt noch lange nicht, dass das auch so im endgültigen Programm steht. Irgendwer kann am vorgesehenen Termin immer nicht.

Steht das Programm, muss das technische Drumherum geklärt werden: Was wird an Licht und Ton gebraucht, wie sieht es aus mit dem Platz auf der Bühne, wie viele Leute kommen wann. "Das zieht sich ab Januar im Hintergrund eigentlich bis fast zum Beginn der Theatertage durch", so Regina Semmler. Zumal die Gäste zum Teil ihre Inszenierungen auch noch auf die Verhältnisse im Belacqua umbasteln.

35.000 bis 40.000 Euro benötigt

Da die Teilnahme an den Theatertagen für die Gäste kostenlos ist, ist das Belacqua auf Zuschüsse und Sponsoring angewiesen. 35- bis 40.000 Euro muss das Team auftreiben. Zuschüsse gibt es von der Stadt, vom Freistaat und vom Bezirk, dazu kommen in diesem Jahr fünf Sponsoren. "Und unser Partnerhotel Fletzinger. Wenn wir das nicht hätten, könnten wir wohl nicht Bühnen aus ganz Bayern einladen", so Bertram. Denn wer will schon nach Vorstellungsende und Bühnenabbau um 3 oder 4 Uhr noch nach Ober-/Unter-/Mittelfranken zurückfahren? Keiner, da wird lieber noch gemeinsam irgendwo ein Absacker getrunken. "Dafür haben wir einen Dienstplan aufgestellt", grinst Bertram. Generell aber gilt während der Theatertage: Wer mit wenig Schlaf auskommt, ist klar im Vorteil. Denn irgendwie sind alle den ganzen Tag mit Auf-, Um- und Abbau beschäftigt.

Warum sich Wasserburg in der Privattheater-Szene so schnell bayernweit einen Namen gemacht hat, dass die Nachfrage nach Auftrittsmöglichkeiten ständig zunimmt? "Das liegt am Wasserburger Publikum", geben Bertram und Semmler die Rückmeldungen der Gasttheater weiter. Die äußerten sich nämlich immer ganz hingerissen darüber, dass nicht nur viele Zuschauer kämen, sondern diese auch begeisterungsfähig und aufgeschlossen seien. "Mit den Wasserburgern kann man eben viel anstellen." syl

Quelle: rosenheim24.de

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