Tief verwurzelt in der Tradition

+
Die beiden Teile des langen Festzuges durch den gesamten Ort Gars wurden vom Garser Musikverein und der Trachtenblaskapelle Ramsau angeführt.

Gars - 150 Jahre Feuerschützengesellschaft, das ist an sich schon ein Grund zum Feiern. Erst recht, wenn das vor wenigen Jahren abgebrannte Schützenheim in neuem Glanze erstrahlt und eingeweiht wird.

Der Freitag und der Samstag waren verregnet, doch am Festsonntag konnten die Garser Feuerschützen aufatmen: Bei schönem Wetter feierte man mit der ganzen Bevölkerung und allen Ortsvereinen sowie Abordnungen der Sportschützengilde und der Kaiserjäger Hall in Tirol das 150-jährige Bestehen und die Einweihung des neuen Schützenheimes mit Gottesdienst, großem Festzug, vielen Ehrungen und gemütlichem Beisammensein. Am Abend zog der Kabarettist Hans Klaffl dann noch viele Besucher in die Halle des Gymnasiums zu seinem aktuellen Programm "40 Jahre Ferien - ein Lehrer packt ein".

Dekan Pater Ulrich Bednara gratulierte der FSG Gars beim Festgottesdienst zu ihrem Jubiläum. Früher sei den Schützenvereinen zum Schutz der Bevölkerung ein wehrhafter Geist abverlangt worden. Heute betreibe man dagegen intensive Traditionspflege, sei beim Brauchtum engagiert und organisiere im Miteinander aller Generationen Sport, Geselligkeit und Gemeinschaftserlebnisse. Das Schießen zähle zu den ältesten Sportarten und sei schon bei den ersten Olympischen Spielen der Neuzeit 1896 vertreten gewesen. Schützenvereine erzögen ihren Nachwuchs auch intensiv zu gereiften Persönlichkeiten, die Verantwortung im menschlichen Miteinander übernehmen.

Bürgermeister Norbert Strahllechner, selbst einmal langjähriger Schützenmeister der FSG, betonte bei seiner Festansprache: "Schützenvereine sind keine Modeerscheinung, sondern beruhen auf tief verwurzelter Tradition." Nur Grafschaften, Städte und Märkte durften sie früher zur Landes- und Ortsverteidigung einrichten. Später wurden dann daraus sportliche Vereine, die sich bis heute als äußerst lebendige Teile der Ortsgemeinschaften und Träger der Sozialkultur präsentierten. Strahllechner dankte den Garser Feuerschützen für ihren "wunderbaren Gemeinschaftsgeist", der vor allem auch nach der Brandstiftung am Sportheim und dem Neubau deutlich geworden sei.

Stellvertretende Landrätin Eva Köhr lobte vor allem das "wunderschöne neue Schützenheim" sowie die vorbildliche Kameradschaft und das enorme ehrenamtliche Engagement bei den Garser Feuerschützen. Für das gesellschaftliche Engagement der Jugend könne das ein großes Vorbild sein.

Gauschützenmeister Helmut Wagner erinnerte daran, dass die FSG Gars in der Blüte des Königreiches Bayern und noch vor dem Deutschen Schützenbund gegründet wurde. Er überreichte Schützenmeister Josef Bühn anlässlich des Jubiläums Ehrenplaketten des Deutschen und des Bayerischen Sportschützenbundes sowie Geschenke des Bezirks Oberbayern und des Gaus Wasserburg-Haag.

Nach der Weihe des neuen Schützenheimes durch Dekan Pater Ulrich Bednara erläuterte Vereinsvorstand Bühn die Räume und stellte fest: "Bis jetzt hat der Verein rund 240000 Euro und weit über 3600 Arbeitsstunden für den Neubau aufgewendet." Sein großer Dank galt den vielen Spendern und Gönnern sowie den Mitgliedern und anderen Helfern am Bau, ohne die das Werk nicht hätte bewältigt werden können.

Geschäftsstellenleiter Rupert Unterauer von der Sparkasse überreichte dann noch im Namen des Direktors der Sparkasse Wasserburg, Richard Steinbichler, einen Spendenscheck über 1500 Euro zur Unterstützung des Vereinsheimbaues und des Jubiläums.

ba/Wasserburger Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

Zurück zur Übersicht: Region Wasserburg

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser